Neue Kritik an Niessls Wahlkampfabrechung 2005

28. März 2010 17:35

Burgenländische Opposition attackiert Landeshauptmann-Partei: SPÖ-freundliche "News" mit "Format" auf Landeskasten

Eisenstadt - Im Herbst 2005 war - ganz so wie jetzt - Landtagswahlkampf im Burgenland. Da war natürlich die Aufregung groß, als erst die Illustrierte "News" und eine Woche später ihre Schwester "Format" eine stattliche Beilage produzierten, in denen das Burgenland so dargestellt wurde, wie es Landeshauptmann Hans Niessl und seine regierende SPÖ tagein, tagaus verkündet hatten.

ÖVP, FPÖ und Grüne sprachen deshalb von SP-Wahlkampf auf Landeskosten. Die SPÖ konterte geharnischt. Parteigeschäftsführer Georg Pehm wies den Vorwurf als "völlig haltlos und absurd" zurück. Das sei keine Wahlwerbung, sondern, "wie im Impressum angegeben, ist das Amt der Burgenländischen Landesregierung der Herausgeber" .

"Geschätzte 150.000 Euro"

Wie immer das nun auch interpretiert werden kann, klarerweise sind Sonderbeilagen mit Kosten verbunden. ÖVP-Klubobmann Rudolf Strommer sprach damals von "geschätzten 150.000 Euro" , wobei das Interessante daran nicht der Betrag ist, sondern die Schätzung, da Ausgaben in solcher Höhe üblicherweise eines Regierungsbeschlusses bedürfen, und die ÖVP ja auch damals in der Regierung vertreten war.

Michel Reimon, der Spitzenkandidat der burgenländischen Grünen, hat, was die Bezahlung der Landeswerbung betrifft, einen zusätzlichen Verdacht. "Wir haben Informationen, dass die Beilagen in 'News' und 'Format' aus der Jubiläumsgabe des Bundes bezahlt wurden."

Die freilich gibt es - in Erinnerung an das Jahr 1921, in dem das Burgenland österreichisch wurde - nur alle fünf Jahre. 2006 überreichte die Republik seinem jüngsten Kind zwei Millionen Euro. Und tatsächlich finden sich in einer dem STANDARD vorliegenden Aufstellung für mediale Aufwendungen der burgenländischen Landesregierung fürs Jahr 2006 zwei einschlägige Überweisungen. Am 11. Oktober erhielt die "Verlagsgruppe News GmbH" 12.176,54 Euro. Zwei Wochen vorher, am 28. September lautete der Betrag 277.153,76 Euro.

Schwer durchschaubare Geldströme

Erstaunlich daran ist freilich nicht nur die Höhe von knapp 300.000 Euro, sondern auch die Verrechnungsstelle. Die burgenländische Landesamtsdirektion - die politisch dem Landeshauptmann untersteht - führt ihre "Aufwendungen für Öffentlichkeitsarbeit" unter der Nummer 7297. Kosten für "Veröffentlichungen" laufen unter der Nummer 4570.

Die zwei Überweisungen an die "News"-Gruppe wurden allerdings unter der Nummer 7281 abgelegt, darunter summieren sich, ganz allgemein, "Entgelte für Leistungen von Firmen". Kurt Safrata, der Sprecher von VP-Chef Franz Steindl:"Wir haben damals lange gebraucht, um diese 300.000 Euro zuordnen zu können. Und wir haben dann auch nicht zugestimmt." (Wolfgang Weisgram/DER STANDARD-Printausgabe, 29.3.2010)

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14 Postings
MaxMustermann1
01.05.2010 12:06
so steht's im aktuellen "profil":

profil: BVT-Erhebungen gegen Nießl

Staatsanwaltschaft ordnet nach Anzeige Untersuchung an.

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ermittelt das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) in Zusammenhang mit einer Anzeige gegen den burgenländischen Landeshauptmann Hans Nießl, SPÖ, wegen Verdachts der Untreue (Paragraf 153 Strafgesetzbuch).

Anlass ist eine Anzeige des früheren Obmanns der FPÖ Burgenland, Wolfgang Rauter. Der Gründer der Freien Bürgerliste hatte in einer Sachverhaltsdarstellung vom Dezember 2009 Nießl vorgeworfen, SPÖ-Inserate aus Mitteln der Landesregierung zu finanzieren....

MaxMustermann1
01.05.2010 13:24
so steht's im aktuellen "profil" (forts.):

…In einem "profil" vorliegenden Schreiben vom 12. April ersucht nun die Staatsanwaltschaft Wien das für politische Fälle verantwortliche BVT "um Durchführung von geeigneten Sachverhaltserhebungen. Insbesondere möge erhoben werden, von wem bzw. mit welchem Geldern die gegenständlichen Inseratenkampagne tatsächlich finanziert wurde." Der Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft, Gerhard Jarosch, bestätigte den Erhebungsauftrag gegenüber "profil".

asdf 1234
03.05.2010 16:19
Es wirkt da schon etwas eigenartig, dass das profil

zur "news-gruppe" gehört;-)))

MaxMustermann1
02.05.2010 13:31
dazu passt recht gut, dass sich der...

