Die erste Nahaufnahme ferner Sternfabriken

26. März 2010, 12:20
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    illustration: eso/m. kornmesser

    Illustration der Galaxie SMM J2135-0102

Ein Zufall hat das APEX-Teleskop in eine weit entfernte, außergewöhnlich helle Galaxie blicken lassen

Mit Hilfe des APEX-Teleskops auf dem Chajnantor-Plateau in den chilenischen Anden konnte ein Astronomenteam erstmals die Ausmaße und Helligkeiten von Sternentstehungsregionen in einer fernen Galaxie bestimmen. Deren Licht benötigt 10 Milliarden Jahre, um uns zu erreichen, gab die Europäische Südsternwarte ESO bekannt. Eine kosmische "Gravitationslinse", ein uns näher gelegener Galaxienhaufen, vergrößert das Bild der Galaxie und verschafft uns damit eine Nahansicht, die weit jenseits des Leistungsvermögens heutiger Teleskope liegt. Dass Galaxienhaufen und Galaxie exakt so angeordnet sind, dass sie als Gravitationslinse wirken, ist allein dem Zufall zu verdanken.

Da wir die neu entdeckte, außergewöhnlich helle Galaxie, die den Namen SMM J2135-0102 erhalten hat, heute so sehen, wie sie vor 10 Milliarden Jahren war, blicken wir ins frühe Universum. Die Beobachtung mit dem Teleskop für Submillimeterwellenlängen hat gezeigt, dass die Galaxien des frühen Universums Stätten äußerst aktiver, geradezu hektischer Sternentstehung waren. Darin wurden mehr als einhundert mal so schnell neue Sterne wie heutzutage gebildet. Im Inneren der neu entdeckten Galaxie werden kosmische Staubteilchen von Sternenlicht aufgeheizt, leuchten hell auf und machen sie so zur hellsten weit entfernten Galaxie am Submillimeterhimmel, gab die ESO bekannt.

Der massereiche Galaxienhaufen wirke wie ein natürliches Teleskop mit 32facher Vergrößerung. "Dank des Vergrößerungseffektes werden unglaublich viele Details der Galaxie sichtbar - und das, obwohl diese Galaxie so weit entfernt ist, dass ihr Licht rund 10 Milliarden Jahre lang unterwegs ist, bevor es uns erreicht", so Mark Swinbank von der Universität Durham, der Hauptautor des Fachartikels, in dem die Entdeckung beschrieben wird. "Wir haben die Galaxie anschließend mit dem Submillimeter Array auf Hawaii genauer untersucht, und konnten dabei sogar die Details in einzelnen der Staubwolken ausmachen, in denen Sterne entstehen." In wenigen Jahren werden derartige Beobachtungen dank zukünftiger Teleskope wie ALMA (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array), das derzeit auf dem Chajnantor-Plateau errichtet wird, auch ohne kosmischer "Gravitationslinse" möglich sein. (red)

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Der Ätzer
00
Gestern, Ostersamstag, war ein Grundkurs für FS3 im Fernsehen!

Die Sonne und deren verdrillten Magnetfelder, die durch Differenzrotation, ein Teil dreht sich unterschiedlich schnell zu einem Anderen, entstehen.

Jetzt weiß ich woher die Ansagen stammen.

Raubkopierer
02
27.3.2010, 20:48
"plasma-linse"

das wort heißt "plasma-linse"

gaisbock
00
26.3.2010, 15:00
zufälligerweise ist dieser Zufall ein zufälliger Zufall

gut dass die Galaxie so lange stillgehalten hat.

WinstonSmith
00
26.3.2010, 13:51
Das Licht brauchte 10 Mrd. Jahre?!

Das verstehe ich nicht: Das Universum soll 13,75 Mrd. Jahre alt sein. Wenn das Licht jetzt 10 Mrd. Jahre braucht um bis zu uns zu kommen, dann muss diese Galaxie vor 10 Mrd. Jahren 10 Mrd. Lichtjahre entfernt gewesen sein. Wann hatte die dann Zeit um dorthinzukommen? In den 3,75 Mrd. Jahren davor? Hatte die Galaxie damals "Wahnsinnige Geschwindigkeit" oder was?

