Vulkanologe erinnert an den großen Marsili im Tyrrhenischen Meer
Rom - Mit Vesuv, Ätna, Stromboli und nicht zuletzt dem namensgebenden Vulcano auf der nach ihm benannten Insel hat Italien eine Reihe prominenter - und aktiver - Vulkane vorzuweisen. Berühmt ist auch die als Phlegräische Felder bezeichnete Caldera nahe Neapel. Neben soviel Prominenz ist ein anderer Vulkan vergleichsweise unbekannt, auf dessen Gefahrenpotenzial nun Enzo Boschi, Präsident des italienischen Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie, hinwies.
Dabei handelt es sich um den auf halbem Weg zwischen Sizilien und Kampanien gelegenen Marsili, den mit einer Fläche von 70 mal 30 Kilometern größten Unterwasservulkan Europas. Er ist rund 3.000 Meter hoch, seine Kraterspitze befindet sich etwa 450 Meter unter dem Meeresspiegel. Die große Magma-Menge in dem Unterwasser-Vulkan und dessen instabile
Struktur deuteten darauf hin, "dass der Vulkan aktiv ist und jederzeit
ausbrechen könnte", sagte Boschi gegenüber dem "Corriere della Sera".
Ein Bruch der Vulkanwände würde den "schnellen Einsturz einer großen
Menge Materials" verursachen. Dadurch würden Tsunamis ausgelöst,
die die Küsten von Kampanien, Kalabrien und Sizilien erreichen würden.
"Das könnte schon morgen passieren", wies Boschi auf ein Faktum hin, das in der breiten Öffentlichkeit wenig verankert sein mag, Wissenschaft und Politik aber schon lange bekannt ist. Der Marsili steht daher unter laufender seismografischer Überwachung. (APA/red)