Kubas elementare Surrealitäten

Alois Pumhösel, 26. April 2010, 16:46

52 Jahre Fidel und Socialismo schufen eine einzigartige Kultur, in der sich die Dinge für Außenseiter nach wie vor auf ungewohnte Weise arrangieren. Assoziationen zum Touristenalltag als Ansichtssache.

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privat

Taxi

28 Autos kommen in Kuba auf 100 Einwohner. Viele davon kann man als Taxi anheuern. Eines davon ist (war?) ein kleiner Subaru, dem nach 10 Kilometern einer 120-Kilometer-Fahrt die Luft ausging. Der jugendliche Privat-Taxler ist den Tränen nahe. Wir warten. Wir müssen so tun, als hätten wir mit seinem Auto nichts zu tun. Unser neuer Fahrer, ein älterer Sunnyboy mit Peugeot und Freund der Mutter des ursprünglichen Fahrers, grüßt die Polizei in der Nähe seines Heimatortes noch freundlich. Sie sind noch "Amigos". Je weiter weg, desto mehr Angst vor Polizeikontrollen. Am Ende der Reise ist ihm die Angst ins Gesicht geschrieben.

 

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23 Postings
meresi
00
16.1.2012, 04:48
kann brand nur zustimmen...

beruht zwar nicht auf eigener erfahrung, aber ein paar kollegen von besuchten cuba von monterrey(mex) aus..ich sollte mit hatte aber keine lust auf abzocke...
als sie zurückkamen fragte ich wie es war, nun die beiden schweizer sagten ach wie toll...der deutsche sagte nichts...ein paar tage später auf anfrage erzählte er dann wie sie abgezockt wurden...am laufenden band...für das geld hätten sie auf yucatan einen besseren urlaub machen können...mein bruder ist seit ein paar jahren mit einer cubanerin verheiratet...die geschichten sind endlos...das einzige was ich interessant finde sind die teilweise alten ami schlitten...die wären ein paar fotos wert...

LinksSchreiber
00
27.5.2010, 19:19
Was soll das heißen? "wer steht schon auf geistige Gespräche beim Sex"

Wer "sext" gerne geistlose Frauen? Sind das Tiere, keine Menschen mit Vernunft? Oh Gott!

Träume sind Schäume.
10
28.4.2010, 14:19
Kubanische Rechtssprechung ist irgendwie genial.

Laut Gesetz wird Bestehlen bzw. Raub an einen Touristen doppelt so hart bestraft wie an einem Einheimischen.

Touristen standen zumindest bis vor kurzem auch exklussiv Strände, Hotelanlagen und Devisenshops offen, Zutritt für Hunde und Einheimische verboten (=Aphartheid)

Da fragt man sich, ob selbst im korrupten Sextourismus anno Batista um 1959 Kubaner nicht mehr Rechte hatten am Tourismus zu profitieren.

Immerhin hat Fidel Castro in einem Artikel nun anerkannt, dass die heutigen Prostituierten in Kuba gebildeter sind und alle Mittelschule bzw. teilweise Uni-Abschlüsse haben.

Ob ihnen das bei Verrichtung ihrer Tätigkeit weiterhilft um zu überleben wäre eine andere Frage, wer steht schon auf geistige Gespräche beim Sex ;)

Anna Lyse
01
27.4.2010, 11:49
Mein Erlebnis zu Bild 1 (Taxi)

es war glaub ich 2004: nahm mir in Havanna Stadt ein Taxi, der Fahrer öffnete mit einem "Holzkeil" die Tür, war dann während der fahrt sichtlich nervös. Ein Polizeiauto stoppte uns dann - ich wurde sichtlich nervös :-) Es wurde jedoch nur mein Pass kontrolliert. Wir (der Taxifahrer und ich) mussten dann dem Polizeiauto zur Wache (vermutlich war es die Wache) folgen. Dann führten Sie den Fahrer ins Gebäude. Ich saß immer noch hinten im Auto, nach etwa fünf Minuten warten nahm ich meinen Rucksack und suchte das Weite. Schräge Aktion......

buchstabensuppe
02
27.4.2010, 10:11

Hummer bei Ernesto habe ich auch schon genossen! Ein Erlebnis, nicht nur kulinarisch.
Mmmmhhh, da rinnt mir ja gleich wieder das Wasser zusammen. Da können sich hierzulande die schnieke/schnösel/überdrüber-Köche (Lokale) so einiges abschauen.
Ad Taxis: auch 3-tonnige 50er Amischlitten mit 40 PS Lada Motoren sind ene Fahrt wert!

