Exoplaneten - auf der Suche nach Leben

28. März 2010, 17:50

"Astrobiology"-Sonderausgabe fasst Forschungsstand und die Bedingungen für die Entstehung von Leben zusammen

Graz - Über 400 extrasolare Planeten (Exoplaneten) wurdenseit den 1990ern entdeckt. In der Regel sind es Gasriesen wie Jupiter und Neptun, bei rund einem Zehntel wird eine erdähnliche Struktur vermutet. Der letze Forschungsstand um die Voraussetzungen, denen zufolge sich auf ihnen Leben entwickeln könnte, wurde vom Grazer Geophysiker und Astronomen Helmut Lammer in einer Sonderausgabe der US-Fachzeitschrift "Astrobiology" zusammengestellt.

Experten sind sich zwar unsicher, ob eine "zweite Erde" außerhalb unseres Sonnensystems existiert - doch die Chancen, Klarheit zu finden, sind in den vergangenen Jahren immens gestiegen: "Noch vor 15 Jahren hat man keine Exoplaneten gekannt, die Beobachtung des ersten extrasolaren Planeten 1995 war eine Sensation", so Lammer vom Grazer Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Der Forscher arbeitet über die Evolution von Planetenatmosphären und ist u.a. Ko-Investigator bei der europäischen Satellitenmission "Corot" und Mitglied im Terrestrial Exoplanet Science Advisory Team (TE-Sat) der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA, welches theoretische Vorarbeiten zur Ziel-Auswahl für die Suche von erdähnlichen extrasolaren Planeten durch künftige Missionen leistet. Die Mitglieder dieser Beratergruppe haben nun die Beiträge zur jüngsten "Astrobiology"-Sonderausgabe erstellt, die von Lammer koordiniert wurde.

Leben

"Um Leben hervorzubringen, muss ein Planet nicht nur die entsprechende Atmosphäre und Wasser haben, sondern auch den richtigen Abstand zu seiner Sonne aufweisen", sagte Lammer. Auf dem im Vorjahr entdeckten erdähnlichen Exoplaneten "Corot-7b", der etwa doppelt so groß ist wie die Erde, wird es beispielsweise über 1.000 Grad heiß - keine Basis für Leben, wie wir es kennen. "Es geht nach wie vor darum, zuerst erdähnliche Planeten, danach jene in lebensfreundlicher Entfernung von ihrem Zentralstern und schließlich Spuren von Leben zu entdecken", so Lammer.

Eine umfassende Übersicht der geophysikalischen und astrophysikalischen Bedingungen, die notwendig sind, damit sich Klima- und Umweltbedingungen zur Entstehung von Leben einstellen können, sind in dem soeben erschienenen rund 130-seitigen Sonderheft von "Astrobiology" unter dem Titel "Habitability Primer" beschrieben. (APA/red)

Kommentar posten
25 Postings
docile1980
31
29.3.2010, 11:29
man bedenke folgendes:

vor hunderten jahren glaubten "DIE MENSCHEN" die erde sei eine scheibe und steht im zentrum... so, mittlerweile sind wir dort angelangt dass wir "angeblich" auf dem mond gewesn sind, vor grad mal 15 jahren kamen wir drauf, woww solche sensation es gibt andere planeten- welche mittlerweile an der zahl 400 liegt.
man beachte hier die intelligenzstufen der menschheit mit dem glauben dass die erde eine scheibe wäre, dass wir nun wissen dass es hunderte andere planeten gibt. sorry leute, aber die menschheit ist in belangen des universums so klein, wir werden nie erfahren wieviel tatsächlich leben außerhalb der erde gibt. denn jetz suchma in da milchstraße, aber es gibt weiter 15 Mrd. andere galaxien.. und ob wir die durchsuchen können???

Mein anderer Nick ist beeindruckender
00
30.3.2010, 11:11
Die Menschen ist doch ein wenig zu verallgemeinernd formuliert.

Es gibt auch heute noch Menschen, die nicht wissen, das die Erde eine kugelförmige Gestalt hat. Aber was die Möglichkeit der Auffindung von extraterristischem Leben auf Exoplaneten betrifft, habe aus folgenden Gründen ich wenig Hoffnung auf baldigen Erfolg.