...hans nieBl (=der "rote haider" (c) glawischnig) im heurigen wahljahr sein werbebudget als landeshauptmann von rund 40.000 euro auf über 750.000 euro eigenmächtig bzw. mit seiner spö-mehrheit in der landesregierung erhöht hat!

und mit diesem steuergeld der burgenländerinnen und burgenländer pflastert er nun täglich "krone", "kurier", "österreich" und "heute" mit inseraten zu und "erkauft" sich damit ein wohlgesonnene berichterstattung!

tja, da kann man nur sagen: nur die dummern schafe wählen ihre schlächter selber!

HHuber
 
14.04.2010 22:24
Unzulässige Finanzierung aller Parteien

Irgendwie bekannt - natürlich. Wenn ich Werbung für Eurofighter sehe, Werbung für den Finanzminister, Werbung ... immer wieder. Wer schaut von wem ab?
Es gibt auch umgekehrtes - Niederösterreich Zeitung
September 08 zur Nationalratswahl - 44 Seiten - Voll mit Onkel und Neffe Pröll, und... jede Menge Werbung - ÖVP nahe Firmen ? - wieviel diese dafür bezahlt haben, in einer Parteizeitung inserieren zu dürfen ? Z.B. EVN, mein Enerigeversorger. Ob da sonst noch ein Körberlgeld zur Wahlwerbefinanzierung übrig blieb? Egal welch Partei, dies ist keinesfalls akzeptabel !

zxj
05.04.2010 10:40
Irgendwie bekannt !

Wahlkampf - und rein zufällig sehr teure Einschaltungen von der öffentlichen Hand in diversen Printmedien.

Kommt mir irgendwie bekannt vor. Fragt sich nur, wer da von wem abgeschaut hat: der burgenländischen Häuptling vom (derzeitigen) Parteivorsitzenden oder der Parteivorsitzende vom Landeshäuptling. Auf jeden Fall ein gutes Beispiel wie rote Politiker mit dem ihnen anvertrauten Steuergeld ihre Futtertröge zu sichern versuchen.

Wurscht - wir ham's ja.

Der Konterspieler
 
04.04.2010 23:32
Fussball ist unser Leben- Der König ...

Politik im Zeichen des Runden Leders
Politik im Burgenland ist ein Spiel.
Ein Fussballspiel.
Ha-Ho-Hejaheja-Hej

http://bit.ly/ha-ho-hejaheja-hej

MaxMustermann1
04.04.2010 21:40
ja, ja, der herr nießl, der rote strache

auf kosten der steuerzahler ist dem hauptschullehrer nichts zu teuer!

es wird zeit, dass dieser polit-laiendarsteller in die (un)verdiente polit-pension geschickt wird.

Advocatus diaboli2
29.03.2010 12:21

Und genau jener Niessl hat die Frechheit, sich vor die Mikrofone zu stellen und zu sagen, er wolle einen kurzen und sparsamen Wahlkampf!!!

Und genau jener Niessl hat es zu verantworten, dass die Repräsentations- und Öffentlichkeitsausgaben des Landeshauptmannes von 54.000,- im Jahr 2007 auf 750.000,- für 2009 angestiegen sind!!!

Und DER will seriöse Politik machen - lachhaft ist das. Ich hoffe innständig, die Burgenländer lassen sich von diesem Schmähbruder nicht weiter hinters Licht führen. Sobald der den Mund aufmacht kommt nur heiße Luft raus!

nimmerlustig
04.04.2010 17:59
Von diesem selbstverliebten Nissl

bleibt eben auch nur der Geschmack eines Striezi's übrig, mafiöse Gesellschaft.

irrelevant uninteressant
29.03.2010 13:09

Sagt wer?

Der schwarze Steuergeldverprasser Franz Steindl vielleicht (siehe "Strem")???

Advocatus diaboli2
30.03.2010 12:56

Schwachsinn - nachzulesen im Rechnungsabschluss des Landes und von den Grünen (!!!!!!) publik gemacht worden!

Kasamandl
29.03.2010 10:19
Wer ist denn noch überrascht?

Der gleiche Niessl hat doch erst vor zwei Wochen auf Steuerzahlers' Kosten eine völlig unnötige Volksbefragung als SPÖ-Wahlauftakt durchführen lassen. Hoffentlich bekommt er bei der Wahl das gleiche Ergebnis - nur ein Viertel der Burgenländer stimmen seiner Politik zu....

Süffisant
29.03.2010 09:15
Jubiläumsgabe des Bundes... "nur" alle fünf Jahre... zwei Millionen Euro...

da diskutiert man ständig wo und was man einsparen könnte, und dann liest man über solche geldverschleuderaktionen!

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