Münchner Grafikerin hat Urheberrecht am "Tatort"-Vorspann

25. März 2010, 14:10
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Böttrich-Merdjanowa erhielt damals etwa 1.300 Euro, nun will die Grafikerin eine Nachvergütung

München - In Ausstrahlungen der TV-Kriminalserie "Tatort" muss künftig der Name der Grafikerin Kristina Böttrich-Merdjanowa als Urheberin des Vorspanns genannt werden. Die 21. Zivilkammer des Münchner Landgerichts hat das Urheberrecht der Künstlerin an dem Vorspann mit dem Auge im Fadenkreuz und den Beinen des davon laufenden Täters bestätigt und ihr Anspruch auf Auskunft über den Umfang der Nutzung zugesprochen.

Grafikerin will Nachvergütung

Ziel der Grafikerin ist eine Nachvergütung, sie hat seinerzeit eine einmalige Bezahlung von umgerechnet etwa 1.300 Euro erhalten.

Über die Höhe eines finanziellen Nachschlags wird gesondert entschieden, sollte das Urteil rechtskräftig werden. Beklagte waren die ARD-Sender Bayerischer Rundfunk (BR) und Westdeutscher Rundfunk (WDR).

Die Grafikerin hat nach ihrer Darstellung den Vorspann entwickelt und gestaltet. Diese Leistung sei viel zu gering vergütet worden angesichts mutmaßlicher Millionen-Einkünfte der ARD aus der Ausstrahlung der Serie. An deren Erfolg habe ihre künstlerische Leistung maßgeblichen Anteil. Laut BR hat eine Produktionsfirma den Vorspann im Auftrag des Senders gefertigt. Der Beitrag der Klägerin sei "untergeordnet" gewesen.

Wenn Böttrich-Merdjanowas Name als Urheberin künftig nicht genannt wird, droht den Sendern ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro. (APA)

  • Legendärer Vorspann mit Fadenkreuz: "Tatort"
    foto: ard

    Legendärer Vorspann mit Fadenkreuz: "Tatort"

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