Araber suchen Hilfe bei Türkei und Iran

28. März 2010 18:31

Abbas: Ohne Siedlungsstopp keine Gespräche mit Israel - Erdogan nennt Israels Politik "Wahnsinn"

Sirte - Die Arabische Liga sieht den Nahost-Friedensprozess durch die unnachgiebige Politik der israelischen Regierung vom endgültigen Scheitern bedroht und leitet deshalb eine Kursänderung gegenüber dem Iran ein.

Der Generalsekretär der Liga, Amr Mussa, schlug auf dem Gipfel in Libyen am Wochenende ein Forum für regionale Zusammenarbeit und Konfliktlösung vor, dem auch die nichtarabischen Staaten Iran und Türkei angehören sollten. Mussa rief die arabischen Staaten dazu auf, sich mit Sorgen wegen des wachsenden iranischen Einflusses und des Atomprogramms direkt an die Regierung in Teheran zu wenden.

Der Vorstoß läuft den intensiven Bemühungen der USA und Israels zuwider, Teheran zu isolieren. Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan, der als Gast nach Libyen gekommen war, bezeichnete den Anspruch der israelischen Regierung auf ganz Jerusalem als "Wahnsinn" . Mussa appellierte an die arabische Gemeinschaft, den Druck auf Israel zu verstärken.

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Sirte - Der Nahostkonflikt beherrschte das Gipfeltreffen der Arabischen Liga im libyschen Sirte. Ohne einen Siedlungsstopp gebe es keine indirekten Verhandlungen, sagte Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas: "Wir können nicht indirekte Verhandlungen führen, wenn Israel seine Kolonisierung Jerusalems nicht völlig einstellt und seine Politik der vollendeten Tatsachen nicht beendet."

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan bezeichnete die israelische Position, Jerusalem sei die "unteilbare Hauptstadt" Israels, als "Wahnsinn" . Die arabischen Staaten müssten jetzt schnell agieren, da Israel versuche, durch den Bau jüdischer Siedlungen im besetzten arabischen Ostteil von Jerusalem und andere Maßnahmen Fakten zu schaffen, die später nur noch schwer zu beseitigen seien. "Heute ist nicht der Tag, um untätig zu trauern, sondern wir müssen dagegen etwas unternehmen" , erklärte Erdogan.

Liga-Generalsekretär Amr Mussa Mussa betonte, dass die Zustimmung der Araber zu indirekten israelisch-palästinensischen Gesprächen hinfällig würde, sollte Israel am Siedlungsbau in Ostjerusalem festhalten.

Wendepunkt erreicht

Er forderte die Mitgliedstaaten auf, "die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Friedensprozess komplett scheitern" könnte. "Wir müssen Alternativpläne erstellen, denn die Situation hat einen Wendepunkt erreicht." Bisher habe die Liga den Einsatz von Vermittlern und einen Friedensprozess mit offenem Ausgang akzeptiert. Nun sagte Mussa, der Friedensprozess dürfe kein "Prozess mit offenem Ende" sein. Die arabischen Staaten setzen jetzt offenbar auf die Zusammenarbeit mit Nachbarn wie der Türkei und dem Iran, um Israel stärker zu isolieren als bisher. "Wir wollen einen Dialog mit den Nachbarstaaten, in dem die Türkei eine führende Rolle spielen kann" , sagte Mussa.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief dazu auf, die Anstrengungen der USA zu Friedensverhandlungen zu unterstützen, verurteilte aber auch die israelische Siedlungspolitik. "Die Siedlungsaktivitäten sind illegal und müssen aufhören."

Der Tod zweier israelischer Soldaten im Gazastreifen hat den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern weiter angefacht. In der Nacht auf Samstag rückten israelische Panzer vorübergehend in den Küstenstreifen vor und töteten einen Palästinenser.

Visa-Streit beendet

Das libysche Außenministerium teilte am Samstag mit, dass der Visa-Streit zwischen Libyen und den Schengen-Staaten in Europa beigelegt ist. Das Einreiseverbot für Bürger der 25 Schengen-Staaten sei aufgehoben worden. Zuvor hatte Spanien als EU-Ratspräsident erklärt, dass die von der Schweiz initiierten Einreiseverbote für 188 Libyer in den Schengen-Raum nicht länger gültig seien. "Wir bedauern den Ärger und die Unannehmlichkeiten, die libyschen Bürgern dadurch entstanden sind, außerordentlich. Wir hoffen, dass sich so etwas künftig nicht wiederholt" , hieß es in der spanischen Erklärung.

