Italien

Tsunami-Gefahr durch Unterwasservulkan

29. März 2010, 17:05

Vulkanologe erinnert an den großen Marsili im Tyrrhenischen Meer

Rom - Mit Vesuv, Ätna, Stromboli und nicht zuletzt dem namensgebenden Vulcano auf der nach ihm benannten Insel hat Italien eine Reihe prominenter - und aktiver - Vulkane vorzuweisen. Berühmt ist auch die als Phlegräische Felder bezeichnete Caldera nahe Neapel. Neben soviel Prominenz ist ein anderer Vulkan vergleichsweise unbekannt, auf dessen Gefahrenpotenzial nun Enzo Boschi, Präsident des italienischen Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie, hinwies.

Dabei handelt es sich um den auf halbem Weg zwischen Sizilien und Kampanien gelegenen Marsili, den mit einer Fläche von 70 mal 30 Kilometern größten Unterwasservulkan Europas. Er ist rund 3.000 Meter hoch, seine Kraterspitze befindet sich etwa 450 Meter unter dem Meeresspiegel. Die große Magma-Menge in dem Unterwasser-Vulkan und dessen instabile Struktur deuteten darauf hin, "dass der Vulkan aktiv ist und jederzeit ausbrechen könnte", sagte Boschi gegenüber dem "Corriere della Sera".

Ein Bruch der Vulkanwände würde den "schnellen Einsturz einer großen Menge Materials" verursachen. Dadurch würden Tsunamis ausgelöst, die die Küsten von Kampanien, Kalabrien und Sizilien erreichen würden. "Das könnte schon morgen passieren", wies Boschi auf ein Faktum hin, das in der breiten Öffentlichkeit wenig verankert sein mag, Wissenschaft und Politik aber schon lange bekannt ist. Der Marsili steht daher unter laufender seismografischer Überwachung. (APA/red)

Emiliano Zapata
 
00
30.3.2010, 01:11
es kann morgen passieren

und auch in 100 jahren. was will uns signore boschi damit sagen? bei der lage haben die betroffenen küstenregionen wohl eh kaum vorwarnzeit (1-2 minuten, wenn überhaupt) - und man kann ja nicht prophylaktisch alle menschen in "sichere" gebiete umsiedeln.
auch der vesuv könnte jederzeit so verheerend ausbrechen, wie anno 79 - und trotzdem geht bis dahin das leben in der millionenmetropole neapel weiter.

meineMeinung1969
00
Signore Boschi ...

... will sich damit in Erinnerung rufen und sein Gehalt rechtfertigen.

mM

uinsel
05
30.3.2010, 09:25

er will damit sagen, dass - wenn das meer sich stark zurückzieht - man nicht nachschauen gehen soll wo es hin ist, sondern besser abhaut.

oder, dass massive bauarbeiten auf das mittelmeer zukommen.

Emiliano Zapata
 
01
30.3.2010, 15:50
bei der entfernung ist es viel zu spät, wenn das meer sich zurückzieht

tsunamis breiten sich ja mit unheimlicher geschwindigkeit aus und er würde die betroffenen küsten in kürzester zeit erreichen. da hast praktisch keine vorwarnzeit!
die einzige konsequenz kann höchstens in der raumordnung liegen, indem man wahrscheinlich betroffene küstenabschnitte nicht als bauland freigibt. wobei das in süditalien ja sowieso jedem egal ist...

Anu
 
00

Grob geschätzt eine halbe Stunde bis Neapel. Die Geschwindigkeit hängt von der Wassertiefe ab, 500 kmh bei 2000 m, 160 kmh bei 200 m.

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