Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Yara Coca und Angelika Neuner vom Verein Gartenpolylog wollen das seit Jahrzehnten brachliegende Gelände hinter der Ex-Kaserne nutzbar machen.
Auch "Leute von außen" können Beete pachten.
***
Wien - Viele kleine Hügel aus Müll und ein großer Haufen toter Äste sind derzeit das Einzige, was die 800 Quadratmeter vom Rest des verwilderten Areals hinter der Kaiserebersdorfer Kaserne unterscheidet. Yara Coca und David Stanzel vom Verein Gartenpolylog stecken noch mitten in den gröberen Aufräumarbeiten. Demnächst soll aber ein Trupp vom Stadtgartenamt vorbeischauen und den beiden dabei helfen, den Flecken Grün bepflanzbar zu machen.
Auf dem "Macondo" genannten Randgebiet nahe dem Alberner Hafen siedeln sich seit den Siebzigern anerkannte Flüchtlinge an. Erst in der alten Kaserne, dann in neu gebauten Wohnhäusern. Die Freiflächen rundherum ließ man vergammeln. Bis heute befindet sich kein einziger städtischer Mistkübel auf dem Areal - schließlich gehört das Kasernengelände auch dem Bund. Und der zeigt erst seit neuestem Interesse an Verschönerungsmaßnahmen auf diesem Gebiet.
Heuer soll dort erstmals ein Nachbarschaftsgarten entstehen. Unter Anleitung des Vereins Gartenpolylog - der bereits den Gemeinschaftsgarten Heigerlein in Ottakring auf die Beine gestellt hat - können rund 15 Familien Gemüse, Blumen und Kräuter anpflanzen. Nicht nur Flüchtlinge, auch "Leute von außen" sollen mitmachen, sagt Coca: "Wir sind für alle offen." Das Projekt, das das konfliktfreie Zusammenleben der einzelnen Gruppen fördern soll, wird von der Stadt Wien und dem Bund gemeinsam finanziert. 14.000 Euro kommen von Umweltstadträtin Ulli Sima, 5000 Euro von Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger, 18.000 Euro von Bildungsministerin Claudia Schmied (alle SP).
Fünf Euro Jahrespacht
Für einen Solidaritätsbeitrag von fünf Euro kann man ein Beet ein Jahr lang pachten. Außerdem soll es eine Reihe von Kulturveranstaltungen geben - in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe Cabula6, die bereits vergangenes Jahr einige Feste und Workshops organisiert hat.
José Villalobos freut sich jedenfalls auf die neuen Nachbarn. Der geborene Chilene, der im Sommer als Bademeister im Laarbergbad arbeitet und in der alten Kaserne wohnt, hat die Parzelle nebenan als Schrebergarten gepachtet. "Ich kenne mich ein bisschen aus mit Gärtnern und helfe gerne" , sagt er. "Er hat zum Glück auch sehr viel Werkzeug" , ergänzt Coca. Viele Macondo-Bewohner haben in den letzten Jahren begonnen, auf eigene Faust Gemüse anzubauen. Seit kurzem verlangt die Bundesimmobiliengesellschaft allerdings für jeden Quadratmeter Pacht - was sich wenige leisten können.
Rund 3000 Menschen leben auf dem Gelände zwischen Simmeringer Haide und Müllverbrennungsanlage. Anfangs siedelten sich Osteuropäer, Vietnamesen und vor allem Lateinamerikaner an - daher auch der Name Macondo: ein fiktiver Ort aus dem Roman Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez. Viele, die das Flüchtlingsdorf nur als Zwischenstation sahen, sind bis heute dort geblieben.
Leeres Gebäude
Gleichzeitig kamen bis vor kurzem stets neue Bewohner hinzu. Im Kardinal-König-Integrationshaus wurden Flüchtlinge mit positivem Asylbescheid für ein Jahr aufgenommen. Ende 2009 schloss die Einrichtung allerdings. Seither steht das Gebäude leer. Das Innenministerium überlegt noch, was damit passieren soll. "Es wird in den nächsten Monaten eine Entscheidung geben" , sagt Sprecher Rudolf Gollia. Angedacht war ein Anhaltezentrum für Familien, die abschoben werden sollen.
Der Verein Gartenpolylog will jedenfalls mindestens fünf Jahre bleiben - und vielleicht vergrößern. "Wir schauen jetzt erst einmal, wie es heuer läuft" , sagt Coca. "Nächstes Jahr kommen vielleicht ein paar neue Beete dazu." (Martina Stemmer, DER STANDARD - Printausgabe, 31. März 2010)
Erste letzte Ruhestätte für Haustiere - Bestattung ab 169 Euro
Auffahrt an der Südosttangente gesperrt - "Maßnahme nicht erforderlich"
Aus dem Klärschlamm der Wiener Abwässer soll ein Prozent des städtischen Strombedarfs werden
In der Wiener Beratungsstelle "Zeitlupe" werden Frauen mit Behinderung von Frauen mit Behinderung unterstützt; auch darin, ihr Frausein zu leben
Das Donauufer am östlichen Rand von Simmering ist seit 70 Jahren Wiens Hauptumschlagplatz für Getreide. Nun soll der Alberner Hafen belebt werden
BAI baut neue Zentrale um 100 Millionen Euro - Mit Wiener Wohnen und Wohnservice Wien soll in Erdberg ein "Kompetenzzentrum für den geförderten Wohnbau" entstehen
Für Totenbeschau, Desinfektionen und Entlausungen zuständig - Neubau in Simmering löst Desinfektionsanstalt ab
Das Schloss Kaiserebersdorf gehört zu den fast vergessenen Kulturgütern - Eine Ausstellung der Stadtarchäologie Wien erzählt nun seine Geschichte
Städtisches Archiv hilft bei Suche nach historischen Meldedaten
Erinnerung an Verstorbene, die ihren Körper der Forschung überlassen haben
Wiener Zentralfriedhof, kommunale Versorgungsbetriebe, Wohnbauten und Hafen Albern mit Frachtenbahnhof in Simmering.