Die Auseinandersetzungen begannen, als Hannibal Gaddafi, ein Sohn von Staatschef Muammar Gaddafi, in der Schweiz wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Hausangestellten kurzzeitig festgenommen worden war. Kurz darauf wurden zwei Schweizer Geschäftsleute in Libyen festgenommen, von denen einer noch immer inhaftiert ist. (Reuters, AP, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 29.3.2010)

Kommentar posten
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Fritz Wunderlich
31.03.2010 14:55

hehe, zu den türken und iranern, den ehemaligen herren

Osman Mert
31.03.2010 12:32
Araber suchen Hilfe bei Türken...

Sykes und Picot drehen sich sicher im Grab. Sie rotieren...

d_parker
30.03.2010 12:56
Der Iran ist doch schon derzeit über den war by proxy mit Israel durch Hamas und Hisbollah hochgradig "involviert". Wenn diese Involvierung noch verstärkt werden soll ist das ja als gefährliche Drohung zu werten...

masaru tak
29.03.2010 22:07

iran,türkei + arabische staaten gegen die achse des bösen israel.

man muss darauf hinarbeiten.

warum der abdulah aus saudi arabien nicht nach libyen gekommen ist:

http://www.youtube.com/watch?v=I... r_embedded

Hafner
29.03.2010 15:42
Zuvor hatte Spanien als EU-Ratspräsident erklärt ..

Aha!
Was ist mit der EU-Außenministerin und dem Herrn Präsidenten?
Wodurch ist der EU Ratspräsident ermächtigt, eine internationale Aussage zu treffen? Überschreitet er seine Kompetenzen oder ist Lissabon einfach nicht ernst zu nehmen?

Mark_Anton
29.03.2010 14:40
Lebensstandard

Wenn diese ganzen Figuren es mal schafften in ihren Herrschaftsbereichen einen Lebensstandard auf der Hälfte dessen hinzubekommen was ein arabischer IL Staatsbürger hat, dann sollten sie weiterblöken - wenn man mal von den dünnen Eliten der Öl-Dynastien absieht... und der Familie Gaddafi vielleicht

Der Alte vom Berge
29.03.2010 13:31
"Die Bewohner der Erde...

...sind in zwei Arten Geteilt.

Die Einen haben ein Hirn, aber keine Religion.

Die Anderen haben eine Religion, aber kein Hirn."

[Abul-Ala al Maari, blinder arabischer Dichter, 26. 12. 973 Maarrat An Numan (Syrien), † Mai 1057]

^^

xx Hour1
29.03.2010 17:02

seit 1973 hat sich einiges geändert
es gibt inzwischen leute mithirn und Religion.
Z.b Die Iranerund Türken.

sonst wurden die Araber nicht Ihre Hilfe suchen
1973 haben sich die Araber nur an USA oder UDSSR wenden können. Heute gibt es neue Mächte

Der Alte vom Berge
30.03.2010 00:40
Meine Unwürdigkeit...

...schlägt die Brücke zwar in die für die arabische Welt immer noch für Friction verantwortliche Epoche im Vorfeld der der Kreurzzüge,937 bis 1110,doch ham sie schon Recht,betrifft es die Abläufe die Sie Anführen,der "Sechstagekrieg" war höheren Zielen Unterworfen und rasch Beendet um den "Nasserismus" Einzudämmen,ja zu Ersticken.

Das nach Beendigung des "Kalten Krieges" Entwickelte Selbstbewusstsein der Türkei ist Ebenso wie Chinas Erlösung zum Normalzustand nötige Entwicklung Veränderung Einzuleiten, die angloamericanische Dominanz zu Brechen, welche die Ordnung zu Conservieren als höchstes Ziel Betrachtet.

Die Geschichte kennt kein Beispiel des Gelingens zu Versuchen die Welt zu Conservieren.

Zum Glück und Schaden dieser Welt.^^

flasitsch, 1.
29.03.2010 13:16
Wie konnte "uns" die Arabische Welt eigentlich glauben machen,


es ginge um irgendwelche Wohnungen oder "Siedlungen"?

Wer glaubt diesen Propagandamüll noch immer?

Der Alte vom Berge
29.03.2010 15:11
Wie konnte "uns" die westliche Welt eigentlich glauben machen,...

...es ginge um Frieden ?