Diogenes von Sinope
10
27.4.2010, 04:17

brand, ic vestehe zwar ihren Standpunkt, nur ist die Abzocke der kubanische Regierung in Richtung der eigenen Bevölkerung noch viel, viel schlimmer und geradezu verachtungswürdig.

Advaita0
00
26.4.2010, 17:46
uuuund....habt Ihr dort auch Musik gehört?

Oder was Lada, Pollo und Zigarren alles?

the lazy crazy
01
26.4.2010, 19:28
So ein Lada klingt...

...doch auch großartig...

brand
82
26.4.2010, 17:34
Kuba - Abzocke wie selten in Lateinamerika

Zwei Währungen, was dazu führt, das man bis zum 25ig-fachem vom Mann am Nebentisch zahlt und dabei ein Preis zu zahlen ist, wo ich in Österreich verärgert wäre. (Vom Preis/Leistungsverhältnis gar nicht zu reden)

Aufdringliche/hinterhältige Leute, wo sich selbst in Bogotá die Schnorrer noch was abschauen können.

"Apartheit" von Touristen und Einheimischen (offiziell nicht möglich günstigen Einheimischen-Busse zu verwenden. Das geht so weit, dass es selbst verschiedene Eisstände für Touristen und Einheimische gibt) -> Ziel scheint wohl: nur Kontakt zu offiziellen Abzockern

Es gab' auch Positives - aber Alles in Allem, waren die 3 Wochen Kuba, naja, ...: interessant ;-)

soledad juntos
 
13
27.4.2010, 19:07

1. volle Zustimmung zur Antwort von HenC
2. manche Dinge kann man in Erfahrung bringen - wenn man sich interessiert und mit den "aufdringlichen" Leuten redet... z.B. dass es durchaus Wege gibt, an nationale Währung zu kommen
3. ich halte nicht so viel von Pauschalisierungen, aber ich habe selten wo so viele freundliche, offene, kontaktfreudige Menschen getroffen wie in Kuba.
4. vielleicht sind Sie in einem All-inclusive Club besser aufgehoben.

brand
00
28.4.2010, 12:26

2. Klar kann man an nationale Währung kommen - damit kannst du aber nix anfangen (ausser an Märkten billig einkaufen) - im Restaurant wird man von dir trotzdem Convertibles haben wollen.

Das ganze führt ja auch zu der Absurdität, dass ein Arzt weit weniger verdient als ein Taxifahrer. (Ich hatte für eine Woche eine private Spanischlehrerin, deren Sohn Arzt war)

3. Ich halte auch nix von Pauschalierungen. Ein Fazit eines 3-wöchigen Urlaubst ist aber nunmal eine Zusammenfassung. Ich habe durchaus auch nette Menschen kennengelernt.
Es ändert aber nix am Gesamtbild, v.a. wenn ich es mit anderen Reisen (z.Bsp. Kolumbien, Thailand, Peru, Kambodscha, etc.) vergleiche

soledad juntos
 
00
29.4.2010, 15:19

2. m.E. nach ist es aber auch ok, für essen und Unterkunft mehr zu berappen (sh. Posting von HenC). Natürlich wird durch dieses System die Kluft zwischen denen, die im Tourismus arbeiten und denen, die das nicht tun, größer. Das würde aber auch passieren, wenn es nur eine Währung gäbe (vgl. die Länder, die Sie selbst als Beispiele angeführt haben)
3. sehr schade, dass für Sie ein schlechter Eindruck überwog. Aber so wie sie es jetzt beschreiben, klingt es wenigstens nicht mehr gar so bitter.

Ne Mo
10
27.4.2010, 13:56
da kann man nur 100 % zu stimmen

hab kuba genau so erlebt.

'billige' abzocke.

salsa + 'buena vista social club' gibt es nur in den zwei, drei touristenstraßen jeder stadt, die renoviert sind.

der rest ist extrem herunter gekommen.

was noch vergessen wurde, ist das das nationalgetränk nummer 1: rum aus flaschen - auf der straße. das sieht man in wien nichtmal so extrem am praterstern, prost!

