Parlament sagt "yea" zu Änderungspaket

26. März 2010, 07:47
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    foto: reuters

    This is what change looks like.

Abstimmung mit 220 zu 207 Stimmen - Republikaner hatten wegen Verfahrensfehlern erneutes Votum erzwungen - Drohungen gegen demokratische Politiker

Washington - Nach einer parlamentarischen "Ehrenrunde" ist das Gesetz zur Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama nun endlich komplett: Der Kongress stimmte am Donnerstag einem Paket von Änderungen am Reformentwurf zu, der im Rahmen eines Budget-Verfahrens eigentlich nur noch durch den Senat musste. Durch ein taktisches Manöver der Republikaner landete das Gesetzespaket dann aber noch ein zweites Mal im Abgeordnetenhaus. Am späten Abend segneten die Parlamentarier ihn schließlich erneut ab - mit 220 zu 207 Stimmen. Nun fehlt nur noch die Unterschrift von Obama und das Gesetz ist mitsamt seinen Änderungen gültig.

"Wir sind alle müde, aber dies war ein Kampf um ein Gesetz, der eines Tages in die Rekordbücher kommt", sagte der Führer der Demokraten im Senat, Harry Reid. Seine Partei hatte dort zwar mit 56 zu 43 Stimmen das Änderungspaket zu dem Reformgesetz durchgesetzt, das Obama bereits am Dienstag unterzeichnet hatte. Jedoch bestanden die Republikaner auf der Korrektur eines Details.

Am Sonntag hatte das Abgeordnetenhaus das Gesetz bereits mit hauchdünner demokratischer Mehrheit verabschiedet. Mit der Reform sollen 32 Millionen bisher nicht versicherte Amerikaner eine Krankenversicherung erhalten. Die Gesundheitsreform, ein Kernanliegen des Präsidenten, soll stufenweise bis 2018 in Kraft treten.

Die Republikaner sagten geschlossen nein. Obama setzte das Gesetz zwar am Dienstag in Kraft - aber es stand von vornherein fest, dass es noch einmal geändert werden muss. Das Abgeordnetenhaus hatte die Modifizierungen gleich nach der Billigung der Senatsvorlage beschlossen - ein Schachzug der Demokraten, der es Gegnern in den eigenen Reihen ermöglichen sollte, dem Senatsentwurf zuzustimmen.

Konkrete Morddrohungen gegen Demokraten

Der weiterhin erbitterte Streit um die Reform hat sich inzwischen auch in Gewalt niedergeschlagen. In den Büros von vier Kongressmitgliedern wurden die Fensterscheiben eingeworfen, und ein Abgeordneter fand nach Medienberichten auf dem Rasen seines Hauses einen Sarg vor. Mindestens zehn Demokraten im Abgeordnetenhaus haben Morddrohungen erhalten und um Polizeischutz für sich und ihre Familien gebeten. In einem anderen Fall wurde die Adresse eines Parlamentariers ins Internet gestellt und dazu aufgerufen, am kommenden Wochenende vor seinem Haus zu protestieren.

Die demokratische Führung zeigte sich besorgt über diese Auswüchse. Der republikanische Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, John Boehner, distanzierte sich von dem Vorgehen der radikalen Reformgegner. Mehrere Demokraten machten die Republikaner aber für die aufgeheizte Stimmung mitverantwortlich.

Morddrohungen erhielt unter anderem der demokratische Parlamentarier Bart Stupak, ein Abtreibungsgegner. Er hatte am Sonntag der Reformvorlage zugestimmt, aber erst nach Zusicherungen, dass vom Staat bezuschusste Krankenversicherungen auch künftig nicht für Abtreibungen aufkommen. In seinem Büro wurde eine Nachricht mit dem Wortlaut hinterlassen: "Sie sind tot. Wir wissen, wo Sie leben. Wir werden Sie kriegen." Stupaks Parteikollegin Louise Slaughter erhielt bereits vorige Woche einen Anruf mit der Drohung, dass Heckenschützen losgeschickt würden, um Kinder von Unterstützern der Reform umzubringen.

Der Republikaner John Boehner erklärte: "Ich weiß, dass viele Amerikaner wütend über dieses Gesundheitsgesetz sind, und die Washingtoner Demokraten hören einfach nicht zu", sagte Boehner. "Aber (...) Drohungen und Gewalt sind inakzeptabel." (red/APA/AFP)

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Odo
80
27.3.2010, 12:45
Präsident Obama wird das "Reparaturgesetz" am kommenden Dienstag unterzeichnen und in Kraft setzen.

http://news.yahoo.com/s/ap/2010... F0b3NpZ25s

Nach einer CNN-Umfrage erwarten nur noch 44 % der US-Bürger einen Wahlsieg von Präsident Obama in 2012, 54 % dagegen einen Erfolg eines Republikaners. Auch noch interessant: Jeder fünfte Demokrat möchte, dass nicht Obama, sondern jemand anders für die Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2012 antritt.

http://politicalticker.blogs.cnn.com/2010/03/2... gSAlzJVspd

meinemeinu
00
28.3.2010, 15:29
tztztz

....das ist was die Republikaner sagen!

backamus
04
27.3.2010, 14:19

Ja, die Umfragen sind ohne Zweifel "interessant". Die Aussagekraft ist freilich gering.
Laut dieser CNN-Umfrage hatte beispielsweise Clinton 1994 15 Punkte Rückstand auf einen Republikaner, gar ein Drittel der Demokraten wollte einen anderen Kandidaten, nur 24 % glaubten, er würde die Wiederwahl gewinnen (Jän. 1995).

