Gastgeber Gaddafi

Arabischer Gipfel eröffnet mit Selbstkritik

27. März 2010 11:58

Emir von Katar: Nicht einmal zum Vorgehen gegen Gaza-Blockade fähig - Gaddafis Gastgeberqualitäten auf dem Prüfstand

Sirte - Mit schonungsloser Selbstkritik hat am Samstag in Libyen die Gipfelkonferenz der Arabischen Liga begonnen. Der Emir von Katar, Scheich Hamad Bin Khalilfa al-Thani, sagte in seiner Eröffnungsrede mit einem Seitenhieb gegen Ägypten, es könne doch nicht angehen, dass die Araber nicht einmal imstande seien, die Blockade des palästinensischen Gazastreifens zu beenden. "Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den arabischen Staaten haben in den vergangenen Jahren eine erfolgreiche gemeinsame Politik verhindert." Dies müsse sich ändern, sagte der Emir.

Der Gazastreifen wird seit der Hamas-Machtübernahme 2007 von Israel hermetisch abgeriegelt. Auch Ägypten öffnet den Grenzübergang Rafah, der den Gazastreifen mit der Sinai-Halbinsel verbindet, nur gelegentlich, um Kranke oder Palästinenser, die im Ausland ansässig sind, ein- und ausreisen zu lassen. Nach eintägigen heftigen Kämpfen mit der Hamas haben sich die israelischen Streitkräfte am Samstag wieder aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Zuvor sei noch Infrastruktur dem Erdboden gleich gemacht worden, die von Terroristen zum Angriff auf israelische Soldaten genutzt worden sei, sagte eine israelische Militärsprecherin. Während der dreiwöchigen israelischen Offensive im Dezember 2008 und Jänner 2009 wurden 1400 Palästinenser und 13 Israelis getötet.

Der Generalsekretär der Liga, Amr Mussa, betonte, dass die Zustimmung der Araber zu indirekten israelisch-palästinensischen Gesprächen hinfällig würde, sollte Israel am Siedlungsbau in Ostjerusalem festhalten. Israel müsse die Entscheidung rückgängig machen, 1.600 zusätzliche Wohnungen für jüdische Siedler im arabischen Ostteil von Jerusalem machen.

Die Arabische Liga umfasst 22 Staaten, einschließlich des 1988 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation ausgerufenen Staates Palästina. Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Liga geworden. Zu den Gründungsmitgliedern - Ägypten, Irak, Jemen, Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien und Syrien - kamen später Algerien, der Sudan, Libyen, Marokko, Tunesien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mauretanien, Somalia, Dschibuti und die Komoren hinzu. Mehrere arabische Staatsoberhäupter wie Ägyptens Präsident Hosni Mubara, König Abdullah von Saudi-Arabien und der libanesische Staatspräsident Michel Sleimane bleiben dem Gipfel in Sirte fern. (APA)

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13 Postings
molekühl
28.03.2010 16:45

Die "schonungslose Selbstkritik" bezieht sich offenbar darauf, dass man es bis jetzt nicht geschafft hat, mit geeinten Kräften Israel von der Landkarte zu wischen.
Echt lobenswert, muss ich schon sagen. Die wissen, wo die echten Probleme der arabischen Welt liegen...

Uljanov-Blank
28.03.2010 14:09
Der Teil der Schuld betrifft uns.

es gab einen T.H., der die Idee von einem Staat in palaestina hatte. Er siedelte die Konvertiten vom kaspischen Meer, Polen und Bukovina in dieses Land um.

Da dieser mann ein Oesterreicher war, koennen die Palaestinenser verlangen, dass wir sie alle in Oesterreich aufnehmen und wir selber verschwinden, wohin wir wollen.

Felix Meritis
28.03.2010 09:47
Arabische Selbstkritik?

Ich lese in dem Artikel nur Israel, Israel, Israel. Naja, die Hunde bellen aber die Karawane zieht weiter.

