System pumpt Luft in "Energy Bags" in einigen hundert Metern Tiefe, die bei Flaute Druckluftgeneratoren betreiben können
Nottingham - Forscher an der University of Nottingham haben ein System entwickelt, das einen Schwachpunkt der Windenergie - die von der Wetterlage abhängig wechselhafte Energieausbeute - umgehen helfen soll. Denn statt nur bei ausreichend Wind Strom zu produzieren, wird die Windenergie in diesem für Offshore-Anlagen konzipierten System mittels "Energy Bags" gespeichert. Die Technologie ist nach Angaben ihrer Entwickler besonders für Länder mit relativ tiefen küstennahen Gewässern geeignet.
Seamus Garvey, Professor an der Fakultät für Ingenieurswissenschaften
der University of Nottingham, startet diese
Woche mit Nimrod Energy ein Spin-off-Unternehmen, um die Technologie zu
vermarkten. Die Idee bei Garveys System ist, mit extrem großen Windturbinen mit Durchmessern von 230 Metern und mehr Luft in die unter Wasser verankerten Energy Bags zu pumpen. Damit können bei Bedarf Druckluftgeneratoren betrieben werden, um Strom zu erzeugen. Sinnvoll wäre Garvey zufolge, wenn sich die Beutel in etwa 500 Metern Tiefe befinden. Denn die Luft wird mit einem Druck gespeichert, der dem äußeren Wasserdruck entspricht, in diesem Fall also 50 bar. Erst dadurch wird das System wirklich attraktiv.
"50 Meter Tiefe würden nur fünf bar bedeuten, was aufgrund der geringen Energiedichte ökonomisch nicht sinnvoll wäre", erklärt Garvey. Energy Bags in Tiefen von mehr als 700 Metern wiederum seien aus Gründen der Wärmeentwicklung nicht optimal. Mit Beuteln in einigen hundert Metern Tiefe aber könnte seiner Ansicht nach Windenergie sehr kosteneffizient gespeichert werden, um unter 10.000 Pfund pro Megawattstunde. Das sei weniger als ein Fünftel der Kosten, die anfallen, wenn Wasser für Speicherkraftwerke gepumpt wird. Bereits jetzt laufen Test mit Maßstabmodellen der Wind-Beutel. Weitere Tests in Meerwasser mit finanzieller Unterstützung von E.ON International Research sollen dazu führen, dass bis Mai 2011 eine für die Anwendung bereite Energiespeicherlösung entsteht. (pte/red)