29.03.2010

"Die Stadt hat uns ignoriert"

Maria Sterkl, 30. März 2010 10:09
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    Der "Wagenplatz Treibstoff" lud zur Pressekonferenz

Wagenplatz "Treibstoff" musste Winterquartier räumen - Kein endgültiger Standort in Sicht

Wo letzte Woche noch Liedermacher aus Berlin auf der Bühne standen, Partys geschmissen und Festbuffets gekocht wurden, ist von Feierstimmung keine Spur mehr: Nach sechs Monaten musste der "Wagenplatz Treibstoff" seinen Platz in der Ausstellungsstraße 42 verlassen. Vorerst haben sich die rund 25 BewohnerInnen auf einer Fläche zwischen Prater und Trabrennbahn Krieau niedergelassen, das laut eigenen Angaben der Stadt Wien gehört. Dennoch breitet sich Sorge aus, "dass sich das Szenario vom letzten Sommer wiederholt", wie es Bauwagen-Besitzerin Alexandra formuliert.

Der letzte Sommer war geprägt von mehreren erzwungenen Umzügen und ergebnislosen Verhandlungen mit der Stadt Wien. Erst Mitte Oktober erklärte sich die LSE, eine Tochter der Wien Holding, gegen 1000 Euro Monatsmiete zu einer sechsmonatigen Zwischennutzung des ehemaligen Tennisplatzes in der Ausstellungsstraße bereit. Nun soll auf dem Areal ein Bürokomplex gebaut werden.

"Jede Menge Freiflächen"

Die Standortsuche geht nun weiter - an mangelnden Alternativen scheitere es nicht, ist Bewohner Valentin überzeugt: "Es gibt jede Menge Freiflächen in Wien." Es fehle an politischem Willen. Weder das Bürgermeisterbüro, noch die Stadträte für Wohnbau und Kultur hätten Gesprächsersuchen erwidert. "Die Stadtverwaltung hat uns komplett ignoriert."

Im Büro des Wohnbaustadtrats Michael Ludwig verweist man indes auf mangelnde Initiative der BewohnerInnen: "Wenn sie so wohnen wollen, dann sollen sie Vorschläge machen", sagt Ludwig-Sprecher Hanno Csisinko im Gespräch mit derStandard.at. Ihm seien jedenfalls keine Flächen in Wien bekannt, die für einen Wagenplatz in Frage kämen.

"Die Stadt Wien bekennt sich nicht dazu, dass es Wagenplätze braucht", bemängeln die Treibstoff-BewohnerInnen. "Richtig, wir bekennen uns nicht dazu", sagt Csisinko. "Das liegt auch nicht in unserem Aufgabenbereich". Sollte die Gruppe aber einen passenden Standort finden, "dann werden wir immer offen für Lösungen sein." Ein solcher Standort "ist mir aber nicht bekannt".

Solarpanele und Wasserkanister

Seit letztem Sommer habe sich der Bestand auf den beiden Wagenplätzen verdreifacht, sagt Bewohnerin Alexandra. Die Siedlungen leben weitgehend autark, beziehen Strom aus Solarpanelen und Wasser "aus Hähnen in der Umgebung". Wagenleben sei ihnen mehr als Selbstzweck, betont Valentin: Insgesamt hätten rund hundert Menschen den Platz für Workshops, Barbetrieb, Kunstveranstaltungen oder Plena genützt. Auch durchreisende WagenbewohnerInnen quartieren sich ein. "Wir wollen diese Stadt weiterentwickeln", verkündete das Kollektiv auf seiner Pressekonferenz am Montag.

Im Vorjahr waren Verhandlungen mit VertreterInnen der Stadt Wien nach einem überraschenden Rückzug von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig gescheitert. KritikerInnen werfen Ludwig vor, vor der Hetzpropaganda der Bezirks-FPÖ Donaustadt in die Knie gegangen zu sein. Ein Teil des ehemaligen Wagenplatzes in Simmering zog daraufhin auf eine Freifläche beim Hafen Freudenau, wo sie bislang geduldet wurden. Der andere Teil, der "Wagenplatz Treibstoff", wartet weiterhin auf eine endgültige Lösung.

