Wie Kärntner Hypo-Banker Klumpenrisiken übersahen

29. März 2010, 18:13

Brisante Prüfberichte sollen laut Ex-Bankern vernichtet worden sein - Tourismusprojekte hatten Haken

Wien - Stimmen die Erinnerungen ehemaliger Banker der Hypo Group Alpe Adria, ist es ebendort ziemlich unorthodox zugegangen. Als Zeuge in der Causa Hypo Kärnten erzählte etwa ein Ex-Manager, er habe bei seinem Abgang Unterlagen "in einem Panzerschrank im Büro deponiert, die nach meinen Informationen ... über Auftrag des Vorstandes vernichtet wurden" .

Dem Chef der kroatischen Hypo-Tochter (später: Brauereibesitzer) habe man etwa erklären müssen, dass "er gewisse Personenkreise - gerüchteweise Mitglied der Drogenmafia - meiden und sich in gewissen Bars nicht benehmen sollte wie ein ausgeflippter Student. Es gehe nicht, dass er sich von einem Großkunden auf eine Riesenyacht auf eine Urlaubswoche einladen lässt."

Nachdem es Gerüchte über Ungereimtheiten gegeben habe, wurden im Herbst 2004 Detektive eingeschaltet. Der Sicherheitschef der Hypo sei beauftragt worden, "einen kompetenten Mann aus dem Sicherheitsbereich" in die kroatische Bank als Mitarbeiter einzuschleusen. "Aus optischenGründen" hätten die Manager vor Ort dessen Anstellung aber abgelehnt. Also sei der Aufklärer bei der Grawe-Tochter vor Ort angestellt worden, habe seine Tätigkeit von dort aus entfaltet. Seine "Prüfberichte" hätten gezeigt, dass "immer noch Kontakte zu den nicht gewollten Kreisen da waren" . Die Berichte seien in den Schränken der Bank gewesen, "ich glaube, sie wurden vernichtet". Freilich hätten die Informationen geholfen, "bisher verdeckte Unternehmensgruppierungen zu lokalisieren" .

Was damit gemeint ist: Stimmen diverse Aussagen, so wussten die Bankchefs in Kärnten nicht, wie viele Kredite über Stiftungen, Anstalten und Gesellschaften bei ein- und demselben Kunden landeten und, banktechnisch, als Klumperisiko zu behandeln gewesen wären. Bei einem Kunden habe man "plötzlich ein Klumpenrisiko von rund 100 Mio. Euro gehabt" . Auch bei Krediten an den kroatischen Ex-General und Vizeverteidigungsminister Vladimir Zagorec dürfte das, wie berichtet, so gewesen sein. Klumpenrisiko: 136 Mio. Euro.

Finanziert hatten die Kärntner Zagorec dem Vernehmen nach etliche Immokäufe in Wien, darunter den Börseplatz 1, das einstige und heute denkmalgeschützte k.k.Telegrafenamt, oder das einstige Kinderheim auf der Hohen Warte.

Überraschungen brachten auch späte Fact-Finding-Missions zu kroatischen Tourismusprojekten:Bei einem habe man eine "prächtige Villa mit luxuriöser Einrichtung vorgefunden" , der Grund rundherum: ein "ein Meter breiter Streifen, um um das Gebäude herumgehen zu können. Es stellte sich mir die Frage, wer so etwas kauft" , sagte ein Involvierter aus. Die Antwort, die er bekommen haben soll: "Es gibt sicher Russen, ... die Interesse an solchen Projekten haben." (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.03.2010)

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mitchfizzl
00
30.3.2010, 19:43

also wer diese gschichte glaubt ist selber schuld...ehrlich!

Gegenflieger
00
30.3.2010, 16:50
Kroaten Bashing.

Jetzt schiebt man die schuld auf andere.

Lego12
02
30.3.2010, 14:33
mocht jo ollas nix

der steuerzahler zahlts ja eh mit seinem dicken börsal...

schade dass man den "verantwortlichen" nicht ihr hab und gut wegpfänden kann, um die schulden damit zu tilgen...

Curd Hombre
00
30.3.2010, 14:27
Vorsicht - sonst wird dieser Bericht auch gesperrt...

...sowie die Newsausgabe

DPfand
10
30.3.2010, 13:53
Klammheimlich

hätte Proell den Kauf der HGAA an die Bayern rückgängig machen müssen. Das Desaster wird so jetzt noch größer, langwieriger und teurer!
:-))

Roter Baron
00
30.3.2010, 13:21
stärkere brillen machen alles wieder gut

damit können sie auch die bonus-zahlungen wieder sehen....


roter baron

Der Ursprung
01
30.3.2010, 11:14
Es zeigt sich wieder einmal, dass so kleine Pfurzbanken

nicht im Stande ist das Risiko richtig zu gewichten, wie es eben Basel II verlangt, wozu kauft dann der österr. Staat so einen Sauhaufen...?