Vom 200 Meter hohen Kamin aus wartet das Kraftwerk Simmering mit ungewöhnlichen Aussichten auf Wien auf - eine Ansichtssache
Mit 2,5 km2 ist der Wiener Zentralfriedhof der zweitgrößte Friedhof Europas - Ausblicke von der Kuppel der Karl-Borromäus-Kirche - eine Ansichtssache
... fliessen leider nur zu einem geringen teil dem tatsächlichen zweck (in diesem fall: den hoffnungsvollen gärtnerinnen) zu, sondern werden für infrastruktur und organisation verbraucht. und wer profitiert von alle dem? österreichische betriebe,zulieferer, dienstnehmer, projektmanager etc. also keine sorge, ihr "schwer arbeitenden österreicherInnen" ;-) geht lieber hin und lernt von den "faulen ausländern" ein paar neue gemüsesorten, heilpflanzen und kochrezepte. österreich verdankt seine wunderbar geschätzte kultur fast ausschliesslich den ungarn, türken, böhmen, tschechen, .... vergesst das nicht ;-)
...sind eine frecheit. Ich kenne Macondo, da ich chilenische freunde habe die die integration in die österreichische geselschaft längst geschafft haben. Ihre familien kammen nach AT z.zt. Pinochets-es sind hart arbeitende menschen die viel negatives erlebt haben. und den menschen die heute in macondo leben geht es nicht anders als den latinos vor 30 jahren. sie würden gerne arbeiten und ein besseres leben haben wollen. sie möchten ein anerkannter und geschätzter teil der gesellschaft sein. leider vergisst der staat, daß er sich auch um diese menschen kümmern muss - worauf er nicht vergisst sind prämien für seine manager und rettungspakete für banken.
"...14.000 Euro kommen von Umweltstadträtin Ulli Sima, 5000 Euro von Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger, 18.000 Euro von Bildungsministerin Claudia Schmied (alle SP)."
Stimmt nicht. 37.000EUR kommen von österreichischen Steuerzahlern. Ist doch toll wie sich Politiker mit dem Geld anderer Leute schmücken.
Und was genau daran soviel Geld kostet, ist mir ein Rätsel. Wie unten schon geschrieben - Gemüse für 15 Familien für vielleicht 500EUR pro Jahr als Resultat einer Investition von fast 40K EUR?
Macht somit 46,25 €/m²
Macht somit 2.466,67 €/Familie
Macht somit ca. 6,75 € Gemüse pro Tag
Frage:
- wieviel gibt eine österr. Familie für Gemüse/anno aus?
- wieviele Jahre könn(t)en 15 Familien von den
"Wiener Gärtnern" ganzjährig mit Gemüse voll
versorgt werden?
...es sind nicht nur die Karotten, sondern
-der Umstand, dass in Macondo Flüchtlingsfamilien über Jahrzehnte ein völlig devastiertes Gelände nutzbar gemacht haben und nun dafür dem Bund Miete verlangt.
-dass in Macondo 3000 Menschen aus aller Welt ausser Österreich angesiedelt wurden und werden und mit der Schließung des Integrationshauses nun ein Andocken an die österreichische Gesellschaft nicht mehr leicht ist.
-wie die Kinderscharen aus Tschetschenien und anderen Krisenherden, die nun als Österreicher aufwachsen sollen, sozialisiert werden. Hopp oder Drop?
-es geht ums "Wurzeln schlagen in der Fremde".
-Also doch wieder ein bisschen um die Karotten.
aber wollen wir mal nicht kleingeistig sein!
Wenn sich die Wirtschaftsbonzen gegenseitig unser Steuergeld in den Rachen schmeißen (z.b. 4 Millionen für ein mündliches Gutachten) kann man auch mal um 37.000 was sinnvolles finanzieren!
Die LandschaftsplanerInnen und GärtnerInnen usw. die davon dann ihren Teil bekommen, gehören sicher nicht zu den SpitzenverdienerInnen!
Ich hab Karotten probiert, die sind kaum größer und dicker als Zigaretten geworden
Ich hab Tomaten probiert, die werden so groß wie Weintrauben
Humus hab ich, ja, sonnig auch, und gegossen. Wohl liegts an der Qualität der Samen ? Wo bekomm ich da gute her ?
Gut gefunzt hat bisher nur Schnittlauch, Petersil, Kresse
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.