Carotisstenose

Gefäßstütze versus Operation

26. März 2010, 13:07
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    foto: apa/abbott laboratories

    Ein Versuch die Durchgängigkeit der Arteria carotis wiederherzustellen: Nach der Aufdehnung wird der Stent implantiert.

Diskussion über beste Behandlung verengter Halsschlagader entfacht - Studien zeigen kontroverse Ergebnisse

ie Diskussion über die beste Behandlung bei schweren Ablagerungen in der Halsschlagader wurde jüngst durch die aktuellen Studien ICSS und CREST wieder angefacht. Zur Auswahl stehen zwei Therapieoptionen: einerseits die seit mehr als zwei Jahrzehnten eingeführte operative Eröffnung der Schlagader mit Entfernung der Kalkablagerungen (Endarteriektomie), andererseits die noch jüngere Methode der Aufdehnung der verengten Halsschlagader mit einem Ballon und das Einbringen einer Gefäßstütze (Stenting).

Dieses Stenting wird kontrovers diskutiert, so auch in den aktuellen Studien. An den Therapieempfehlungen für Deutschland wird sich durch die beiden neuen Untersuchungen allerdings nichts ändern. Sie wurden im Ausland unter Bedingungen durchgeführt, die nicht mit deutschen Verhältnissen vergleichbar sind, insbesondere die Anforderungen an die Qualität der behandelnden Ärzte. Darauf weisen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft aus Berlin in ihrer gemeinsamen Stellungnahme hin. Für die Patientenversorgung hierzulande bleibt nach wie vor die im deutschsprachigen Raum durchgeführte SPACE-Studie aus dem Jahr 2006 maßgeblich: Sie fand keinen relevanten Unterschied zwischen beiden Methoden. So lautet die Empfehlung, dass für jeden Patienten ein Konsil aus Neurologen, Gefäßchirurgen und interventionellen Neuroradiologen entscheiden soll, welcher Eingriff am besten geeignet ist.

Stenose erhöht Schlaganfallrisiko

Patienten mit transienten ischämischen Attacken oder einem ischämischen Insult, die ipsilateral eine hochgradige Stenose der A. carotis interna aufweisen, haben ein eindeutig erhöhtes Schlaganfallrisiko. Zur Reduktion dieses Risikos stehen zwei Verfahren zur Verfügung: eine Operation (Carotis-Endarteriektomie) oder das Stenting mit Ballondilatation. Der Nutzen der Carotisoperation wurde in zwei großen randomisierten Studien in den Vereinigten Staaten und Europa eindeutig belegt. Bei über 70-prozentigen Stenosen der Aorta carotis interna beträgt die relative Risikoreduktion zugunsten der Operation 60%. Für das Carotis-Stenting mit Ballondilatation liegen in der Zwischenzeit vier Vergleichsstudien mit der Carotis-Endarteriektomie vor. Die deutsch-österreichisch-schweizer SPACE-Studie, die 573 Patienten randomisierte, fand keinen Unterschied in den 30-Tage-Komplikationsraten für die Carotisoperation oder das Stenting. Die EVA-3S-Studie in Frankreich, die 265 Patienten randomisierte, fand eine signifikante Überlegenheit der Carotisoperation.

ICSS zeigt leichte Überlegenheit der Endarteriektomie
Am 26. Februar wurde von der Zeitschrift Lancet Neurology das Ergebnis der International Carotid Stenting Study (ICSS) online publiziert (Druckausgabe April 2010). Es handelt sich hier um eine prospektive randomisierte Studie, in die insgesamt 1713 Patienten eingeschlossen waren. Primärer Endpunkt der Studie war die 3-Jahres-Häufigkeit von tödlichen und schwerwiegenden Schlaganfällen, wobei diese Ergebnisse noch nicht vorliegen. Bei der jetzt publizierten 120-Tage-Häufigkeiten von Schlaganfall, Tod oder Myokardinfarkt traten diese Ereignisse statistisch signifikant bei 8,5% der Patienten in der Stenting-Gruppe, verglichen mit 5,2% in der Endarteriektomie-Gruppe auf. Auch die Häufigkeit von Schlaganfällen und die Mortalität waren in der Stenting-Gruppe signifikant höher als in der Endarteriektomie-Gruppe. Eine daraufhin durchgeführte Metaanalyse der drei o.g. Studien umfasste insgesamt 3312 Patienten und fand eine Odds ratio von 1,73 mit einem 95%-Konfidenzintervall von 1,29 - 2,32 zugunsten der Operation.

Trend zugunsten der Operation

Auf dem Internationalen Schlaganfall-Kongress der American Heart Association in San Antonio wurden am 27. Februar die Ergebnisse der Nordamerikanischen CREST-Studie vorgestellt. In die Studie wurden 2502 Patienten eingeschlossen, die eine über 70-prozentige Stenose der A. carotis interna aufwiesen. Die Hälfte der Patienten war asymptomatisch, die andere Hälfte hatte bereits ein zerebrovaskuläres Ereignis erlitten. Insgesamt war die 30-Tage-Komplikationsrate mit 5,2% beim Stenten und 4,5% bei der Operation statistisch nicht signifikant unterschiedlich. Es ergab sich allerdings eine signifikant höhere Rate an Schlaganfällen in der Stent-Gruppe mit 4,1% versus 2,3% und eine signifikant höhere Rate an Herzinfarkten in der Operationsgruppe mit 2,3% versus 1,1%. Die Autoren fanden bei einer weiteren Analyse einen Einfluss des Alters auf die Komplikationsrate. So hatten Patienten im Alter unter 70 Jahren signifikant weniger Komplikationen beim Stenting, Patienten über 70 Jahren signifikant weniger bei der Operation. Fasst man alle Studien zusammen, ergibt sich weiterhin ein Trend zugunsten der Operation, was die Operationsrate anbelangt. (red)

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16 Postings
Lukas Chen
00
27.3.2010, 14:39
Die Patienten mit verengter Halsschlagader

Das ist die Zielgruppe. Laut einer Bericht, Gefaessstuetze kann schnell und einfach behandelt werden, aber die Patienten kommen immer bald mit dem selben Problem zurueck, und muss ein zweites Mal oder drittes Mal behandelt werden; waehrend die Operation viel laenger dauert, die Patienten koennen einfach Medikament nehmen und eine zweite Operation ist oft unnoetig.

ministry
00
27.3.2010, 23:48

Also eine carotisoperation dauert nciht wirklich lange.durchschnittlich 1.5 stunden.....

