Das Geheimnis der Höllturmhöhle

    26. März 2010, 16:59
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    Über die nördlichen Höhen des Piestingtales gelangt man zu einer sagenumwobenen Höhle

    Der Höhenzug Auf dem Hart nördlich des Piestingtales, wo es sich in das breite Wiener Becken öffnet, wartet mit einigen Sehenswürdigkeiten auf. Da ist vor allem die Höllturmhöhle bei Wöllersdorf zu nennen, die immer schon die Fantasie der Menschen beschäftigt hat und um die sich zahlreiche Sagen ranken.

    Da ist die Rede von steinernen Särgen, die man in der oberen Halle gefunden haben will, von einem Bettelritter, der in Kriegszeiten der Bevölkerung Unterschlupf gewährte, und von Waldweibern, die dort hausten.
    Gesichert ist, dass sich die Menschen in der Umgebung bei Gefahr in die Höhle zurückzogen, die auch einen unterirdischen Gang zum nahen Höllturm, Teil einer einstigen Befestigung, gehabt haben soll.

    Im hinteren Teil des relativ großen unterirdischen Raumes gibt es in die Wand gemeißelte Balkenlöcher, die aber aus unerklärlichen Gründen so verschoben sind, dass sie heute den Einbau einer Holzdecke nicht mehr ermöglichen würden. Einige Forscher neigen zur Ansicht, das sei auf die Folgen eines Erdbebens zurückzuführen.
    In dem unter der Haupthöhle liegenden derzeit nicht zugänglicher "Tanzsaal" kamen bei Grabungen Tonscherben zum Vorschein, von denen eine aus dem 12. Jahrhundert stammt.

    In der Nähe von Alkersdorf durchwandert man einen Pecherlehrpfad, der über die frühere große wirtschaftliche Bedeutung der Harzgewinnung hinweist. Es hat zwar in den letzten Jahren mehrere Versuche gegeben, die Pecherei wiederzubeleben, doch stellte sich das Unterfangen als unrentabel heraus.
    Nicht mysteriös, eher recht profan ist die Entstehung des Namens Bluatalm für das Wirtshaus in Alkersdorf. Dieses schenkte früher nur Rotwein aus, und wenn die Gäste eines Kurheims im nahen Wopfing dort aufkreuzten, um die karge Diätkost etwas aufzubessern, dann sprachen sie von einer Bluttransfusion.

    Die Tour ist leicht, lediglich ein kurzer steilerer Anstieg bringt den Wanderer ins Schwitzen, auf dem Höhenrücken geht es recht gemütlich dahin. Im Bereich des Henninger stimmen die eingezeichneten Markierungen nicht ganz, es gibt aber keine Orientierungsschwierigkeiten.
    Gute Verbindungen auf der Bahnlinie Wiener Neustadt -
    Gutenstein machen die Überbrückung der Distanz zwischen Ausgangs- und Endpunkt problemlos.

    Die Route: Vom Bahnhof Wöllersdorf geht es zur Kirche, dann steigt man - blau markiert - zum Höllturm und der daneben liegenden Höhle an. Vorbei an einem Denkmal für gefallene sowjetische Soldaten erreicht man eine Hochfläche. Man trifft auf eine rote Markierung, der man nach links bis zum Stadtkreuz folgt. Weiter nach links auf der Straße, dann auf der roten Markierung bis zu einem Wasserreservoir, von dort steigt man nach Alkersdorf ab. Gehzeit: 2¾ Stunden.

    Im direkten Anstieg geht es wieder zur roten Markierung, der man bis zum Wegweiser "Wopfing" folgt. Ein Stück Forststraße, dann grün und bald rot markiert erfolgt der Abstieg nach Wopfing. Gehzeit ab Alkersdorf: eine Stunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Album/Printausgabe, 27./28./3.2010)

    Gesamtgehzeit: 3¾ Stunden, Höhendifferenz 250 Meter. Gasthaus in Alkersdorf (Montag ab 14 Uhr und Dienstag geschlossen). ÖK25V Blatt 5201-West (Berndorf), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.

    • Nach Wopfing über die Forststraße.
      foto: österreich werbung/diejun

      Nach Wopfing über die Forststraße.

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      grafik: der standard
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