Riesiger Unterwasser-Erdrutsch vor Afrika entdeckt

28. März 2010, 19:19
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    grafik: sebastian krastel

    Verteilung großer Hangrutschungen am nordwestafrikanischen Kontinentalhang (gelb) und auf den Flanken der Kanarischen Inseln (rot). In dem mittels Kasten markierten Gebiet in der Bildmitte entdeckten die Geowissenschaftler Spuren einer bisher unbekannten Hangrutschung mit gewaltigen Ausmaßen.

Kieler Forscher: Rutschung wahrscheinlich nur 2.000 Jahre alt - Risikoeinschätzung muss vielleicht neu überdacht werden

Kiel - Im Rahmen einer Expedition südlich der Kanarischen Inseln haben Kieler Meeresforscher Spuren einer gewaltigen, bisher völlig unbekannten Hang-Rutschung entdeckt. Die Rutschung ist wahrscheinlich nur 2.000 Jahre alt und könnte einige Theorien zur Entstehung großer unterseeischer Hangrutschungen in Frage stellen, gaben die Forscher bekannt.

Hintergrund

Als vor der Küste Nordwestafrikas Teile des Kontinentalhangs abrutschten, bewegten sich die Schuttmassen 900 Kilometer weit von der Abrisskante weg in den Ozean. Am Ende bedeckten sie eine Fläche von 150.000 Quadratkilometern am Meeresboden. "Das ist, als ob in den Alpen Lawinen abgehen und bis Kiel rutschen", erklärte Sebastian Krastel vom Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft". Unter seiner Leitung untersuchten Geowissenschaftler des Clusters, des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), des britischen National Oceanography Centre in Southampton sowie der Universität Dublin im Frühjahr den sogenannten "Sahara-Rutschungskomplex" etwa 450 Kilometer südlich der Kanarischen Inseln. 

Bisherige Annahmen

Bisher vermuteten Wissenschaftler, dass sich die größte Rutschung dort vor rund 50.000-60.000 Jahren abgespielt hat, als der Meeresspiegel des Atlantiks deutlich anstieg. Doch bei der vor kurzem beendeten Expedition fanden Krastel und sein Team Indizien dafür, dass sich eine weitere, gewaltige Rutschung ereignet haben muss - vor höchstens zwei- bis dreitausend Jahren und damit in einer klimatisch relativ stabilen Zeit. "Wenn sich das bestätigt, müssen wir vielleicht das Risiko von großen Hangrutschungen allgemein neu einschätzen", so Krastel.

Expedition

Zweieinhalb Wochen waren die Wissenschaftler mit dem Kieler Forschungsschiff POSEIDON südlich der Kanarischen Inseln unterwegs, um die bereits bekannte Sahara-Hangrutschung näher zu untersuchen. Mit Hilfe akustischer Messungen und mit Proben vom Meeresboden wollten sie die Mechanismen besser verstehen, die große Hangrutschungen am afrikanischen Kontinentalhang auslösen. Er gehört zu den passiven Kontinentalrändern, da dort keine Erdplatten aufeinander stoßen. Erdbeben sind relativ selten. "Die Theorie lautete bisher, dass größere Rutschungen an einem derartigen Kontinentalhang immer mit deutlichen Klima- und Meeresspiegelschwankungen zusammenhängen", erklärte Krastel.

Umso überraschter waren die Forscher, als sie klare Indizien für die geologisch sehr junge Rutschung vor rund 2.000 Jahren fanden. "Damals war die jüngste Eiszeit längst beendet, Klima und Meeresspiegel waren relativ stabil", so Krastel. Für die letzte Gewissheit müssen zwar die gewonnenen Proben im Labor noch genau datiert werden, aber Krastel ist sich sicher, dass die Beobachtungen stimmen: "Wir wissen ziemlich genau, wie viel Sediment sich dort in welcher Zeit ablagert. Der Rutschungsschutt, den wir gefunden haben, war kaum von Sediment bedeckt. Er kann nicht älter als zwei- bis dreitausend Jahre sein."

Mögliche Konsequenzen

Die Entdeckung könnte Konsequenzen für die Gefahrenabschätzung in allen nahen Küstenregionen haben. Hangrutschungen lösen im schlimmsten Fall verheerende Tsunamis aus. "Aber so weit muss man gar nicht gehen - auch unter Wasser richten sie genug Schaden an", betonte Krastel. Denn auf dem Meeresgrund stehen Bohrinseln, verlaufen Pipelines, liegen Telefon- und Datenkabel. Als 2008 im Mittelmeer ein Hang vor Sizilien abrutschte, blieben mehrere Staaten tagelang größtenteils vom Internet abgeschnitten, weil die Unterseekabel gekappt wurden.

Vor zweitausend Jahren hatte die Epoche historischer Aufzeichnungen im Mittelmeerraum schon begonnen. Antike Autoren wie Herodot oder Plinius der Ältere erwähnen auch die Kanarischen Inseln. "Vielleicht findet sich ja irgendwo ein Hinweis auf eine zeitlich und örtlich passende Katastrophe", hofft Krastel. Auch mit geologischen Methoden könnte man auf den Kanaren nach weiteren Spuren der Rutschung suchen. "Hat sie einen Tsunami ausgelöst, wird er die Kanaren erreicht haben. Ein nächster Schritt ist also, auf den Inseln nach entsprechenden Ablagerungen zu suchen", so der Forscher. "Je mehr wir über die Rutschungen und ihre Folgen wissen, desto eher verstehen wir den Mechanismus und können mehr über zukünftige Risiken sagen." (red)

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25 Postings
her wig
00
29.3.2010, 13:36

Und wieder einmal bestätigt sich: traue keiner Theorie die Du nicht selbst widerlegt hast. ;-)

Roky Erickson
00
28.3.2010, 23:32
Rutschungen völlig normal

Erdgeschichtlich betrachtet sind derartige Rutschungen ganz normale Vorgänge. Auch der Flysch in den österreichischen Alpen hat derartige Rutschungen als Grundlage.

