92 Millionen Chinesen leiden an der Stoffwechselerkrankung
Peking - China ist mit einer Diabetes-Epidemie konfrontiert. Beinahe einer von zehn Erwachsenen leidet bereits an der Krankheit. Der größte Teil der Erkrankungen wird jedoch nicht diagnostiziert. Zu diesem Ergebnis ist eine Untersuchung unter Beteiligung des China-Japan Friendship Hospital gekommen.
Über 90 Millionen Diabetiker
Die Tests ergaben laut der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Ergebnisse, dass Diabetes endemischer ist als bisher angenommen. Diese Zahlen gehen davon aus, dass in China rund 90 Millionen Diabetiker leben, also viel mehr als in Indien. Das rasche wirtschaftliche Wachstum hat die Gesundheit der Menschen angegriffen.
Urbanisierung, veränderte Ernährungsgewohnheiten und eine sitzende Lebensweise werden dafür verantwortlich gemacht. Neben den 92 Millionen erwachsenen Chinesen die an Diabetes leiden, weisen weitere 150 Millionen bereits frühe Symptome auf. Damit sehen sich die offiziellen Stellen in Peking mit einem riesigen Gesundheitsproblem konfrontiert. Diabetes ist bei Krankheiten wie Herzleiden, Schlaganfällen und Nierenerkrankungen ein entscheidender Faktor.
Veränderter Lebensstil
In den letzten zehn Jahren sei die Wirtschaft des Landes rasch gewachsen, der Lebensstandard der Menschen habe sich verbessert und ihr Lebensstil verändert, erklärt Yang Wenying, Leiterin der Endokrinologie am China-Japan Friendship Hospital. In den USA sind ähnlich viele Menschen betroffen.
Die aktuellen Untersuchungen basieren auf einem repräsentativen Sample von mehr als 46.000 Erwachsenen über 20 Jahren, die in 14 Provinzen und Gemeinden leben. Im vergangenen Jahr wies eine US-Studie darauf hin, dass Diabetes zu einem weltweiten Problem wird. Mehr als 60 Prozent der Erkrankungen werden in Asien erwartet. (pte)