Update: Hab grad ein bissl gegooglelt und auf Wikipedia den Beobachtungshorizont gefunden. Der ist 45 Mrd. L.J. Es kann also Licht bis zu 45 Mrd. Jahre zu uns brauchen obwohl das Universum nur 13,75 Mrd. Jahre alt ist. Und jetzt kommt der Hammer: Die Ausdehnung des Universums ist 78 Mrd. Lichtjahre, zurückgelegt in 13,75 Mrd. Jahren. Wie war das mit Einstein?
:-) *confused*

Wichtel
00
28.3.2010, 16:36
Ein Photon (Lichtteilchen) bewegt sich zwar mit Lichtgeschwindigkeit im Vakuum, aber innert der Sonne viel langsamer, wegen der ständige Kollisionen!

Nach entstehen eines Photons braucht es fast 100000 Jahre um an der Sonnenoberfläche abgestrahlt zu werden.

Das mit den über dem All-Halbmesser liegende Zeitintervall verstehe ich auch nicht, aber die Zeitspanne von 10Milliarden Lichtjahren erkläre ich mir mit dem raschen Auseinandertrifften der Gebilde, schließlich hat das Universum einen Durchmesser von fast 30 Milliarden Lichtjahre.

Markus M.
00
27.3.2010, 23:45
Fuer die enorme Ausdehnung des Universums,

die scheinbar (aber nicht tatsaechlich) die Relativitaetstheorie verletzt, gibt es zwei Gruende: die Inflationstheorie und dunkle Energie. Beide sind durch Beobachtungen z.Z. ziemlich gut bestaetigt. Die "Inflation" fand innerhalb der ersten Sekunde nach dem Urknall statt und fuehrte zu einer Ausdehnung der Raumzeit, d.h. der Raum zwischen den Dingen wurde quasi "breiter", ohne dass die Dinge selber schneller (als Licht) wurden. Quantenfluktuationen in dieser Zeit wurden dadurch "aufgeblasen" und formen heute z.B. Supercluster von Galaxien. Die dunkle Energie, die ca. 75% der Energie unseres Universums ausmacht, hat heute einen vergleichbaren, wenn auch schwaecheren Effekt, der die Expansion unseres Universums scheinbar beschleunigt.

Michael Bakunin
01
26.3.2010, 15:35

nein, die galaxie war vor 10 mrd jahren viel näher als 10 mrd lichtjahre bei uns. denn seit dem aussenden des lichts hat sich der ram zwischen der galaxie und der erde erheblich ausgedehnt. imzwischen kann die galaxie aber schon viel weiter weg sein als 10 mrd jahre. je nach ausdehnungsgeschwindigkeit des alls.

Bartleby
02
26.3.2010, 14:52

Die Antwort ist, wir empfangen Licht von Sternen, die sich mit mehr als Lichtgeschwindigkeit entfernen. Mit bis zu 6facher Lichtgeschwindigkeit fliegen die entferntesten Objekte von uns weg. Daher die 46 Lichtjahre, die sie im Moment von uns weg sind.
Dies ist KEINE Verletzung der SR, weil ihre Flucht kein tatsächliches Wegbewegen ist, sondern an der Vergrösserung der Distanzen liegt, die aus der kosmischen Expansion folgt. Auch ist die Rotverschiebung nicht wirklich ein Dopplereffekt, sondern liegt auch an der Dehnung der Raumzeit.
Genauso ist eine Galaxie deren Licht 10 Mil Jahre zu uns gebraucht hat, beim Versenden dieses Lichts nicht 10 Lichtjahre von uns weg gewesen, sondern viel näher, sie hat sich ja 10 Mil Jahre von uns wegbewegt.

WinstonSmith
00
26.3.2010, 14:59
danke, sehr aufschlussreich

aber ich habe angenommen, dass Geschwindigkeit immer relativ zu irgendetwas gemessen werden muss. Wenn ich mich also mit Fast-Lichtgeschwindigkeit bewege und eine Kanone in Bewegungsrichtung abfeuere, deren Projektil ebenfalls Fast-Lichtgeschwindigkeit hat, dann hat das Projekttil deswegen doch auch nicht Fast-Doppellichtgeschwindigkeit. Weder aus meiner Perspektive noch aus Perspektive eines dritten Beobachters, oder?

