"Christen"-Chef Gehring ist dritter Kandidat

25. März 2010, 16:47
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Ulrich Habsburg-Lothringen ist gescheitert, aber ein anderer hat 6000 Unterstützungserklärungen beisammen: Rudolf Gehring tritt gegen Heinz Fischer und Barbara Rosenkranz an.

Wien - "Die Sensation ist geglückt", jubelt Rudolf Gehring. Der Parteichef der "Christen" hat seine 6000 Unterstützungserklärungen beisammen, wird diese am Freitag bei der Wahlkommission des Innenministeriums einreichen und kann damit bei der Bundespräsidentenwahl am 25. April antreten. Damit dürfte es drei Kandidaten geben. Andere Bewerber, die sich ebenfalls um Unterstützung bemüht haben, dürften allesamt gescheitert sein.

Gehring selbst sieht sich als Kandidat der "bürgerlichen Mitte" - zwischen dem linken Heinz Fischer und der rechten Barbara Rosenkranz, wie er selbst formuliert. Damit stehe "wenigstens ein Kandidat zur Auswahl, für den sich kein Österreicher genieren muss".

Abendländische Werte

Gehrings Unterstützungskomitee startete gleich einen Spendenaufruf. Man benötige noch dringend Geld für den kommenden Wahlkampf, "damit auch jene Österreicher, die Gehring noch nicht kennen, über diesen untadeligen und fest auf dem Boden der christlich-abendländischen Werte stehenden Mann informiert werden können".

"Wer bitte ist Rudolf Gehring?", fragt der Meinungsforscher Werner Beutelmeyer vom Linzer Market-Institut - und bekundet so seine Einschätzung der Wahlchancen des Christen-Kandidaten. Ohne professionell geschürte öffentliche Aufmerksamkeit könne ein Kandidat in den wenigen Wochen bis zur Wahl allenfalls einen niedrigen einstelligen Prozentsatz der Wähler tatsächlich gewinnen. Dass Gehring ein Angebot an ÖVP-Wähler sein könnte, glaubt Beutelmeyer nicht: Er sei erstens nicht von der Partei unterstützt, die Christen seien zweitens mehrfach gegen die ÖVP angetreten und hätten drittens den falschen Absender. Beutelmeyer: "Die Kirche hat einen massiven Vertrauensverlust erlitten. Ein Christen-Kandidat wird also mit einer beschädigten Marke gleichgesetzt und wird sich schwertun, Erneuerung zu vermitteln."

Ein anderer Bewerber musste am Donnerstag aufgeben: Für Ulrich Habsburg-Lothringen war da schon klar, dass er die 6000 für eine Kandidatur notwendigen Unterstützungserklärungen nicht zusammenbringen würde. Der in Wolfsberg in Kärnten lebende Habsburg-Lothringen ist damit mit seiner Kandidatur gescheitert. (cs, völ, APA, DER STANDARD, Printausgabe, 26.3.2010)

  • Dieser Mann will Bundespräsident werden: Jedenfalls hat Rudolf Gehring
die Unterschriften für eine Kandidatur beisammen. Und er glaubt an
seine Chance.
    foto: cremer

    Dieser Mann will Bundespräsident werden: Jedenfalls hat Rudolf Gehring die Unterschriften für eine Kandidatur beisammen. Und er glaubt an seine Chance.

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