"3" wirft VKI "schlampigen" Test vor

30. März 2010, 10:44
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Test des Vereins für Konsumenteninformation schlägt hohe Wellen

Laut einem Test des Vereins für Konsumenteninformation, halten die Mobilfunkanbieter ihre Werbeversprechen kaum. Unerwartet langsame Geschwindigkeiten, Verbindungsabbrüche und hohe Kosten beim Überschreiten des Downloadlimits prägen die Testergebnisse von zehn überprüften mobilen Breitband-Angeboten - der WeStandard berichtete.

Bei keiner einzigen Messung erreichten die Internetzugänge die in Aussicht gestellte Geschwindigkeit

Der VKI hat die Werbeversprechen wie "ohne Datenbremse" oder "viel downloaden, wenig zahlen" mit den tatsächlichen Downloadgeschwindigkeiten verglichen. Das Ergebnis: Bei keiner einzigen Messung erreichten die mobilen Internetzugänge die in Aussicht gestellte Geschwindigkeit bei Down- und Uploads. Der Testsieger schaffte es im besten Fall gerade einmal auf 80 Prozent des Versprechens. 

"Die Methodik ist schlampig"

Der Netzbetreiber "3" übt Kritik am VKI. "Von einem seriösen Vergleich kann keine Rede sein. Die Methodik ist schlampig", so Firmenchef Berthold Thoma. „Nur rund 200 Download-Messungen an lediglich vier Standorten alle innerhalb Wiens", sind für Thoma nicht ausreichend um einen aussagekräftigen Test durchzuführen.

Hardware


Zusätzlich übt er Kritik an der verwendeten Hardware. „Die Tester nutzen in ihren Versuchsreihen vollkommen unterschiedliche Endgeräte". Kamen bei manchen Betreibern HSUPA-Modems zum Einsatz, wurde bei anderen mit günstigen UMTS-Geräten getestet. „Das ist der sprichwörtliche Vergleich von Äpfel und Birnen - ein seriöses Urteil über die Leistungsfähigkeit von Netzen kann man so jedenfalls nicht bilden", so Thoma.

Ersatz für einen Festnetzanschluss

 Auch die Schlussfolgerung des Test, wonach mobiles Breitband-Internet kein Ersatz für einen Festnetzanschluss wäre, stellt für Thoma eine unangemessene Verallgemeinerung dar. "Ob ein mobiles Produkt zufriedenstellende Ergebnisse liefert, hängt von den individuellen Bedürfnissen der Kunden ab. Das primäre Kundenbedürfnis eines Mobilfunkdatenkunden ist es, mobil zu sein. D.h. Emails zu lesen und zu versenden, im Internet zu surfen und das von unterwegs und ohne seinen Laptop an die Leine legen zu müssen. Für Nutzer, die ständig sehr große Datenmengen down- oder uploaden, mag die obige Schlussfolgerung stimmen". (sum)

 

  • "3"-Chef Berthold Thoma

    "3"-Chef Berthold Thoma

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