38.199 Hasen starben 2009 auf den Straßen - Vier Pfoten: "Lebende Tiere gehören nicht ins Osternest"
Wien/Sydney - In Australien verschenken sie keine Hasen. Weder aus Schokolade noch mit Fell. Denn Hasen und Kaninchen wurden "down under" mangels natürlicher Feinde zur regelrechten Landplage, und also verschenken sie schokoladisierte Bilbys. Da diese langnasigen und großohrigen Beuteltiere am meisten unter der Kaninchenplage gelitten haben, bringt in Australien nicht der Osterhase die bunten Eier, sondern der Osterbilby.
Hierzulande hingegen sind es die Hasen, die leiden - zunächst einmal unter der Autoplage. Allein im Vorjahr seien 38.199 Hasen und Wildkaninchen im Straßenverkehr umgekommen, bilanziert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Diese Zahl weiß man deshalb so genau, weil es sich dabei um die bei den Bezirkshauptmannschaften eingegangenen Hasentötungsmeldungen handelt. Die Dunkelziffer sei weit höher.
Andere Hasen wiederum leiden, weil sie nicht totgefahren, sondern verschenkt werden: "Lebende Tiere gehören nicht ins Osternest" , appelliert die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Und wenn, sollten Kaninchen mindestens zu zweit gehalten werden, da sie sehr soziale Tiere sind. Da Kaninchen auch Fluchttiere sind, lassen sie sich ungern angreifen oder gar hochheben und sind sehr bewegungsfreudig. Daher sollten Kaninchen nur jene kaufen, die ihnen im Garten genug Auslauf bieten können - und auch bereit sind, zehn Jahre oder sogar länger mit ihnen zu leben. Denn so alt können die werden.
Schokoladehasen haben gemeinhin eine kürzere Lebenserwartung. Aber jene und auch die Schokoeier, die sie bringen, sollten drinnen aus biologischer Schokolade und draußen mit einem Fairtrade-Gütesiegel versehen sein, lautet der österliche Appell von Greenpeace. So wie auch die gefärbten Hühnereier aus biologischer Landwirtschaft kommen sollten. Und bei aller Glückssymbolik: Finden sich auf den Produkten die Kürzel "E127" (für Erythrosin), "E104" (für Chinolingelb) oder "E476" (Polyglycerin-Polyricinoleat), ist das eher ein schlechtes Omen, warnt Greenpeace.
Allein die Wiener Wirtschaftskammer rechnet mit einem Osterumsatz von rund 44 Millionen Euro für den Wiener Handel. Laut einer Makam-Umfrage wollen rund 80 Prozent von 500 Befragten Süßigkeiten kaufen und je 20 Prozent Spielwaren beziehungsweise Blumen. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD - Printausgabe, 31. März 2010)