Frau Techne
01
27.3.2010, 07:42

Erstens:
Meines Wissens werden nicht nur beim Stenting, sondern auch bei der operativen Methode anschließend Stents eingesetzt.

Zweitens:
Bei der 3-Jahres-Beobachtungsfrist: Was haben allfällige Myokardinfarkte damit zu tun? Löst sich in der Carotis eine Ablagerung, so wird diese doch nie und nimmer bis ins Herz (Myokardinfarkt) gelangen, sondern sicherlich bereits im Gehirn steckenbleiben (Schlaganfall), oder?

ministry
00
27.3.2010, 23:50

ganz einfach: eine verengte Halsschlagader ist eine Gefässerkrkanung, genauso wie die ursache des Herzinfarktes (herzkranzgefässverengung)....diese gefässveränderungen finden sich häufig in mehreren gebieten.....
und die operation wird gemacht damit kein stent gesetzt werden muss.....

Ivan Fedorov
00
27.3.2010, 17:08
das sind halt eher die generellen operationskomplikationen

die nicht unbedingt durch die spezifische operation selbst entstehen, sondern durch die begleitumstände begleitumständen (zb. erhöhte risiken für thrombosen, komplizierte infektionen etc. bei längeren kh-aufenthalten)

Advaita0
20
27.3.2010, 00:09
warum zwischen Teufel und Pelzebub wählen müssen?

Beide bergen die Gefahr von Schlaganfällen durch gelöste Teile aus der Carotis.

OMEGA 3 FETTSÄUREN lösen Schlacken! Warum wird im Artikel und auf den Unis nicht auf diese natürliche Vorsorge verwiesen!

Die Ignoranz auf allen Seiten gegenüber Nahrungsergänzungen ist umwerfend. Wahrscheinlich weil da keine Lobby ist...

andererMeinung
00
23.4.2010, 14:41
Becel vs. ASS

Omega 3 Fettsäuren als Präventiv-Maßnahmen gegen Gefäßverkalkung(sicher sehr wirksam), sie sind lustig. Soll man in Zukunft also anstatt T-ASS einfach Becel verschreiben?

Des Bodens Satz
 
00
13.4.2010, 13:09
Pelze gehören den Tieren!

protagonist
 
00
28.3.2010, 12:43

Sie können das ganze aber auch in schön haben:

http://www.informationisbeautiful.net/visualiza... pplements/

Kathi1609
 
00
28.3.2010, 10:31
"Natürliche Vorsorge" ??? Jemand, der eine genetische Disposition hat wie meine Tante, die dank Stenting seit Jahren wieder gut lebt, wird sich bei Ihrem Posting wirklich nur ans Hirn tippen können!


Eine optimal gesunde Lebensweise ändert nichts dran, dass der eine oder andere an der einen oder anderen Krankheit erkrankt. Es haben auch schon "Gesundheitspäpste" mit 70 nach einem HI die Patschen gestreckt ...
Gut, dass die Medizin sich überlegt, mit welchen Maßnahmen man da am besten helfen kann, ohne mehr als nötigen Schaden zuzufügen.

Nahrungsergänzungsmittel keine Lobby???? Dass ich nicht lach. Gehen Sie z.B. zu den Schwangeren, da wird ja jeder vermittelt, sie wär fahrlässig, wenn sie nicht 20 Pulverchen schluckt. Da z.B. wurde eben rausgefunden, dass das Schlucken von Folsäure in der Spät-SS (wird oft verschrieben) die kindliche Lungenentwicklung schädigt.
Aber jaja, Nahrungsergänzung ist die Lösung für alles ...

ministry
00
27.3.2010, 23:53

erstens hilft das jemanden wenig der bereits eine stenose dort hat. zweitens ist es relativ wursch wieviel omega 3 fettsäuren sie in sich werfen wenn sie raucher, alt hypertoniker sind uswsw....wenn die menschen nciht rauchen würden, ihren blutdruck besser im griff hätten...was ja auch mit dem gewicht, bewegung usw zu tun hat, wenn sie menschen..., wenn, ja nur wenn......die ganze vorsorge nutzt nix wenn die leute sich selber schädigen..auch keine omega 3 fettsäuren....

Nessus
00
28.3.2010, 08:57
Leider...

... ist von denen, die eine optimale Lebensweise praktizierten, auch noch keiner übergeblieben.

"Herr Doktor, wenn ich nix rauch, nix trink und perfekt leb, werd ich dann 120?" Na, aber es wird ihnen so vorkommen"

onkel frank
00
27.3.2010, 22:34
mhm

Actimel dazu?

scrubby *****
00
27.3.2010, 20:43
keine lobby für nahungsergänzung?

das meinen sie doch nicht ernst, oder?

omega 3 fettsäuren lösen keine "schlacken" auf, sie wirken gänzlich anders: http://de.wikipedia.org/wiki/Omeg... %C3%A4uren

franklin delano romanowski
00
26.3.2010, 16:13
[]

wo wurde dieser text rauskopiert respektive wer ist zielgruppe?

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