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Karl Lagerfeld schlafe nicht gern mit Menschen, die er wirklich liebe.
Lassen Sie uns heute über Herrn Lagerfeld sprechen. Genauer: über Herrn Lagerfelds Einstellung zu sexuellen Dingen. Anlass ist ein Gespräch, welches der Filmemacher Bruce LaBruce mit dem Unverwüstlichen für das wunderbare Vice-Magazin geführt hat. Darin geht es um Fragen, die man als Journalist leider eher selten stellt. Fragen nach der Befindlichkeit des Unterleibs oder des Überbaus von Pornografie.
Zu beidem hat Lagerfeld Originelles zu sagen: Er schlafe, behauptet der Modemacher, nicht gern mit Menschen, die er wirklich liebe. Die sexuelle Anziehung sei nicht von Dauer, die Zuneigung aber sehr wohl. Er ziehe "hochklassige Escorts" vor. Vielleicht, darf man mutmaßen, kommt daher seine Bewunderung für Pornodarsteller.
Womit wir beim zweiten Punkt wären. Er glaube nämlich, sagt Lagerfeld, dass es sehr viel schwieriger wäre in einem Porno mitzuspielen, als als Schauspieler irgendeine Emotion zu zeigen. Die Menschheit sei auf Pornografie angewiesen. Ohne Pornos, sagt er, gäbe es sehr viel mehr Kriminalität. Ob Lagerfeld damit Recht hat, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden.
Auf jeden Fall ist Herrn Lagerfeld zu seinen Aussagen zu gratulieren. Mit ihnen räumt der Modemacher mit dem weit verbreiteten Gerücht auf, dass ihn sexuelle Dinge nicht mehr interessieren. Für viele Jahre hat sich der 71- bzw. 76-Jährige (das letzte Wort über sein Alter ist noch nicht gesprochen) zum asexuellen Wesen stilisiert - und sich nebenbei mit den schönsten Männern umgeben. Dank Vice-Magazin wissen wir jetzt: Auch Lagerfeld hat was in den Röhrenjeans. Vielleicht sitzen sie ja deswegen so gut. (hil, derStandard.at, 29.03.2010)
Das Lagerfeld-Bruce LaBruce-Gespräch findet sich auf www.viceland.com
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