Lenzing investiert weiter

29. März 2010, 09:51
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Stammhaus in Oberösterreich und chinesisches Werk in Nanjing werden um insgesamt 78 Millionen Euro ausgebaut

Wien -  Die Lenzing AG will in den kommenden eineinhalb Jahren erhebliche Investitionen in Kapazitätserweiterungen und Umbauten tätigen. So werde am chinesischen Faserstandort Nanjing mit Investitionskosten von umgerechnet rund 55 Millionen Euro die Viscosefaserkapazität auf rund 140.000 Tonnen p.a. mehr als verdoppelt. Weiters werde am Standort Lenzing (Oberösterreich) um rund 23 Millionen Euro eine bestehende Faserproduktionsstraße schrittweise von Standard-Viscosequalitäten auf Modalfasern umgebaut.

Das im Dezember beschlossene Kapazitätserweiterungsprogramm über 120 Millionen Euro wird damit weiter aufgestockt. Nach dem Ausbau befindet sich die Hälfte der weltweiten Lenzing-Faserkapazitäten in Asien, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Neuer Standort in Indien geplant

Durch den Ausbau in China und die für Mai 2010 vorgesehene Vollinbetriebnahme sowie die anschließende Entlastung der vierten Linie der indonesischen Tochter PT. South Pacific Viscose (SPV) erhöhe sich die Produktionskapazität der Lenzing Gruppe in Asien auf rund 378.000 Tonnen pro Jahr. Durch das nunmehr beschlossene Investitionsprogramm steige die Lenzing-Faserkapazität bis zum Jahreswechsel 2011/2012 auf insgesamt rund 770.000 Tonnen jährlich. Ein neuer Viskosefaserstandort in Indien befinde sich zusätzlich in der Planungsphase.

"In den vergangenen Jahren hat sich der Export von Modalfasern von Lenzing aus in die gesamte Welt - insbesondere auch nach Asien - bestens bewährt. Mit diesem Projekt wird auch die Spezialitätenstrategie am Standort Lenzing weiterentwickelt und abgesichert", erklärt der verantwortliche Vorstand für das Fasergeschäft, Friedrich Weninger. Die Zellstoffintegration ermögliche eine optimale Kontrolle und Steuerung des für die Qualität entscheidenden Produktionsprozesses vom Buchenholz bis zur Faser. "Ebenso ist in Lenzing jahrzehntelanges Modalfaser-Produktions-Know-how vorhanden. Der Umbau kann vergleichsweise rasch und kostengünstig vorgenommen werden."

Rasch wachsende Nachfrage in Asien

"Wir setzen mit diesen Investitionen unseren bisherigen Wachstumskurs konsequent fort: Einerseits wird der Standort Lenzing als weltweit größter Cellulosefaser-Spezialitätenstandort weiter aufgewertet. Andererseits entsprechen wir durch die Kapazitätsverdoppelung in Nanjing der rasch wachsenden Nachfrage nach Standard-Cellulosefasern in Asien", so  Lenzing-Vorstandschef Peter Untersperger zu den jüngsten Entscheidungen.

Wie bereits berichtet, scheidet der langjährige Lenzing-Vorstandsdirektor Christian Reisinger, der zuletzt für Finanzen zuständig war, per 31. März aus dem Vorstand aus. Als sein Nachfolger tritt Thomas G. Winkler per 1. April sein Amt an. (red)

  • Das im Dezember beschlossene Kapazitätserweiterungsprogramm der Lenzing AG über 120 Millionen Euro wird weiter aufgestockt. (Foto: Lenzing AG/Markus Renner)
    foto: lenzing

    Das im Dezember beschlossene Kapazitätserweiterungsprogramm der Lenzing AG über 120 Millionen Euro wird weiter aufgestockt. (Foto: Lenzing AG/Markus Renner)

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