Wer glaubt diesen Propagandamüll noch immer ?

,)

Fritz Wunderlich
31.03.2010 10:54

schön für "euch", dass ihr zum wahren glauben zurückgefunden habt, obwohl "ihr" dafür viele tote in kauf nimmt

gerhard maierhofer
29.03.2010 13:06
was für ein freidensprozess?

die hamas, die immerhin sehr viel rückhalt in der bevölkerung genießt, ist zu friedensgesprächen gar nicht bereit. oder will man das gerede mit abbas als friedensprozess bezeichnen?

Alba Timur
29.03.2010 16:44

eher umgekehrt, israel ist doch nicht bereit auf ein friedensprozess mit der hamas, die partei die durch eine breite schicht der bevölkerung gewählt wurde

gerhard maierhofer
29.03.2010 18:58

ich weiß nur dass die hamas bestenfalls einen 100jährigen waffenstillstand anbieten will, aber vielleicht hab ich was versäumt.

Hafner
29.03.2010 12:56
Das war doch immer schon klar ...

.. ich habe schon vor Jahren in diesem Forum geschrieben, dass Israel keinen Frieden will, im Gegenteil den ständigen Krieg braucht, um Erez-Israel (Groß-Israel) zu formen.
Es ist den Israeli aber immer mit Marketing-Maßnahmen gelungen, den Eindruck zu erwecken, dass sie Frieden wollen. Bei uns wurde jeder, der das Bestritt als Nazi und Antisemit bezeichnet und damit kaltgestellt.
Hätte Obama keine Siedlungsstop-Forderung gestellt, würde Israel heute noch auf dieser Welle schwimmen.
Dafür wird Obama halt keine 2.Amtszeit mehr bekommen. So einfach ist das.

more more
29.03.2010 15:10
Jedes Nachgeben Israels wird in dieser Weltgegend als Schwäche gedeutet und provoziert neue Gewalt

Hat sich Israel dazumals(1999) aus dem Südlibanon zurückgezogen und wurde dafür bestraft?
Hat sich Israel aus dem Gaza zurückgezogen und wurde dafür bestraft?
Tatsache ist das in dieser Weltgegend jedes nachgeben als Schwäche gedeutet wird und zu mehr Gewalt führt.
Das ist uns Europäern vielleicht nicht verständlich, aber Israel ist nun einmal mit dieser Situation konfrontiert.

Alba Timur
29.03.2010 16:46

nur eine begründung für mehr israelische gewalt sonst nichts anderes...denn gewalt löst die probleme viel einfacher als diplomatie.

Fritz Wunderlich
29.03.2010 17:45

hehe, ignorant aus dem reich orwells, rückzug wird zu mehr gewalt, terror ist widerstand und der mond ist eine scheibe

Fetz Pepi
29.03.2010 16:28

Israel hat sich nicht zurückgezogen, es hat nur die Infantrie abgezogen und ein Freiluftgefängnis durch Belagerung daraus gemacht

Hamit_Hatemi
29.03.2010 12:51
Weit hat es Israel gebracht...

Mit seiner destruktiven Politik wird letzten Endes der Iran wieder salonfähig...

Israel versucht, den Iran zu isolieren - dabei isoliert es sich zunehmends selbst.

Alex M
29.03.2010 12:37
Es geht immer um den Siedlungsstopp.

Warum gibt es gegen Israel keine Sanktionen. Selbst wenn die USA nicht mitmachen würden, wären Sanktionen ausserhalb des UN-Sicherheitsrates möglich.

Die EU-Staaten, Russland und China sollten ausreichend sein um ein Zeichen (wenn auch nur von symbolischer Natur) zu setzen.

Simplicius Simplicissimus
29.03.2010 13:31
Wer hunderte ...

... Atomwaffen besitzt, vor allem, wenn die Besitzer nicht nur wahnsinnige Politiker, sondern auch Geschichtsgeschädigte sind, sollte respektiert werden.
Vor allem, wenn sie bereit sind, im Falle des Falles, die ganze Welt mit in ihren Abgrung zu ziehen, wie seinerzeit Sharon meinte.

Fritz Wunderlich
29.03.2010 17:47

hmm, der nazi schreibt von geschichtsgeschädigten und wahnsinnigen juden, die hetze der rosenkranzjünger nimmt zu

Adams, 42 Adams
29.03.2010 12:29
bei den Feinden

Gott sei Dank besitzt Israel eine starke Waffe!!!

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