1.) die großen Entfernungen
2.) keine direkte Beobachtung möglich
3.) nur auf unser Wasser-Kohlenstoffmodel gestützt

Bartleby
12
29.3.2010, 17:52

"Die Menschen" WISSEN seit tausenden Jahren, dass die Erde eine Kugel ist. Und es geht selbstverständlich nicht darum "alles" Leben aufzuspüren, sondern auf eine zweite Version von Leben zu stossen. Das wäre die größte aller Entdeckungen für die Wissenschaft.

zizero
10
29.3.2010, 18:18
falsch

im mittelalter wussten es "die menschen" nicht. manche vielleicht.

Bartleby
12
30.3.2010, 08:08

Eratosthenes hat schon 200 Jahre vor Christus, den Erdumfang auf 1% genau berechnet, also nicht falsch.

zizero
00
30.3.2010, 17:00
das weltbild "der menschen" war

im mittelalter (auch im altertum - hipparch, aristoteles) ein geozentrisches!!

mir ist sehr wohl bewusst, dass das wissen um die erde als kugel schon im altertum bekannt war.

allgemein hat sich das heliozentrische weltbild allerdings erst im 17 jhd. durchgesetzt...

http://de.wikipedia.org/wiki/Geoz... che_Antike

http://de.wikipedia.org/wiki/Geoz... s_Weltbild

DD1981
00
29.3.2010, 16:10

Es gibt heute auch noch Kreationisten die glauben die Menschheit wurde vor 10.000 Jahren von einem höhren Wesen auf die Erde gebeamt...

Michael Jack Dundee
 
00
29.3.2010, 15:50

Und wie weit ist die Technik in 100 Jahren?

Blub Bluber
21
29.3.2010, 14:11

1910 hat, soweit ich weis, kaum noch jemand an der kugelform der Erde gezweifelt...

Nanomyte
00
30.3.2010, 00:11
Heute gibt es noch leute die...

die Erde für eine Scheibe halten:

http://www.youtube.com/watch?v=jAEzwWtVkhk

Also man muss nicht bis vor hundert Jahren gehn.

Blub Bluber
00
30.3.2010, 17:28

Ja leider, ich wollte im ursprünglichen Post etwas über Fanatiker und Hardliner schreiben aber das ging sich mit der Zeichenanzahl nicht aus...

Es wird immer Leute geben welche die wissenschaftlichen Beweise aufgrund von Religion nicht akzeptieren wollen/können... - zum Glück leben wir in einer säkulären Gesellschaft und die meisten Gläubigen sind keine extremen Hardliner.

Freie Welt
00
29.3.2010, 14:40

Weshalb hier ja auch
"vor hunderten Jahren" steht.

rudolf schladming
 
01
29.3.2010, 13:42

wir haben einen winzigen bruchteil der nahegelegenen sterne nach einigen wenigen parametern untersucht wobei wir planeten von erdgröße nichtmal erkennen könnten. und wir besitzen relevante proben von genau keinem anderen objekt des sonnensystems ausser dem mond auf dem leben von vornherein auszuschließen war.

jede aussage darüber ob es anderswo leben gibt oder nicht ist somit spekulation. aber wir wissen, dass es einmal geklappt hat und danach zu suchen ist daher sinnvoll.

Mucosaprolaps
00
29.3.2010, 12:06

Die Entwicklung der Wissenschaft ist faszinierend; in der Astronomie kann man besonders deutlich sehen, wie schon frühe Astronomen Großleistungen vollbrachten ... dass die Erde rund sei, postulierten übrigens bereits griechische und AFAIK persische Astronomen lang vor Beginn unserer Zeitrechnung.

Bis vor einigen Jahrzehnten glaubte man an eine von Einzelsternen umgebene Milchstraße; man denke etwa an Kubricks 2001, wo ein Astronaut sagt "Es ist voller Sterne!" (heute wissen wir: Es sind Galaxien.)

Am Kontakt mit anderen intelligenten Lebewesen hindert uns letztlich die Physik ... und unsere geringe Lebensspanne und instabile Gesellschaftsordnung (wo kaum ein System länger als ein paar Jahrtausende hält).

hurchzua
03
29.3.2010, 11:38
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube,

dass "vor hunderten jahren "DIE MENSCHEN" glaubten die Erde sei eine Scheibe".

