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Im Rahmen der Städtekonferenz UN-HABITAT sollen Städte in eine erneuerbare Zukunft geführt werden.
Rio de Janeiro/Hamburg - Städten könnte es ohne weiteres gelingen, ihre Energie mittelfristig zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Das berichten deutsche Wissenschaftler von der Universität Hamburg auf der Städtekonferenz UN-HABITAT in Rio de Janeiro. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen die Städte, die rund 80 Prozent aller eingesetzten Rohstoffe verbrauchen, jedoch eine Strategie mit Zeitplan - wofür die Forscher einen Vorschlag mit sieben Punkten liefern.
Maßnahmen
Sie raten, den Maßnahmen Vorrang zu geben, die innerhalb der Stadt geschehen können. "In erster Linie muss es darum gehen, einzelne Gebäude und Städte insgesamt möglichst energieeffizient zu gestalten, um den Verbrauch gering zu halten. In weiterer Folge muss die Versorgung durch neue Energieformen gesichert werden", erklärt Herbert Giradet, Programmdirektor des World Future Councils.
Mittlere und kleine Städte können erneuerbare Energie weit über dem Eigenbedarf erzeugen und somit zu Exporteuren werden. In großen Städte und Metropolen sieht die Lage etwas anders aus. "Die Zulieferung erneuerbarer Energie aus dem Umland und von weiter entfernten Gegenden wird notwendig sein. München setzt jetzt schon einen Plan um, der die Stadt bis 2025 komplett auf erneuerbare Energien umstellen soll. Dazu bezieht sie Solarenergie aus Italien und Windenergie aus der Nordsee", so Giradet.
Verantwortung
Konkret gesteht der Sieben-Punkte-Plan den Stadt- und Landesregierungen hohe Verantwortung zu. Sie sollten Regulierungen und Standards etwa für neue Gebäude sowie Anreize für erneuerbare Energie schaffen und den öffentlichen Verkehr sowie den Zugang zu Elektrofahrzeugen fördern. Günstig sei in diesem Zusammenhang, die Infrastruktur selbst zu besitzen, betont Giradet. "Die Möglichkeiten, Akzente zu setzen, sind in diesem Fall größer. Doch auch bei Privatisierungen können gesetzliche Auflagen die Weichen für erneuerbare Energien stellen."
Mehrere Vorbilder werden diesbezüglich angeführt. Amsterdam kaufte kürzlich den städtischen Energiebetrieb nach zwei Jahrzehnten zurück. Sacramento und Palermo tun sich durch entsprechende Initiativen zum Erhalt der Kontrolle über die Energieversorgung hervor. "Hamburg erlebte schon vor Jahren die Totalprivatisierung der Energieversorgung. Heute mischt die Stadt durch die Gründung eines Unternehmens für erneuerbare Energie wieder mit", so der Forscher.
Gezielter Ausbau von Grünflächen
Weitere Vorschläge sind, Prozesse der Planung und Genehmigung von erneuerbaren Energieanlagen zu erleichtern, Bildungsangebote für die Bevölkerung bereitzustellen und auch die städtischen Kohlenstoff-Senken zu nutzen. Erreichen könne man dies etwa durch den gezielten Ausbau von Grünflächen. "Erneuerbare Energie ist derzeit zwar noch teurer als fossile Brennstoffe, doch muss man auch deren enorme ökologische Kosten sehen. Zudem schafft die Förderung neue Arbeitsplätze." Gezeigt habe sich dies durch die 280.000 neuen Stellen, die durch die Einführung des Einspeisegesetzes für Solarstrom entstanden seien. (pte/red)
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Diese Entwicklungen auf kommunaler Ebene voranzutreiben, ist eine gute Idee. Einerseits weniger träge, als Initiativen in größererem Rahmen durchzubringen (national oder gar international; oh Gott siehe Copenhagen). Anderseits auch greifbarer für die Bürger.
Zudem kommt, dass kommunale Projekte meist wirtschaftlich interessanter sind, als jene auf Einzelhaushalts/Privater Ebene.
Und die supergroßtechnischen Lösungsansätze (sh. Desertec etc.) dienen doch nur der Erhaltung der Energieoligarchie einiger bestehender Dinosaurier, sind intransparent und demokratiepolitisch bedenklich. Wobei die zusätzlichen Kosteneinsparungen aufgrund des weiter vergrößerten Maßstabs nur mehr marginal sind.
Sie sollten die in der Umgangssprache eingebürgerten Begriffe etwas lockerer sehen.
"Verbrauchen" muss nicht heissen, dass da etwas verschwindet. Man kann "verbraucht" auch mit "etwas ist nicht mehr nutzbar", im weitesten Sinne sogar mit "etwas ist in etwas anderes umgewandelt" umschreiben. Damit würde es nicht im Widerspruch zu physikalischen Grundlagen stehen.
"Wortklauberei" ginge, wäre ich bei Ihnen. Es geht aber um das Verstehen des Problems, ohne das sinnvolle Lösungen nicht möglich sind. Vermeidung unnötigen Entropie-Zuwachses verlangt andere Maßnahmen als schlichtes "Erzeugen erneuerbarer Energie".
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