Ermittlungen gegen den Präsidenten Siziliens

29. März 2010, 13:21
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Lombardo weist Vorwürfe zurück

Rom - Die Staatsanwaltschaft der Stadt Catania hat Ermittlungen gegen den Präsidenten der Region Sizilien, Raffaele Lombardo, wegen mutmaßlicher Mafia-Verstrickungen eingeleitet. Lombardo und seinem Bruder Angelo werden Verbindungen zum Mafia-Boss Vincenzo Aiello vorgeworfen. Ermittlungen laufen auch gegen mehrere Lokalpolitiker. Alle werden beschuldigt, mit Wählerstimmen der Mafia in den Regionalrat gehievt worden zu sein.

Lombardo, der seit 2008 Sizilien regiert, wies die Vorwürfe als absurd zurück. "Ich kenne Aiello nicht und ich habe niemals Geschäfte mit der Mafia gemacht", versicherte der Politiker, Chef der Bewegung für die Autonomie (MPA). Lombardo, der eine Wahlallianz mit dem Mitte-Rechts-Block um Regierungschef Silvio Berlusconi eingegangen ist, hatte die Regionalwahlen 2008 mit einer überwältigenden Mehrheit von 60 Prozent der Stimmen gewonnen. Lombardo hatte sich gegen die Kandidatin der Mitte-Links-Formation Demokratische Partei, Anna Finocchiaro, durchgesetzt.

Finocchiaro hatte im Wahlkampf für eine tiefgreifende moralische Erneuerung in der regionalen Politik geworben, nachdem der bisher amtierende Regionalpräsident Salvatore Cuffaro wegen Mafia-Verstrickungen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war und das Handtuch werfen musste. Der Appell Finocchiaros ging ins Leere. Der Erfolg Lombardos übertraf die rosigsten Erwartungen Berlusconis. (APA)

  • Lombardo und Berlusconi.
    foto: euters/tony gentile

    Lombardo und Berlusconi.

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