Feuerwehrmänner und ein Mitarbeiter des Innenministeriums am Ausgang der Lubyanka-Station.
Bislang bekennt sich niemand zu Anschlägen - Geheimdienst: Spur führt in den Nordkaukasus - Weitere Anschläge befürchtet - mit Video
Moskau - Zwei Selbstmordanschläge in der
Moskauer U-Bahn haben Russland bis ins
Mark erschüttert. Mitten
im Berufsverkehr sprengten sich zwei Frauen am Montag kurz
hintereinander in die Luft und rissen
mindestens 37 Menschen mit
in den Tod. Eine der Bomben ging in
unmittelbarer Nähe der
Geheimdienstzentrale hoch. Bei den schwersten Anschlägen in der
russischen Hauptstadt seit sechs Jahren wurden mehr als 60
Menschen verletzt. Ein Bekennerschreiben lag nicht vor, aber der
Geheimdienst erklärte umgehend, die Spur
der Täter führe in den
Nordkaukasus, wo die islamistische
Gewalt nicht abebbt.
Präsident Dmitri Medwedew drohte, kompromisslos den "Krieg gegen
den Terror" fortzusetzen.
Der
erste Sprengsatz zerriss kurz vor 8.00 Uhr einen voll
besetzen U-Bahn-Wagen an der Station
Lubjanka im Zentrum
Moskaus, nur wenige Meter entfernt vom Hauptquartier des
russischen Inlandsgeheimdienstes. Mindestens 23 Menschen starben. Überwachungskameras zeigten leblose Körper auf dem
Boden. Sanitäter beugten sich über die
Opfer. Schnell breitete
sich Panik aus, als die Überlebenden
versuchten, sich im dichten
Qualm einen Weg nach draußen zu bahnen.
Die zweite Explosion sorgte rund 40 Minuten
später in einem
wartenden Zug am Bahnhof Park Kulturi umweit des beliebten Gorki
Parks für Angst und Schrecken. "Ich war in der
Mitte der Bahn,
als ich plötzlich im ersten oder zweiten Wagen eine laute
Explosion hörte", berichtete ein Augenzeuge. "Ich habe die
Erschütterung in meinem ganzen Körper gespürt. Die
Menschen
haben höllisch geschrien. Nach etwa zwei Minuten war alles in
Rauch gehüllt." "An den Türen stolperten alle Menschen
übereinander", sagte ein anderer Zeuge. "Ich habe eine Frau mit
einem Kind auf dem Arm gesehen. Sie hat darum gefleht,
durchgelassen zu werden, aber es war unmöglich."
Nach Angaben
des Inlandsgeheimdienst-Chefs Alexander
Bortnikow waren die Bomben mit Schrauben
und Eisenteilchen
gefüllt. Die Anschläge offenbarten
Lücken im Sicherheitsapparat,
die nach vergleichbaren Taten nur
unzureichend geschlossen
worden waren. Aus Angst vor weiteren Anschlägen wurden die
Sicherheitsvorkehrungen etwa auf Flughäfen verstärkt.
In einer der betroffenen Stationen haben Sicherheitskräfte danach eine weitere scharfe
Sprengladung entdeckt. In der
Station Park Kultury sei am Montag ein nicht detonierter
Sprengstoffgürtel entschärft worden, meldete die Agentur RIA Novosti
nach Angaben von Ermittlern. In der Station wurden auch der Kopf und
weitere Körperteile einer Selbstmordattentäterin im Alter von etwa 18
bis 20 Jahren gefunden.
Es wurde
damit gerechnet, dass die Zahl der Toten noch
steigt, da mindestens 30 Menschen sehr schwere Verletzungen
erlitten. Sie wurden in Rettungshubschraubern in Kliniken
gebracht. Vor den Bahnhöfen standen Krankenwagen bereit. In die
unterirdischen Stationen wurden Leichensäcke gebracht.
Bortnikow sagte
weiter, Forensik-Experten hätten sterbliche
Überreste der beiden Attentäterinnen
sichergestellt. In der
Vergangenheit hatten wiederholt Witwen und Schwestern getöteter
muslimischer Extremisten aus dem Kaukasus, sogenannte schwarze
Witwen, Anschläge verübt. Die russischen
Behörden versuchen
vergeblich, die Gewalt in der muslimisch geprägten Region an der
Grenze zu Georgien und Aserbaidschan unter Kontrolle zu bringen.
Die Gewalt konzentriert sich auf
Dagestan und Inguschetien, doch
auch Tschetschenien ist nicht zur Ruhe gekommen. Dort hatte der
Rebellen-Anführer Doku Umarow im Februar im Internet
angekündigt, den "Krieg in die
russischen Städte" zu tragen.
Quelle: CNN
Putin: Werden Hintermänner jagen
Medwedew sprach von einem Versuch,
Russland zu
destabilisieren und kündigte einen unerbittlichen Kampf gegen
Extremisten an. Ministerpräsident Wladimir Putin drohte den
Hintermännern des Doppel-Anschlags mit einer gnadenlosen Jagd.
"Ich bin zuversichtlich, dass die
Polizei- und Justizbehörden
keine Anstrengung unterlassen werden, die
Kriminellen zu finden und
zu bestrafen. DieTerroristen werden vernichtet werden", sagte er.
Putin brach eine Reise nach Sibirien ab und kehrte nach Moskau
zurück. US-Präsident Barack Obama sprach von "abscheulichen
terroristischen Anschlägen" und sicherte dem russischen Volk die
Anteilnahme der Amerikaner zu. In mehreren amerikanischen Großstädten verstärkten die Verkehrsbetriebe als Reaktion auf die Anschläge in Moskau die Sicherheitsvorkehrungen.
