Bloggen für Daniela Düsentrieb

25. März 2010, 11:00
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Jeden 24. März sind BloggerInnen aufgerufen, Beiträge über Frauen in Naturwissenschaft und Technik abzusetzen. Wer Ada Lovelace überhaupt war? Ein Porträt.

Am 24. März wird alljährlich der Ada-Lovelace-Tag begangen, an dem Frauen in der Technik und Naturwissenschaft via Blogs in den Vordergrund gestellt werden. Interessierte BloggerInnen sind deshalb dazu aufgerufen, den Tag mit einem Blogeintrag über exzellente weibliche Leistungen auf diesen Gebieten zu begehen. Ziel der Initiative war 2009 eine Beteiligung von mindestens 1000 Frauen und Männern, die den Technologiebeitrag einer Frau würdigen und so auf die in der öffentlichen Meinung oft vernachlässigten Arbeiten von Frauen hinweisen. Heuer sollen bereits 3072 Menschen mitmachen. Der Artikel darf von einer lebenden und bereits verstorbenen Frau handeln, beispielsweise über Systemadministratorinnen, Unternehmerinnen, Programmiererinnen, Designerinnen, Soft- und Hardware-Entwicklerinnen, Journalistinnen oder Beraterinnen mit Technikbezug. (red)

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Die Namensgeberin des Tages gilt als Software-Entwicklerin der ersten Stunde: Ada Byron Lovelace, nach der die Programmiersprache ADA benannt wurde.

Die Erfinderin lebte zu einer Zeit (1815-1852), in der Frauen der Zugang zu den Universitäten verschlossen war. Umso bemerkenswerter erscheint ihre mathematische Ausbildung, die sie - angeregt durch ihre Mutter - im Selbststudium erwarb.
1833 traf sie auf den englischen Mathematiker Charles Babbage, der die „analytical engine" entworfen hat. Dabei handelt es sich um eine mechanische Rechenmaschine, die mit einem Satz von Grundoperationen und Lochkarten programmiert werden konnte: der Vorläufer des Computers.

Der Maschine "Leben eingehaucht"

Ada Lovelace´s genialer Beitrag besteht darin, dass sie Anwendungen für diese Rechenmaschine entwickelt hat, die über das Lösen von einfachen Rechenaufgaben hinausgehen. D.h. sie war die erste, die auf die Idee gekommen ist, dass der „Computer", den sich Babbage lediglich auf dem Papier ausgedacht hatte, auch dazu benutzt werden könnte, Musik zu machen, Webarbeiten und Muster zu entwerfen. Die Maschine sozusagen menschlich verwendbar zu machen.


Ihren wirklichen Durchbruch feierte Ada jedoch erst, als sie 1843 einen Artikel des italienischen Mathematikers Menabrea übersetzte, den dieser nach einem Vortrag von Babbage geschrieben hatte. Sie versah den Artikel mit eigenen Notizen, die dreimal so lang wurden wie das ursprüngliche Werk. Darin beschrieb sie Befehlsfolgen für die „analytical machine": Subroutinen, Schleifen und bedingte Sprünge von einem Befehl zum nächsten. Das ist der eigentliche Grund, dass Ada Lovelace heute als „erste Programmiererin der Welt" betrachtet wird. Aufgrund fehlender Geldmittel wurde Babbage´s Rechenmaschine nie gebaut und Adas Programmiersprache geriet in Vergessenheit. Erst mehr als 100 Jahre nach ihrem Tod wurden ihr ungeahnte Ehren zuteil: Eine bis dato unter „Green Language" bekannte Programmiersprache wurde 1979 ADA genannt. (dabu)

Links

2010: findingada.com

2009: Pledgebank: Ada-Lovelace-Day

Buchtipps

Sadie Plant: "Zeros and Ones"

Bruce Sterling/William Gibson: "The Difference Machine"

Dorothy Stein: "Ada: A life and a legacy", Cambridge (MIT Press) 1985

  • Die britische Mathematikerin Ada Lovelace ist wegen ihrer Arbeit zur
mechanischen Rechenmaschine "Analytical Engine" als "erste
Programmiererin" der Geschichte bekannt.
    foto: wikipedia

    Die britische Mathematikerin Ada Lovelace ist wegen ihrer Arbeit zur mechanischen Rechenmaschine "Analytical Engine" als "erste Programmiererin" der Geschichte bekannt.

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