Expertengruppe liefert Endbericht zu Lehrerbildung

26. März 2010, 12:32
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3-Phasen-Modell soll Ausbildung neu strukturieren - Erstausbildung wird an Unis und PHs gemeinsam absolviert

Am 29. Jänner 2009 trat die von Bildungsministerin Schmied und Ex-Wissenschaftsminister Johannes Hahn einberufene Expertengruppe an, um Empfehlungen für eine neue "Lehrerinnen(aus)bildung" auszuarbeiten, jetzt liegt der Endbericht dazu vor.

Darin wird ein einheitliches 3-Phasen-Modell in der LehrerInnenausbildung empfohlen, bestehend aus einer "Grundbildung", "Berufseinführung" und "lebensbegleitende Lern-, Fort- und Weiterbildung". Die Grundbildung umfasst ein Bachelorstudium: Damit wird auch die Berufsfähigkeit erreicht, allerdings nur für bestimmte Einsatzbereiche. "Mit dem Ende des Bachelorstudiums ist nicht das Ende der Ausbildung erreicht", betont der Vorsitzende der Expertengruppe im Gespräch mit derStandard.at.

Start des neuen Studiums: Möglicherweise 2015

Nach dem Bachelor kann also gleich an der Schule unterrichtet werden, daneben werden die Kompetenz im Masterstudium noch vertieft. Für gewisse Aufgaben ist ein Masterstudium verpflichtend, etwa die Abnahme von Maturaprüfungen. Dieses neue Modell soll es auch Quereinsteigern erleichtern in den Lehrberuf zu wechseln, die Hierarchisierung von verschiedenen Ausbildungsprofilen soll ebenfalls aufgeweicht werden.

Die Eignung für den Lehrberuf sollen die Interessierten - so die Expertengruppe - selbstständig noch vor Beginn des Studiums testen. "Hier braucht es allerdings gleiche Standards und Verfahren für alle unterschiedlichen Lehrberufe", sagt Härtel. In der verbindlichen Studieneingangsphase sollen die Studierenden dann auch gleich mit ihrem Arbeitsumfeld - dem Klassenzimmer - vertraut gemacht werden und so ein weiteres Mal die Eignung überprüft werden. "Das sind keine Knock-Out-Prüfungen", betont Härtel, der auf eine Selbstreflexion der Studierenden hofft und ein Eingreifen der Institutionen selbst als "ultima ratio" sieht.

Durch bundesländerübergreifende Cluster sollen die unterschiedlichen (Aus-)Bildungseinrichtungen im Zuge der Lehrerbildung besser zusammenarbeiten und ihre Angebote bündeln.

Ob die LehrerInnenbildung neu ein Erfolg wird, werde sich vor allem daran messen, ob Änderungen im Rahmen einer Verwaltungsreform und Neugestaltung des Dienstrechts platzgreifen würden, argumentiert die Expertengruppe. Ihr Zeitplan sieht vor, dass das neue Studium mit 2015 starten könnte. (edt/derStandard.at, 26.03.2010)

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