Kreml will hart gegen Terroristen durchgreifen

30. März 2010 18:42

Putin fordert, dass die Terroristen "vom Boden des Kanals gekratzt werden"

Moskau - Nach den blutigen Terroranschlägen in der russischen Hauptstadt fahndet die Polizei nach drei Verdächtigen. Der Geheimdienst FSB identifizierte die beiden Attentäterinnen sowie zwei Frauen und einen Mann, die den "Schwarzen Witwen" geholfen haben sollen. Premierminister Wladimir Putin forderte, dass die Verantwortlichen "vom Boden des Kanals gekratzt" werden.

Präsident Dmitri Medwedew kündigte an, dass angesichts von 39 Anschlagsopfern in Moskau, die Antiterrorgesetzgebung verschärft werden müsse. Der Föderationsrat forderte sogar die Wiedereinführung der Todesstrafe für Terroristen.

Indes wird in russischen Medien über die Drahtzieher hinter den Selbstmordattentaten spekuliert. Wie der Kommersant berichtet, soll der Extremist Said Burjatskij, der Anfang März bei einem Spezialeinsatz ums Leben kam, 30 Selbstmordattentäterinnen ausgebildet haben. Zwei davon sollen den Anschlag am Montag ausgeführt haben.

Fremde Drahtzieher vermutet

Das Massenblatt Moskowskij Komsomolez sieht hingegen den bekannten Terroristen Pawel Kossolapowa als Auftraggeber hinter den Anschlägen. Kossolapowa soll schon für das Attentat auf die Metro im Jahr 2004 verantwortlich gewesen sein. Russlands Außenminister Sergej Lawrow schloss nicht aus, dass die Drahtzieher der Tat Hilfe von Extremisten aus dem pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet erhalten hätten.

Nach den Anschlägen wird in den russischen Medien auch Kritik an der russischen Exekutive laut. "Die gestrigen Terrorakte haben gezeigt, dass das Leben unseren Rechtsschutzorganen nichts gelehrt hat. Sie schaffen es nicht, die Gesellschaft vor Terroristen zu schützen. Vielmehr sind die Beamten in Korruption und Intrigen so versumpft, dass sie keine Zeit haben, ihrer Hauptarbeit nachzugehen", heißt es im Moskowskij Komsomolez. (ved/DER STANDARD, Printausgabe, 31.3.2010)

Ravenhorst
30.03.2010 23:29
Internationale Armee gegen den Terror

Bin zwar schon 66, aber falls eine internationale Armee gegen den Terror aufgestellt wird, melde ich mich noch als Funker. Diese Terroristen-Brut gehört vertilgt.....

tom2312
01.04.2010 16:05

Wenn das so einfach wäre, wär’s längst passiert. Gegen Gesinnungstäter ist kein Kraut gewachsen.

Und es ist nicht immer so, dass eine böse Gesellschaft die „Gerechten“ in den Terror zwingt.

Es ist auch Definitionssache, ab wann Terror „gerechtfertigt“ ist. Für Baader-Meinhof war die BRD, immerhin eine Demokratie, bereits böse genug.

Was Terroristen immer hilft, sind Sympathisanten. Die könnte man minimieren, indem man auf eine möglichst „gerechte“ Gesellschaft hinarbeitet oder Landesteilen Autonomie gibt. Was in Russland definitiv nicht passiert.

Umgekehrt: In Jugoslawien hat das Selbstständigwerden von Staatsteilen auch nicht in den Frieden geführt.

Es gibt immer einen Grund zum Bomben, wenn man bomben will.

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