Beim "Chef"

30. März 2010, 19:06
33 Postings

Der Gastgeber schmiss mit Unhöflichkeiten um sich, die ihren selbstironischen Charme verbreiten konnten

Quotenmäßig hat er jetzt noch nicht so eingeschlagen. "Termin bei Holender" wollten Montagabend 52.000 sehen. Das entspricht einem Marktanteil von 3,7 Prozent - verbesserungsbedürftig.

All jene, die auf Einladung von ATV bei der Aufzeichnung dabei waren, wussten schon, dass es dem "Chef" schwer möglich ist, Fragen unter einer Dauer von 20 Sekunden zu formulieren. Doch konterten die Gäste wach und aufmerksam, sodass bei entsprechender Bearbeitung eine skurrile Show möglich war. Schließlich schmiss der Gastgeber mit Unhöflichkeiten um sich, die - bei gerafftem Umfeld - ihren spröden, selbstentlarvenden, sogar selbstironischen Charme verbreiten konnten.

"Es gibt Sängerinnen mit berauschenden Stimmen, die dick und klein sind. Ich meide sie auch", war noch nett, weil es sich auf abwesende Freunde bezog. Die anwesenden Christian Konrad, Toni Innauer und Ursula Plassnik hielten tapfer dagegen, richtig behaupten durften sie sich schon während der Aufzeichnung nicht. Es war zu hoffen, dass im Schneideraum die Verhältnisse gerechter verteilt werden. Im Nachhinein muss man sagen: 30 Minuten reichen auch.

"Noch interessantere Gäste" versprach der Staatsoperndirektor für die nächste Ausgabe. Dazu ein Vorschlag: Wie wär's mit einem Plausch mit seinem Nachfolger? (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 31.3.2010)

  • Ioan Holender.
    foto: atv/kainerstorfer

    Ioan Holender.

Share if you care.