Anna Lyse
01
27.4.2010, 13:42
teilweise zustimmung

leider ist es wirklich schwierig in ruhe gelassen zu werden, hatte zeitweise mexikanische begleitung und konnte dadurch in den genuss von einigen "einheimischen-boni" gelangen. das mit dem eisessen stimmt auch (siehe "copelia" oder wie das ding heißt). tipp: am land einfach dollar in pesos wechseln und damit günstiger einkaufen!! trinidad und vinales unbedingt besuchen!!!

HenC
 
03
27.4.2010, 13:41
Ja schon, aber hast du dir schon mal Gedanken gemacht...

... dass der Peso Convertible nichts anderes als der Ersatz für den USD ist, der bis zu dessem verbot genauso gehandelt wurde?

... dass Tourismus in kommunistischen Ländern besonderen Herausforderungen ausgesetzt ist alleine weil unterschiedliche Welten aufeinander treffen?

... dass die Einheimischen-Busse eben für die Einheimischen mit minimalem einheimischen Einkommen sind?

brand
00
28.4.2010, 12:12

3) Wie gesagt, ich hab' nix dagegen, dass Touristen mehr zahlen als Einheimische - aber die Trennung per Gesetz finde ich alles andere als sympathisch!
Nur als Beispiel: Bin in Habana Vedado durch den Parque Coppelia gegangen. Der Park ist bekannt für seine Eisstände. Ich hatte nicht vor ein Eis zu essen, es war einfach eine Abkürzung für mich - doch alleine die Tatsache, dass ich in dem Park richtung Eisstände für Einheimische ging, liess einen Polizisten mich darauf aufmerksam machen, dass es mir nicht erlaubt sei zu diesen Eisständen zu gehen - die Eisstände für Touristen sind dort hinten.
Ich weis, das ist eine Kleinigkeit - aber viele solcher Kleinigkeiten machen dann das Gesamtbild von Kuba aus.

brand
00
28.4.2010, 12:04

Du kannst dir sicher sein, dass ich mir doch auch den einen oder anderen Gedanken gemacht habe ;-)

1) Dass der Convertible nur ein Ersatz für den USD ist, ist schon klar - das ist ja auch grundsätzlich ok. Auch ist es OK, wenn Touristen mehr zahlen als Einheimische (ist ja auch bei uns so)
In Kuba ist das allerdings übertrieben! Bei weitem!

2) Nicht die unterschiedlichen Welten sind das Problem, sondern, dass Kuba in jeglichem Vergleich mit den anderen Welten schlecht abschneidet. Und sich die Leute dann vielleicht fragen: warum gibt's zu wenig zu essen, und zig km² guter Boden wird nicht bebaut. Oder: warum kriegt man Eier nur über den Schwarzmarkt? (war 2008 so)

kurai
10
27.4.2010, 13:29

schon schlimm wenn die vorgebliche superiorität als westlicher tourist dann doch nicht so wahrgenommen wird wie erhofft.

touristInnen sind auch nur migrantInnen ;)

brand
00
27.4.2010, 14:09

welche "vorgebliche superiorität" meinen sie?

Da sie mich nicht kennen, muss ich annehmen, sie schließen von sich auf mich.

Dann darf ich ihnen mitteilen: ich bin - anders als offensichtlich sie - kein arroganter Gringo ;-)

Señor Mascarenas
00
27.4.2010, 12:57
Der Kommunismus holt die übelsten Eigenschaften aus den Menschen heraus!

Wie jede andere Diktatur auch.

LCMSMS2
00
27.4.2010, 06:23
Und die Favelas erst! Und Touristenmorde!

brand
00
27.4.2010, 08:37

Oje - Favelas in Kuba?

Was treibt dich dazu, deine Unwissenheit in einem Posting zu outen?

rough_rider
00
27.4.2010, 11:36

das hat er sarkastisch gemeint...
dennoch verstehe ich ihre negativbewertungen nicht. wenn sie diese erfahrungen gemacht haben, warum sollten sie etwas falsches schreiben?

danke jedenfalls für den kurzbericht ;-)

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