Airlines melden steigende Passagierzahlen, seit Obama das Reiseverbot für Exilanten aufhob
Mehr als 250 Flüge starten durchschnittlich im Monat von den US-Flughäfen Miami, New York und Los Angeles, um Passagiere nach Havanna zu bringen, im Februar 2010 waren es sogar 400. Seit US-Präsident Barack Obama die Verfügung seines Vorgängers George W. Bush aufhob, die Exilkubanern nur einen Heimatbesuch alle drei Jahre erlaubte, steigen die Buchungen kontinuierlich.
2008 besuchten 170.000 US-Kubaner die Insel, 2009 waren es schon 250.000. Für heuer rechnen die Charter-Anbieter mit einem Anstieg um weitere 36 Prozent. Das 1962 verhängte Handelsembargo verbietet zwar US-Bürgern immer noch, die Karibikinsel zu besuchen, aber die 1,5 Millionen Exilkubaner sind eine attraktive Zielgruppe. Mittlerweile stellen sie hinter den kanadischen Kuba-Touristen die meisten Besucher der Insel.
Acht Airlines fliegen zwischen USA und Kuba
Die insgesamt acht Airlines, die die Insel von den USA aus anfliegen, befürchten allerdings, dass die im Jänner verschärften US-Sicherheitsvorschriften Passagiere abschrecken könnten. Die kubanische Regierung hat sich öffentlich darüber beklagt, dass das Land auf der Liste der 14 Staaten steht, für die vor dem Besteigen eines Flugzeuges in die USA besonders scharfe Kontrollen vorgeschrieben sind.
Bisher haben die US-Behörden allerdings laut Reiseveranstaltern auf die Umsetzung der umstrittenen Maßnahmen verzichtet. Tom L. Cooper, Besitzer der Fluglinie Gulfstream Airlines, sagte zu Reuters, die kubanischen Sicherheitsvorschriften für abreisende Passagiere seien ohnehin extrem scharf.
Ex-Frau eines Spions will Landegebühren kassieren
Wie lange die lukrativen Charterflüge noch Kuba anfliegen werden, ist allerdings ungewiss: die US-Bürgerin Ana Margarita Martinez hat eine gerichtliche Anordnung erwirkt, der zufolge die Landegebühren auf der Insel statt an kubanische Reisebüros in ihre Tasche gehen sollen. Martinez, die vier Jahre lang mit dem kubanischen Spion Juan Pablo Roque verheiratet war, hat erfolgreich eine 27-Millionen-Dollar-Entschädigung eingeklagt, weil die Ehe unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zustande gekommen sei. Dadurch sei sie zum "Opfer terroristischer Akte" geworden.
200.000 Dollar aus eingefrorenen kubanischen Konten und mehrere Flugzeuge, mit denen Kubaner nach Florida geflohen waren, wurden ihr bereits zugesprochen. Wenn die Chartergesellschaften wirklich die Gebühren an sie statt an ihre kubanischen Partner zahlen, befürchtet Rechtsanwalt Ira Kurzban, der die Airlines vertritt, wird es bald keine Landegenehmigungen mehr geben.
Ein Gericht in Miami kam Mitte März zu keiner Entscheidung, nun soll bis Monatsende eine Stellungnahme der US-Regierung eingeholt werden. (bed/derStandard.at)