Aristarch
00
26.3.2010, 15:23

Sie bewegen sich bezogen auf den Beobachter A mit einer Geschwindigkeit von 0,9 c. Sie schießen in die gleiche Richtung eine Kanonenkugel auch mit 0,9 c ab.

Der Beobachter A misst für Sie die bereits erwähnten 0,9 c und für die Kanonenkugel 0,994475 c.

Frotzel
00
29.3.2010, 12:36
Die Bezugssystem sind ein Stolper (Ein)Stein!

Bartleby
00
26.3.2010, 15:11

Der dritte Beobachter sieht die Kanonkugel mit Fast-Lichtgeschwindigkeit + ein bisserl was, von ihnen wegfliegen. Das "bisserl was" ist allerdings viel kleiner als die Geschwindigkeit, die sie messen, weil der dritten Beobachter, die für Sie vergehende Zeit als beinahe stillstehend misst.
Ganz richtig muss Geschwindigkeit immer relativ zu etwas gemessen werden. Aber diese Messung ist eben von Beobachtern in verschiedenen Bezugssystemen unterschiedlich.

Michael Bakunin
00
26.3.2010, 15:04

die geschwindigkeit des lichts ist ist fast-lichtgeschwindigkeit, sondern genau lichtgeschwindigkeit. und diese ist eben nicht relativ zu einem beobachter, sondern absolut von jedem beobachter gleich schnell.

Bartleby
00
26.3.2010, 15:21

Erm sehe nicht, dass irgendwer behauptet hat, Licht fliege mit "Fast-LG".
Der Punkt ist, auch wenn die Kanonenkugel mit "Fast-Lichtgeschwindigkeit" abgefeuert wird, der Dritte Beobachter sieht sie immer noch langsamer als c (wegen Raumzeitdehnung).

Bartleby
00
26.3.2010, 15:29

Man kann laut Spezieller Relativitätstheorie Geschwindigkeit und Distanz nicht einfach addieren.
Man muss die Lorenztransformation verwenden um zu richtigen Resultaten zu kommen.
Für Geschwindigkeiten, die nicht knapp an LG liegen ergeben die Resultate allerdings fast das gleiche wie Addition.
http://en.wikipedia.org/wiki/Lore... formations

woifee 0.0
01
26.3.2010, 11:43

geiler name, am stammtisch dann: hey host scho de neichn bütl von SMM J2135-0102 gsegn?
na i interessier mi ned so fia SMM J2135-0102.
des konst doch ned moch SMM J2135-0102 is foi interessant

schon klar das man bei einer derarten menge an galaxien nummern und zahlenkombinationen braucht, aber nicht als name

F S 3
36
26.3.2010, 10:42
:) Cool! Da liest man voller Spannung - "Die erste Nahaufnahme…" und dann…

…darf man da so eine Illustration bestaunen.

Sind die verantwortlichen Herrschaften vielleicht auch im Rosshandel tätig - oder etwas zeitgemäßer - in der Branche Gebrauchtwagen?

birka
00
27.3.2010, 09:04
da werden Sie geholfen:

http://www.eso.org/public/au... 12-10.html

inkl Link auf Preprint

tschux
00
26.3.2010, 11:31
Externer Link

Daß der Standard die illustrierten Photos vom Eso als Symbolbild für den Artikel finde ich nicht verwerflich. Die verlinkte Esoseite ist wirklich sehenswert.

Schnecki004
00
25.3.2010, 23:28
Frage:

Sind diese Bilder farblich irgendwie verändert, oder sehe man mit dem menschlichen Auge genau das selbe, sofern man an dieser Position "verweilen" würde?

Selbst Findung
00
26.3.2010, 08:41

Die Bilder sind leicht angepasst, aber im Normalfall nicht eingefärbt. Sie werden dargestellt als hätte man die Galaxie heller gedreht ^^

Raubkopierer
00
26.3.2010, 06:39

soweit ich weiß eingefärbt

Loonquawl
00
25.3.2010, 23:22
Gravitationslinse.....frackin awsome!

Gilgamesch
00
25.3.2010, 22:17

und wieder nichts von fs3! langsam mache ich mir sorgen ...

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