-_-
27.03.2010 23:47
nicht Hosni Mubara

sondern Hosni Mubarak

moD2
27.03.2010 23:19
Arabische Liga = Wiege des weltweiten Terrors


Malkaye
27.03.2010 18:20
die usa kaufen die arabischen eliten und bringen das volk gegen "ungläubige" auf.

china wird wirtschaftliche weltmacht und macht, gemeinsam der europäischen und us-amerikanischen wirtschaft den gar aus. dann hat der westen nichts mehr zu melden, die arabischen eliten verdünnisieren sich und es wird richtig eng für die alle, die nicht muslimisch, chinesisch oder indisch sind.

tolles szenario. danke für die rosige zukunft, an die imperialisten und geschäftemacher!

mistvieh666
27.03.2010 23:09

die basis ihres weltmodells ist falsch.
ich versuchs zu erklaeren:
wenns der deutschen wirtschaft gut geht, geht deswegen die oesterreichische wirtschaft nicht zugrunde, ganz im gegenteil. und mit china und der eu ist es genauso.

Cello Swiss
27.03.2010 13:22
Arabische Selbstkritik

Ich halte die arabische Selbstkritik für eher amüsant. Tatsache ist doch, dass sowohl Israel, Aegypten, als auch die PNA nicht daran interessiert sind den Gaza-Streifen zu öffnen, solange die Hamas dort ihre Terrorpolitik weiterverfolgt. Zu leiden hat darunter, wie immer, die Zivilbevölkerung.

Die arabischen Staaten täten gut daran die Hamas aus dem Gaza Streifen hinauszujagen um dann eine sinnvolle Einigung mit Israel erzielen zu können.

Alles andere halte ich für typisch arabische Selbstdarstellungen, welche sich im Reich der Märchen von Tausend und einer Nacht bewegen.

Gerda Soros
27.03.2010 16:50
genau: machen wir doch Märchenstunden, am Besten auch mit Netanyahu

wer denkt, wenn er Netanyahu reden hört, dass Israel friedenswillig sei, nicht an Pinnoccio?

mistvieh666
27.03.2010 23:03

versuchen sie mir bitte zu erklaeren, fuer was israel diesen krieg braucht.

Hitower3
 
28.03.2010 16:58
Gerne:

Der kriegsähnliche Zustand stabilisiert seit Jahrzehnten sowohl die israelische Regierung, als auch die palästinensische Führung. Ein Frieden würde beiden Mächtigen Kompromisse abverlangen, die diese mehr schwächen würde, als ein Frieden sie stärken würde.

Die Differenzen an sich sind nicht derart unüberwindbar, als dass kein Friede möglich sei. Deutschland und Frankreich haben beispielsweise zwischen 1870 und 1945 drei verheerende Kriege gegeneinander geführt, dennoch konnten bereits wenige Jahre nach dem Kriegsende 1945 friedliche Beziehungen wiederaufgebaut werden.

Die Lösung des Israel-Palestina Konfliktes liegt somit nicht in der überwindung der Differenzen an sich, sondern in der Schaffung eines [i]Interesses[/i] am Frieden.

Gerda Soros
28.03.2010 15:16

Leute wie Netanyahu haben null Interesse an einem Frieden, da sie dazu das Westjordanland räumen müssten. Also besser zündeln, dann hat man schnell eine Ausrede, weil die anderen sind ja wilde Tiere, die man in einen Zoo einsperren muss...

Enrico Furioso
28.03.2010 12:20
lesen Sie mal ein wenig nach

welche Absichten, Pläne und Visionen die Siedler und die religiöse Rechte eigentlich haben. Nicht, was ihnen andere unterstellen, sondern was sie selber und ihre politischen Vertreter ganz offen in Interviews und nach Meldungen in der israelischen Presse von sich geben. Wenn man das tut, versteht man auch gleich viel besser, warum die israelische Politik, die schon seit langem auf die Stimmen der (religiösen) Rechten angewiesen ist, so handelt, wie sie nun einmal handelt.

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