Wurzelloser Kosmopolit
30
28.3.2010, 21:51

Wär das auch für Griechenland denkbar ?

Allmächtiger Satan
61
28.3.2010, 12:17

Wird langsam Zeit, dass die USA einen Präventivschlag gegen die Kanaren starten, um die nationale Sicherheit gegen diese Bedrohung zu shcützen.

j oe
03
28.3.2010, 10:58
atlantis?

velvet80
00
29.3.2010, 14:27

hab ich mir auch sofort gedacht,
die 151te Theorie, juhu!

LCD
00
28.3.2010, 19:20

Atlantis ist vor 10.000 Jahren untergegangen wenn man Plato glaubt. Vielleich ein früherer Hangrutsch?

au contraire
00
30.3.2010, 10:39

Vielleicht ist Atlantis auch einfach ganz "normal" untergegangen (was weiß ich, eventuell hatte der Auftriebskörper der atlantischen Schwimminsel ein Leck) und die große afrikanische Hangrutschung hat die Überreste dann vor zwei- oder dreitausend Jahren unter sich begraben, drum hat man auch noch nirgends was gefunden.

Undenkbar? Nicht unbedingt.

Irene Hager
00
29.3.2010, 09:33
Klaton könnte

sich aber auch in der Zeit geirrt haben bzw. einer falschen/missvertändlichen Information der Ägypter aufgesessen sein.

Wenn man nach der Ausprägung der Kultur geht, die er beschreibt, dann ist die klar bronzezeitlich, da würde zwei-dreitausend Jahre ganz gut passen.

So denn die ganze Geschichte von Atlantis nicht pure Phantasie ist....

:-))

Fritz Wunderlich
00
27.3.2010, 22:28

2008, als die vts von sabotage schwärmten, hehe?

erdrutsch, wie veränderte sich das meeresnivau? das klima?

klemens z
00
29.3.2010, 18:26
naja.

wenn ich "dreck" von unter-wasser-punk-A nach unter-wasser-punkt-B verlager, dann sollte das auf den Meeresspiegel (längerfristig) 0 auswirkung haben.

Lageos
05
27.3.2010, 18:36

Der Schwarm!!!

Wirsing
01
29.3.2010, 12:06

ein ganz tolles buch!

Dr. Fu Manchu
40
27.3.2010, 18:03

hurra, wir haben ein neues Katastrophen-szenario! bbc doku, weltuntergangshollywoodfilme, alles schon in planung...

peace & love
00
29.3.2010, 11:51
end day, bbc, 2005

Para Dox
00
28.3.2010, 00:11

Zumindest eine Doku darüber gibt's schon längst.

Der Tourist
00
27.3.2010, 22:05
25m Tsunami für die USA schon vorhergesagt

Die Katastrophen-Dokus gibt es schon. Schließlich sind für die Ostküste der USA schon 25m hohe Tsunami-Wellen vorhergesagt.

http://kuerzer.de/TsunamiUSA

Und die dafür ursächlichen Erdrutsche sind weitaus kleiner als die jetzt entdeckten...

Zinnmo
 
10
28.3.2010, 18:03

Die dort angesprochenen Rutschungen sind auf den Kanaren direkt. Die jetzt entdeckten Rutschungen sind am afrikanischen Festlandsockel, gegenüber den Kanaren. Ausserdem wäre das eine eine Rutschung in das Wasser hinein, hier ist es eine Rutschung unter Wasser. Das macht für einen Tsunami große Unterschiede. Auch wenn im oben besprochenen Fall viel mehr Mateial unterwegs war, der Tsunami war vermutlich wesentlich kleiner.

Jojo07
09
27.3.2010, 17:58
Also gabs Atlantis vielleicht doch?

LCD
01
28.3.2010, 19:24

Natürlich! Ist aber durch eine Explosion untergegangen (Der Antimaterie-Reaktor der den Kontinent mit Strom versorgte, ist explodiert). Es war eine schreckliche Katastrophe, aber die Opfer starben sehr schnell.

tonreg
00
28.3.2010, 12:24

"die Schmelze" von Risto Isomäki; dort wird auch über Atlantis spekuliert...

Mamonas
00
28.3.2010, 10:07

Skeptiker werden jetzt schlaflose Nächte haben. Vielleicht kann doch sein, was nicht sein darf ;-)

Raphael Hythlodeus
00
27.3.2010, 18:58
so eine große rutschung hat sicher einen hübschen tsunami ausgelöst...

Der Tourist
00
27.3.2010, 21:59
Die Amis hatten vorher schon Angst davor

Bisher dachte man nur, daß nur ein großer, sich gegenwärtig schon anbahnender, Hangrutsch auf den Kanaren New York bedroht. Jetzt scheint es noch größere Tsunami-Ursprungsorte zu geben.

So oder so ist das Ende nahe...

Anti-mens
13
27.3.2010, 23:05
ende gut, alles gut.

:-)

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