Interesse an E-Fahrrädern steigt wegen der Förderungen

7. März 2010, 17:17
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Wien fördert mit maximal 300 Euro den Neukauf eines E-Fahrrades, und die Förderung hat schon Auswirkungen auf den Markt

Plötzlich schreien sie alle nach Elektro-Antrieben. Bei der Autoshow in Genf gibt es kaum einen Hersteller, der sich ohne ein Elektrokonzept anzureisen traute. Wirklich massentauglich serienreif ist der Elektro-Antrieb bis jetzt nur bei Fahrrädern. Gut, heuer kommen mit dem Mitsubishi iMiEV und dem baugleichen Peugeot iON die ersten seriengefertigten E-Autos in den Handel. Und seit Kurzem kann man auch abseits der Quantya-Parks mit den Elektro-Motorrädern fahren, weil es für die nun eine Straßenzulassung gibt. Und ein paar Elektro-Mopeds kennt man aus den Prospekten und Schaufenstern. Aber auf der Straße sieht man fast nur Fahrräder, die einen Elektromotor haben.

Diese Entwicklung gefällt den Stadtvätern und den Landesvertretern natürlich besonders. Keine Emissionen, kein Lärm, kein Schmutz, wenig Platzbedarf, sowohl beim Fahren als erst recht beim Parken. Eh gleich wie bei Fahrrädern, nur dass man nun nicht mehr unbedingt so sportlich sein muss, damit man den Puls für ein paar Minuten unter 200 Schlägen in der Minute halten kann, auch wenn es nicht gerade bei Rückenwind bergab geht.

1000 Mal maximal 300 Euro
Die Stadt Wien fördert den Kauf von Elektro-Fahrrädern, -Mopeds und -Motorrädern derzeit damit, dass sie 30 Prozent des Kaufpreises, maximal 300 Euro zuschießt. Gefördert werden nur Neufahrzeuge - keine Selbstbau-Versuche und keine übertragenen Räder. Die Förderung geht bis Ende des Jahres, beziehungsweise bis der 1000. Antrag positiv abgeschlossen ist. Aber kommt man mit 1000 Förderungen bis zum Jahresende?

Derzeit sind nach Auskunft der Wiener Umweltschutzabteilung, der MA 22, hundert Anträge eingelangt. Und auch die Käufer von Elektro-Fahrzeugen tendieren anscheinend stark in Richtung Fahrrad: "Alle Anträge betreffen derzeit Fahrräder mit Elektro-Unterstützung. Mopeds und Motorräder wurden nicht eingereicht." Trotzdem liegt nahe, dass man mit den 1000 Förderungen schon weit vor Ende Dezember durch sein wird. "Die Saison für den Fahrradkauf kommt erst", ist man bei der MA 22 überzeugt und stolz darüber, dass die Aktion so gut angenommen wird. Was passiert, wenn die rund 300.000 Euro ausbezahlt sind, hat man sich noch nicht im Detail überlegt, schließt aber auch nicht aus, dass danach noch einmal eine ähnliche Unterstützung kommen könnte.

Das sagt der Fachhandel
Im "Citybiker" im 7. Bezirk in Wien interessieren sich immer mehr Leute für Elektro-Fahrräder. „Die Leute wissen, dass es die Förderung gibt und planen jetzt einen Neukauf, erkundigen sich und vergleichen. Vor allem in den letzten beiden Wochen merken wir, dass das Interesse an Elektro-Fahrrädern deutlich gestiegen ist." Deutlich mehr von den Rädern hat man aber noch nicht verkauft, was sich aber schnell ändern wird, sagt man im Citybiker, wenn erst einmal die Saison losgeht.

"Die Förderung ist eine gute Sache, ja natürlich", denkt man sich nicht nur im Citybiker. Auch Diskounter springen jetzt auf den E-Zug auf und stellen Fahrräder mit Elektro-Unterstützung zwischen Wursttheke und Babywindeln. Das schmeckt dem Fachhandel natürlich nicht. "Der positive Effekt auf die Umwelt darf dann schon hinterfragt werden, wenn billige Diskounter-Räder gefördert werden, die vielleicht gerade einmal zwei Jahre halten und an denen das teuerste der Akku ist." (Guido Gluschitsch)

  • Wien, wie auch andere Länder, fördern den Kauf von Elektro-Zweirädern. Am besten verkaufen sich natürlich Fahrräder.
    foto: werk

    Wien, wie auch andere Länder, fördern den Kauf von Elektro-Zweirädern. Am besten verkaufen sich natürlich Fahrräder.

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