Vereint zu virtuellen Kraftwerken können auch Photozellen auf unseren Hausdächern, Windräder oder kleine Wasserkraftwerke im großen Stromgeschäft mitspielen und erneuerbare Energie einbringen
Immer mehr neue Anbieter drängen in die Stromnetze und sind mit meist erneuerbaren Energiequellen auch gefragt. Die Strukturen der Netze sind darauf allerdings nicht eingestellt. Eine Möglichkeit, die Herausforderungen zu bewältigen und den Strom der Kleinanbieter professionell zu vermarkten sind virtuelle Kraftwerke. Mehrer Kleinanlagen werden zusammengeschaltet und von einer zentralen Leitwarte aus gesteuert. In Frage kommen Windenergieanlagen, Blockheizkraftwerke, Photovoltaikanlagen, Kleinwasserkraftwerke und Biogasanlagen. Als zentrale Steuerung eignet sich das Energiemanagementsystem DEMS von Siemens. Es hat den aktuellen Zustand der Anlagen im Blick, weiß also, welche Kraftwerke zurzeit Grund- und welche Spitzenlast fahren und wie viel Strom sie gerade produzieren.
Genau nach Fahrplan
Aus den Statusinformationen der Anlagen und den Marktprognosen leitet das Programm eine Prognose ab, die auch die am nächsten Tag zu erwartende Preissituation und die verfügbare Gesamtleistung berücksichtigt. Sogar Wetterdaten fließen in das Energiemanagementsystem ein, damit eine Vorhersage über die verfügbare Leistung für Energieträger mit schwankender Verfügbarkeit wie Wind oder Sonne erstellt werden kann. Berücksichtigt werden nicht nur die Stromlieferanten sondern auch Verträge oder die Kapazität vorhandener Stromspeicher. Die Modellierung funktioniert so gut, dass die Fahrpläne von den Anlagen genau so eingehalten werden können, wie das System sie vorgibt. So schafft man es, dass die Summe der einfließenden und ausfließenden Leistung Null ist und das Stromnetz ausbalanciert bleibt.