Jedenfalls glaubten das nicht alle. Schon in der Antike waren viele der Ansicht, die Erde sei eine Kugel. Und auch im Mittelalter waren viele dieser Ansicht nicht etwa nur ein paar freidenkerische Spinner, sondern auch viele der Gebildeten- zumeit Mönche und andere Kleriker, wie später Kopernikus und Keppler.

DD1981
04
29.3.2010, 10:40

Also ich bin mir ziemlich sicher das irgendwo die Aliens sitzen und sich denken: Puh auf der Erde kann ja nix existieren bei soviel Wasser und Luft => komplett Lebensfeindlich!

AlterEgo
 
01
28.3.2010, 22:01

Also mein Eindruck ist nach wie vor, dass dieser ganze Zweig der Astrobiologie erst richtig gepusht wurde, als der NASA ein rigider Finanzierungseinschnitt drohte. Ein Schalk, wer Böses dabei denkt? ;-)

dekorhippe
00
29.3.2010, 08:15
hmm

wieso böses denken. das nasa budget wurde doch erhöht ....

Zinnmo
 
00
28.3.2010, 19:51
Leben - wie wir es kennen

Das ist wohl der Kernsatz: Natürlich könnte es "exotische" Arten von Leben geben, die sich nicht an die auf der Erde verwendete Formel halten. Wir haben aber bis jetzt keine solchen gefunden. Erdähnliches Leben aber kennen wir - von hier. Dass dieses möglich ist, ist bewiesen. Alle anderen Formen sind (noch) Science Fiction.

Noch ein Punkt: Erdähnliches Leben liesse sich vermutlich relativ leicht finden, zumindest ab einer gewissen Entwicklungsstufe. Dann gibt es nämlich freien Sauerstoff in der Athmosphäre. Den nachzuweisen, könnten wir auch schon mit den vorhandenen Mitteln schaffen.

certhas
00
29.3.2010, 16:14

Was wäre denn exotisch?

Meine Wenigkeit mit viel Senf
01
29.3.2010, 08:16
Falsch...

"Exotisches" Leben gibt es auch hier auf der Erde, z.B. Bakterien, die in 400 Grad heißem Schwefelsäurewasser am Meeresgrund leben. Oder Bakterien in fast reiner Säure. Oder...

Da gibt's zwei Probleme:
a) Solche Lebensformen schaffen es nicht, höheres Leben hervor zu bringen.
b) Diese Lebensformen sind Anpassungen _nach_ Enstehen der Urformen. Sie können unter diesen Bedinungen nicht aus dem Nichts entstehen.

Zudem gelten bei überall die Naturgesetze. Die Evolution bringt immer das hervor, was so einfach wie möglich und so kompliziert wie nötig ist. Folglich bedeutet das, dass unsere Bedinungen die - nahezu - idealen sind, und jede Abweichung die Entstehung von Leben schwieriger macht, aber auch, dass wir nichts Besonderes sind.

Zinnmo
 
10
29.3.2010, 13:36

Es wurde nie behauptet, dass es kein "exotisches" Leben geben kann. Extremophile finde ich allerdings nicht allzu exotisch. Das ist enge Verwandschaft.

Was ioch glaube ist, dass es viel schwieriger ist, "erdunähnliches" Leben zu finden, als erdähnliches, weil wir einfach nicht wissen, wonach wir suchen müssen.

Greyarea
 
04
29.3.2010, 09:06
solche lebensformen schaffen es nicht höheres leben hervor zu bringen

stimmt so nicht.
dadurch, das diese lebensformen auf unserem planeten nur in nieschen existiert, hat es keinen platz ausserhalb der nieschen und wird sofort aufgefressen.
sollte es aber einen planeten geben, wo diese existenzform aber die hauptzahl dastellt, kann man es sich sehr wohl vorstellen das sich höheres leben entwickelt.

nomad13
02
29.3.2010, 08:30

Weil sie als Menschlein dass jetzt mal behaupten - folglich nix anderes kennen - erkenne ich ihre Allwissenheit an und der einfachen Theorie - i brauch mei wosser

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.