Und was die allgemeinen Zustimmungsraten Obamas anbelangt, verweise ich immer wieder gerne auf Ronald Reagan, der zu diesem Zeitpunkt teilweise schlechtere Werte hatte.

Aber ok... die Republikaner dürfen träumen. Es wird aber ein böses Erwachen geben im November 2012. :-)

Odo
00
28.3.2010, 07:26
"nur 24 % glaubten, er würde die Wiederwahl gewinnen (Jän. 1995)."

Das war aber nach dem Wahltriumph der Republikaner in 1994. Wenn die Republikaner am 2. November einen ähnlichen Erfolg landen, werden Obamas Werte sicherlich auch nochmals deutlich schlechter werden und sich dann den Werten Bill Clintons annähern.

Was die allgemeinen Zustimmungsraten Obamas im Vergleich zu denen Reagans anbelangt: Die absoluten Zahlen mögen ähnlich sein, Reagan hat aber mit deutlich niedrigeren Zustimmungsraten begonnen als Obama, genauso wars auch bei Clinton. Das Ausmaß des Einbruchs in den Umfragen bei Obama ist also beispiellos.

Nachweislich aufgeklärtester Bürger der EU
 
00
27.3.2010, 10:37
Kann mir bitte jemand erklären, warum die Reps

sich gegen das Gesetz so wehren!
Es wurde doch von demokratischer Seite vereinbart, dass Abtreibungen auch in Zukunft nicht bezuschusst werden sollen.
Haben die Reps ein vernünftiges Argument vorgebracht?

Odo
281
26.3.2010, 16:01
"Drohungen gegen demokratische Politiker"

Dass auch republikanische Politiker, unter anderem die "Nr. 2" im US-Repräsentantenhaus Eric Cantor, Anfeindungen von der Gegenseite ausgesetzt sind, wird natürlich unterschlagen. Das passt halt nicht ins Bild von den "guten" Demokraten und den "bösen" Republikanern.

Pro Freistaat Kärnten!
 
01
29.3.2010, 14:06
Das ist die typische wehleidige eindimensionale Sicht eines Republikaners

"Anfeindungen" mit Morddrohungen zu vergleichen.

Odo
00
30.3.2010, 02:52
Es gab gegen Eric Cantor auch Morddrohungen und mittlerweile eine Verhaftung.

http://thehill.com/blogs/blo... ill-cantor

Manni Lekmi
00
29.3.2012, 06:30
Reps=Pussies

... die "news" ist zwei Jahre alt.

wu-wien
00
27.3.2010, 02:00
Na wer Jahrelang so viel Sch....ss gebaut wie die Reps.....

...und es sogar unter Obama noch tut verdient Anfeindungen.Oder glauben sie die Iraker haben nicht unter den Anfeindungen der Reps gelitten und sind dabei zu tausenden gestorben?

siu
17
26.3.2010, 16:22
Ein bisschen seriös ist der Standard eben doch noch...

... und nimmt nicht jedes märchen in den auslandsteil auf.

lesen Sie den report der polizei:

http://www.google.com/hostednew... wD9ELT6600

es handelt sich klar um ein zufallsgeschoss... cantor sollte sich selber fragen, ob nicht die waffenlobby die gefahr ist...

Odo
20
27.3.2010, 12:29
Cantor bekam nach seinen Angaben auch Drohungen via E-Mail.

g'stieß
00

produce the evidence.

Dante Alighieri
08
26.3.2010, 16:22

Da gehts nicht um "Anfeindungen von der Gegenseite", da gehts um mehrere Morddrohungen. Ihr Versuch der Gleichsetzung und Verharmlosung ist also vollkommen unangebracht.

Midway
31
26.3.2010, 15:52
eigentlich...

...ist das volk da drüber alles andere als modern! eher mittelalterlich primitiv!

Sanguinius
00
26.3.2010, 20:49

Sind ja erst ca 240 alt.

opaka
00
26.3.2010, 15:15
Soviet Amerika

On Peter Lavelle's CrossTalk his guests are asked whether the US is following the historic path that led to the collapse of the Soviet Union.

http://www.youtube.com/watch?v=u... 43F6D0495F

aceFruchtsaft
43
26.3.2010, 13:30

Wie lange werden die USA wohl noch ihre Führungsrolle in der Welt aufrecht erhalten können, wenn sie sich so konsequent auf dem Weg zum failed state befinden und substantielle Teile der Bevölkerung aus Voll1d10ten bestehen?

Miklaus Röchlinger
37
26.3.2010, 13:23

es scheitn manchmal als lebten die gefährlicheren "Taliban" nicht in Afghanistan, sondern in den USA...

Nachweislich aufgeklärtester Bürger der EU
 
00
27.3.2010, 10:34
Wusste garnicht, dass die US-Justiz Frauen steinigen lässt.

siliconvalley
00
26.3.2010, 20:19

und wie viele Mädchenschulen werden in USA denn so niedergebrannt?

h h h
00
26.3.2010, 19:44

Ach, wieviele Selbstmordattentäter gibts denn in den USA?

jo, na, eh!
00
28.3.2010, 12:29

In den Schulen doch einige.....

Grammelschmalzbrot
63
26.3.2010, 13:17
Das sich die Amerikaner so gegen eine Gesundheitsreform wehren ...


... wundert mich ja nicht. Das Mutterland des Übergewichts und Vaterland des Krieges hat mit Gesundheit seit jeher wenig am Hut gehabt. McDonald, BurgerKing, etc und Krieg gegen die (moslemische) Welt ist einfach mehr ihr naturell!


;-)

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