"Keine Zeit" für Dauer-Umzug

Für einen Umzugs-Marathon wie im letzten Sommer fehle den BewohnerInnen die Zeit, meint Valentin: "Wir müssen schließlich arbeiten und studieren". Was tun, wenn sich wieder kein Platz finde? Sie sei optimistisch, dass die Stadtverwaltung Zugeständnisse mache, sagt Alexandra. Und wenn nicht, dann komme auch öffentlichkeitswirksamer Protest in Frage: "Der Heldenplatz ist groß." (derStandard.at, 29.3.2010)

 

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serialmum
10.04.2010 11:42

Sollen sie sich doch ein Grundstück oder noch besser eine Insel kaufen und glücklich werden.
Für die laufenden Kosten werden sich schon Sponsoren finden, die diese alternative Lebensform unterstützen und fördern wollen.
Dann wäre doch die Welt in Ordnung - aber worüber läßt sich dann noch jammern und mit billigem Aktionismus nerven?
Wer nicht will, der hat schon.

Nachtsonne
10.04.2010 14:44
die Gemeinde Wien hat bei der Hüttelbergstraße eben einen Baurecht auf rund 8900 m2 für 10000,- € ersteigert

wenn kein ensprechendes Überbot (ab 12.500,- ) eintrifft. Schätzwert zwecks Gerichtsverfahren war 20.000,-

Nachtsonne
10.04.2010 12:19

auf eigenen grundstück darf man auch nicht ohnre weiteres in wohnwagen hausen. nur weil man eigentümer ist darf nicht machen was will.

für wohnungsbauen gibt es förderungen, für wagenplatz kaum.

und wer sollte kaufen, einer, oder mehrere zusammen, oderverein oder genossenschaft gründen ; dann wäre aber die ganze verfestigt.

ad vocem
06.04.2010 18:06
Lustig ...

... dass genau Diejenigen, die am allermeisten selbstbestimmt und unkonventionell leben wollen, oft am hörbarsten nach Regulierung und öffentlicher Unterstützung rufen - ebenso wie die HausbesetzerInnen, die Raum für "selbstverwaltete Wohn- und Kulturprojekte" haben wollen.

Also: Wenn ihr so leben wollt, dann ist euch das ja unbenommen. Bloß müsst ihr dann halt auch die Konsequenzen tragen und fallweise umziehen, wenn man euch wo vertreibt - wurscht, ob das private Eigentümer oder die Stadt tut.

Das gehört eben zum Nomadentum dazu!

Für Gratis-Campingplätze hingegen besteht mE. in Wien KEINERLEI Bedarf!

Nachtsonne
10.04.2010 12:35
für gratisautobahnen somit auch auf gratisstrassen insb. gehwege auch nicht

wenn schon sie für autobahnbenützung zahlen müssen, dann ist wettbewerbsverhzerrend, wenn die fussgeherer und radfahrerer gratis kommen und gehen dürfen.

Nachtsonne
10.04.2010 12:20

für Gratisparkplätze auch nicht.

kit
04.04.2010 21:14

Wenn ich diese "Stadtnomaden" auch nur auf den Bildern sehe, kann ich sie schon riechen.

DreadCat
04.04.2011 20:54
und...

...ich weiß, ohne Sie zu kennen, daß Sie unsympathisch sind...

Blanc de Blancs
03.04.2010 22:37

Die Besitzer der Schrottkarren bei der Kfz-Prüfstelle vorladen und der Wagenplatzschmarrn hat sich in 2 Wochen erledigt.

nogods
01.04.2010 02:07
berlin ist schon einen schritt weiter

trotzdem super, dass sich auch in wien endlich wagenplätze etablieren:
http://www.taz.de/1/berlin/... /platz-da/

Nachtsonne
10.04.2010 12:23

¿werden in berlin mehr wagenplätze









geräumt?

jo, na, eh!
31.03.2010 20:53

Lasst euch die rechten Lästwanzen den Buckel runterrutschen... Gut daß es euch gibt - Österreich braucht euch!
Weit dringender als diese blaue Bande die sich selber in die Tasche lügen weil sie das mit dem sozialen Nationalismus aus dem Mund von unfähigen Polittransvestiten immer noch glauben.

ramazotti
31.03.2010 13:19

Hey, ich bin auch so ein cooler Hund, und bau mir so nen Bretterverschlag mit Rädern dran mitten im Burggarten auf.

