Kritik der Grünen: Keiner trägt Verantwortung

24. März 2010, 19:00

Nach dem "Skandal": Zinggl fordert Konsequenzen ein

Salzburg - Mitte Dezember wurde Michael Dewitte, bis dahin Geschäftsführer der Osterfestspiele, fristlos entlassen - und vier Wochen später Klaus Kretschmer, der Technikdirektor der Sommerfestspiele. Die Verantwortung dafür, dass jahrelang Subventionen und Fördergelder veruntreut werden konnten, übernahm aber niemand: weder die Mitglieder der Kontrollinstanzen samt Salzburgs SP-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die im Kuratorium der Sommerspiele sitzt und geschäftsführende Präsidentin der Osterfestspielstiftung ist, noch Gerbert Schwaighofer, der als kaufmännischer Direktor alle Rechnungen über 7000 Euro freizugeben hat.

Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, kritisiert aber nicht nur die Salzburger Politiker und Festspielverantwortlichen: Er richtete diese Woche eine parlamentarische Anfrage an SP-Kulturministerin Claudia Schmied, die laut Festspielfondsgesetz einen Vertreter ins Kuratorium der Sommerfestspiele entsenden darf.

Zinggl will von Schmied unter anderem wissen: "Wie stellt sich aus Ihrer Sicht die Frage der politischen Verantwortung für den Korruptionsskandal um die Salzburger Festspiele dar? Sind Sie der Ansicht, dass die unternehmensinternen Kontrollmechanismen hinreichend effektiv gearbeitet haben? Falls nein: Welche Veränderungen wird Ihr Ministerium in seiner Eigenschaft als Hauptsubventionsgeber einfordern? Ist Ihrer Ansicht nach das Kuratorium seiner Kontrollpflicht hinreichend nachgekommen?"

Und weil Schmied letztes Jahr die Einsparung des Finanzchefs ab 2011 für zweckdienlich erachtete, fragt Zinggl: "Halten Sie es angesichts der jüngsten Skandale für sinnvoll, das Direktorium der Salzburger Festspiele auf zwei Personen zu reduzieren?" (trenk/ DER STANDARD, Printausgabe, 25.3.2009)

 

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