Roter Baron
00
30.3.2010, 14:25

weil die alternative zusperren heißt
nein nicht wegen der arbeitsplätze
da wär arbeitslosengeld billiger
bei der hypo haben viele unternehmen kredite
das ist das wirkliche problem.


roter baron

grad ischach
03
30.3.2010, 11:12
Egal wie riskant oder kriminell ein

Geschäft war - es musste durchgezogen werden, um über die in jedem Fall üppig fließenden Provisionen ein Stück vom Kuchen abzweigen zu können und das ganze dann als Parteispenden von "anonymen Sponsoren" verbuchen zu können.

El Rick
16
30.3.2010, 10:46

Einmal mehr freue ich mich, dass unser Herr Finanzminister diese Pracht-Bank in einer Nacht und Nebel Aktion für viele Milliarden Euronen gekauft hat.

Vielen Dank, Herr Pröll. So wie es aussieht, dürfen wir auch in den kommenden Jahren noch viele weitere Milliarden einzahlen. Und das alles weil wohl der größte Politskandal des Landes damit vertuscht wird.

Zivilgeselle
014
30.3.2010, 10:40
korruptes Akten vernichten

Akten vernichten führt in Amerika zur Verurteilung gemäß dem schwersten "vertuschten" Verdacht.

Bei einer verweigerte Alkoholkontrolle gilt dieser Grundsatz auch in Österreich.

Akten vernichten, schwärzen oder einfach verweigern ist für österreichische Politiker und Banker hingegen zum "Volksverblödungssport" verkommen.

Wer will schon sich und seine Netzwerke auf Korruption, Geldwäsche und Selbstbedienung untersuchen lassen .......

Diese "Vorgänge" kontrollieren nur "vertrauliche" Behörden - "streng vertrauliche" Politbehörden.

Für diese Politkontrollore gehört politisches und/oder korruptes Aktenvernichten zum Alltagsgeschäft und ist eine existenzielle Karrierefrage.

Franz Rieser der Phaeton von 1987
00
30.3.2010, 10:29
Wie bitte?

Zitat: "...bei seinem Abgang Unterlagen in einem Panzerschrank im Büro deponiert..."

Ein Banker verlässt die Firma und hinterlässt offensichtlich belastendes Material über die Bank IN DIESER Bank?

Und diese Unterlagen sind nicht mehr auffindbar? Kann doch gar nicht sein!

Ein gewifter Schachzug! Respekt!

Bergdolm
01
30.3.2010, 10:26
Statt diese Verbrecher einzusperren

bläst man ihnen noch Millionen in den Arsxh.

Die Regierungstölpeln Faymann, Pröll, Bandion-Ortner u. Co. lächeln, und der "Rechtsstaat" zuckt nur mit den Schultern.

Und damit ich's nicht vergesse: Der Steuerzahler löhnt's!

MartinB
00
30.3.2010, 10:04

Und das Humprisiko oder Dumprisiko

wasweißich?
110
30.3.2010, 09:03
mir geht der Jörgl so ab

ich würde gerne seine Ausreden hören

Der Ursprung
00
30.3.2010, 11:10

vermutlich hätte der Jörgl wieder auf einen alten Trick zurückgegriffen. Einfach Taferln in die Höhe zeigen, oder Taferln verschieben... dafür wär' er sogar bis Kroatien gewandert...und hätt den Leuten in Österreich eingeredet, das ist sein persönlicher Jakobs-Weg

fyi1
00
30.3.2010, 08:09
Jetzt kommt das Kroaten-bashing ....

Das war vorauszusehen und wird sehr gezielt eingesetzt. Die Guten hatten einen Jet und liessen sich vieles kosten - ohne es zu verdienen . Wenn es stimmt , dass Kredite angetragen wurden , so ist der Begriff fahrlässig schon anzuwenden . Vielleicht musst man ja eine Banktätigkeit vortäuschen , bei so viel politischer charity ????

Most Schedl
25
30.3.2010, 03:40
GRAWE ist mitschuld

'wir haben nix gewusst'

Mal GRAWE und Kulterer genauer unter die Lupe nehmen. Immerhin, Vorstand und Aufsichtsrat, also die wichtigsten Personen....

'nix gewusst' - also fahrlaessig. Schadenersatz einklagen, was sonst.

net scout
114
30.3.2010, 01:15
klumpenrisiko entsteht, wenn bauern plötzlich zu bankern und politikern werden

natoll
02
30.3.2010, 08:59

oder gar zu vizekanzlern.

tt7
00
31.3.2010, 11:33
das doppelt blöde

ein Wohnungsbeamter ist dafür Kanzler. Ein tödliches Duo.

Der Große von Gegenüber
03
30.3.2010, 06:43

ein richtiges Klumpert ...

shaki1
01
30.3.2010, 01:22


...und Bankdirektoren zu Großbauern.

Und jedem seine eigene Busspur
017
29.3.2010, 21:53
Druckfehler!

Es sollte eigentlich heissen "Lumpenrisken" .....

Herr Schnellsch
00
30.3.2010, 09:49

Naja, es waren eher Hump oder Dumprisken aber auf keinen Fall waren es Lumprisken ..

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