Da sind total coole viele Grünflächen, und so. Das stört niemand.

Und die uncoole Stadt Wien soll mir gefällst nen gratis Wasser, Strom und Internet-Anschluss legen.

Schließlich ist das meine Art cool zu leben. Da kann ich mir schon ein bisserl mehr Unterstützun und Akzeptanz erwarten. Ur cool, bitte! Oder? Logo!

Nachtsonne
10.04.2010 12:31
wissen sie nicht dass viele gratis trinkbrunnen gibts

in der donau noch mehr gratis wasser vorhanden zwecks gratisbenützung für baden & schifffahren.

oder willst am liebsten auch das abdrehen?

Die dritte Seite der Medaille
31.03.2010 15:21

ach weh...
neidig?
die haben übrigens immer Miete gezahlt und haben das auch weiter vor.
Ich wage zu bezweifeln, dass du es dir leisten kannst, den Burggarten zu mieten.

Chien de Pique
03.04.2010 16:31

Er spendet lieber eine Summe seiner Wahl dem Tierschutzhaus.

Stolzer_Prolet
31.03.2010 15:37
1000 Euro/Monat für den ehemaligen Tennisplatz in der Ausstellungsstraße

Ihrer Meinung nach sicher ein vollkommen, marktkonformer Mietpreis.....

Die dritte Seite der Medaille
31.03.2010 15:47

ich kenn den Platz nicht, keine Ahnung, wie groß der ist, was an Infrastruktur vorhanden ist, wieviel Platz die Leute ungefähr brauchen.. wie die Nachbarschaft ausschaut..
aber für ein brachliegendes Grundstück klingts jetzt erstmal nicht billig, vA wenns nur so groß ist wie ein Tennisplatz.. und man jederzeit rausgeworfen werden kann: Oder wär sichergestellt, dass die da ein paar Jahre bleiben können?

So nackt sinds zu wenig Infos.

Stolzer_Prolet
31.03.2010 15:56
Dann hören Sie auf, soviel Unsinn zu posten

Der Preis ist viel zu billig und nur ein Entgegenkommen. Unfassbar in was für einer Welt manche Leute leben.......

»Pythagoras«
31.03.2010 16:15
alter schwede

richtpreis für grundstücksmieten liegt bei 3 % des kaufpreises per anno.

aus dieser formel wird es bestimmt keine umstände bereiten den grundstückswert, sowie -- durch kurze recherche in wiener immobilienbörsen -- die größe in m² zu bestimmen.

oooooooooh!

Bluestone
31.03.2010 12:32

Würde mich interessieren, ob die Wagenplatzbewohner die Betriebskosten und Miete auch beim Staat (nicht bei Fr. Bock) abarbeiten würden-Straßenkehren etc.

Ein paar dürften nach eigenen Angaben in keinem Dienstverhältnis stehen-damit wäre beiden Seiten geholfen.

Asy
31.03.2010 09:52
Ich habe mir jetzt auch einige Grünflächen in Wien angesehen

Im Stadtpark gefällt's mir besonders..... werde "mit meinem Zelt besetzen" und geringe Miete vom Häupl & Konsorten fordern..... und wenn ich das o.k. habe, baue ich mir ein Haus ;)

Irgendjemandinwien
31.03.2010 13:37

vorher schauns aber ob dort eh a wasserleitung ist die sie anzapfen können!

Die dritte Seite der Medaille
31.03.2010 13:36

joa.. wer nicht verstanden hat, der soll nicht mitreden, sondern zuerst einmal Infos sammeln.. die Postflut im standard wäre um 99% reduziert.
Wetten, sie haben weder den Artikel gelesen, noch einen davor, noch die Postings?

Aber egal, wer dumm sein will und auch noch stolz drauf ist, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

Asy
31.03.2010 14:42
Oha

Schon lange keinen Sex mehr gehabt.... oder ???

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