Avatare als Versuchskaninchen

31. März 2010, 18:00
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    foto: siemens

    In ein paar Jahren will man das menschliche Herz am Rechner modellieren können, komplett mit Morphologie, Dynamik, Elektromechanik, Gewebe und Ionenkanälen.

Auch die menschliche Biologie lässt sich virtuell nachbauen - In Zukunft wird vielleicht ein elektronischer Avatar für uns die Wirkung von Medikamenten testen

Nicht nur Autos oder Gebäude werden vor Produktion oder Bau immer genauer simuliert. Auch die menschliche Biologie lässt sich virtuell nachbauen. In Zukunft, wenn wir ein noch tieferes Wissen in der Biologie erreicht haben, sollte der menschliche Körper bis auf Zellebene am Computer modelliert werden können. Vielleicht ist es dann auch möglich ein genetisch korrektes Modell eines Menschen herzustellen, so wie heute schon ein molekulares bei Materialien. Bei Siemens ist dieser Prozess bereits im Gang. In ein paar Jahren will man das menschliche Herz am Rechner modellieren können, komplett mit Morphologie, Dynamik, Elektromechanik, Gewebe und Ionenkanälen. Wichtig dabei ist, dass die Informationen personalisiert werden können, wenn die Makro-, Mikro- und Nano-Ebenen des Wissens kombiniert werden.

Geduldige Kopien

Künftig könnte eine elektronische Patientenakte ein aktuelles, wenn auch sehr vereinfachtes, funktionelles Modell der Organe des Patienten enthalten. Möchten Sie wissen, wie eine bestimmte Wirkstoffkombination die Behandlung Ihrer Herzrhythmusstörung beeinflusst? Testen Sie es zuerst an Ihrem Avatar - und nicht an sich selbst. Auch für die medizinische Ausbildung werden sich Avatare gerne und geduldig zur Verfügung stellen. Besonders wichtig ist das Training für jene chirurgischen Notfälle, die nur in sehr wenigen Fällen eintreten. Dann aber muss wirklich jeder Handgriff sitzen. Genau solche Notfälle kann man perfekt in der virtuellen Welt durchspielen. Man braucht nur ein paar willige Avatare für die Rolle der Patienten.

 

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