Es waren die schlimmsten Anschläge in
Moskau seit Februar
2004. Damals starben mindestens 39 Menschen als sich ein nach
Behördenangaben tschetschenischer Selbstmordattentäter in der
Metro in die Luft sprengte. Zuletzt war
im November ein
Sprengsatz entlang der Bahnstrecke
zwischen Moskau und Sankt
Petersburg explodiert. Bei dem Anschlag auf einen
Hochgeschwindigkeitszug, der ebenfalls
Extremisten aus dem
Kaukasus zur Last gelegt wird, kamen 27 Menschen ums Leben.
Der Rubel gab in Reaktion auf die Ereignisse
deutlich nach, erholte sich aber im Handelsverlauf wieder. Die
russischen Aktienmärkte tendierten kaum verändert. (Reuters)
Einen Monat vor der Präsidentenwahl in Russland ist die Lage gespannt. Die Opposition hofft auf eine Stichwahl, der Kreml setzt alle Hebel in Bewegung, um Favorit Wladimir Putin den Sieg in der ersten Runde zu ermöglichen.
Die Protestbewegung in Russland nimmt Strukturen an. Die Opposition teilt sich dabei und hofft dennoch, gemeinsam ans Ziel zu kommen. Den Vorwurf von Premier Wladimir Putin, den Dialog zu verweigern, weist sie zurück.
"Ich war gezwungen, Präsident Barack Obama gestern am Telefon zu sagen, dass die Bewertung unserer Wahlen durch die USA für uns keinerlei Bedeutung hat"
Politikwissenschafter Mackow über die politische Defensive, in die Putin seit den Parlamentswahlen geraten ist, und die wütende russische Mittelschicht
Putin-Sprecher: Betrugsvorwürfe werden nichts am Wahlergebnis ändern - Weiter Proteste gegen Wahlausgang in Russland - Enttäuschung bei Regierungsgegnern über Medwedews Worte
die Terroristen werden vernichtet denn sowas hätte es in der UdSSR sicher nicht gegeben - die Bartidis und Kopftuchsulaikas wären schon viel früher im Gulag gelandet, samt ihrer ganzen Mespoche!
dem russischen inlandsgeheimdienst trau ich solche attentate durchaus zu
und jetzt kann man die schuld den "kaukasiern" geben - dh von der miliz in moskau permanent kontrolliert werden, v.a. wenn man wie ein "kaukasier" aussieht. den krieg in tschetschenien braucht man ja nicht mehr eskalieren, man trägt ihn in die grossstädte, schafft dort ein gefühl der unsicherheit - und putin hat die macht einmal mehr fest im griff...
sorry, bin absolut kein verschwrungstheoretiker, aber das halte ich für sehr plausibel.
und an alle, die jetzt den islam verteufeln: in tschetschenien geht's nicht um den islam, da geht's um den ölpipelines!
na ja, ein in errinnerung-rufen des seit den frühen 90ern schweelenden kaukasus-konflikts.
inwiefern die amis aktuellerweise auch noch konkret in verbindung mit chechnia in verbindung gebracht werden kann, wäre sicherlich mal interessant upzudaten.
sicher dürfte jedenfalls sein, das sich der kaukasus noch nicht stabilisiert hat und so lange nicht stabilisieren wird, so lange an der südflanke das thema iran hochaktuell bleibt und solange die öl- und gasfragen nicht geklärt sind.
putin weiss das nur allzu gut.
jedenfalls langweilen die islam-basher langsam, obgleich es sicherlich zwar auch ein fundamentalisten-problem ist, aber nicht das grundübel ist. & abgesehen davon gibts ja wohl auch noch andere fundamentalisten, wie wir wissen.
genau. die politik, die den terror produziert, am besten weitermachen und dann sich darüber wundern, dass der terror nicht verschwindet und den gutmenschen die schuld geben. sehe ich genauso.
die postings in diesem forum sind widerlich. man könnte fast meinen, in diesem forum tummeln sich henker, fundamentalisten und andere gewaltbereite, die am liebsten alles mit atombomben zuschütten würden. aber dann groß über die faschistenterroristen aufregen. kehrts einmal in eurem hirn, ihr hooligans.
Putin will alle Terroristen die Rußland schaden killen. Obama will alle Terrotisten die der USA schaden killen. Wer glaubt das wären jedesmal die gleichen irrt.
kann nicht sein, da sich die Terroristen ja bereits selbst vernichtet haben, was ja so die Eigenart von Terroristen ist, nur nicht von Staatsterroristen.
Wenn eine Bombe in den Präsidenten Palast gelegt wird - ""ok""
zwar auch nicht ganz ok aber sicherlich noch 1000x besser als wenn man komplett unschuldige in den Tod reisst - dann kommt selbstverständlich HASS auf , auf wen auch immer (Tschetschenien oder sonst irgendein Land da drüben)
Tatsache ist auf jeden Fall, dass der Mensch an sich eine Fehlgeburt der Natur ist, denn es gibt keine anderen Lebewesen die sich gegenseitig in Massen töten.
Warum lassen Sie Tschetschenien nicht los von Russland ?
Und dann wäre das Problem gelöst ...
Geld werden Sie wohl irgendwo anders machen können.
Z.B. : Österreiche hat vergessen was es heißt "Krieg" und nennt die Azylanten " " Opfer " " ... also lasst Tschetschenien. Schmeiß Tschetschenien aus der Russische Föderation , zählen wir es als Strafe.
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