Springier: "Bild" und "Blick" fusionieren Ost-Blätter

24. März 2010, 17:40
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An der Ostholding sollen Springer und Ringier je 50 Prozent halten

Hüben Bild, drüben Blick: Lange schon wird dem Berliner Medienriesen Axel Springer Interesse an seinem Schweizer Pendant Ringier nachgesagt. Nun legen die beiden Boulevardverleger zusammen - aber allein ihr Osteuropageschäft.
Ringier gehören die größten Boulevardblätter in Tschechien, Slowakei, Ungarn und Serbien, Sonntagsblätter, Zeitschriften. Springer besitzt mit Fakt Polens Marktführer, dazu dort Sport- und Finanzblätter, Zeitschriften sowie Magazine in anderen Ostmärkten.

An der Ostholding sollen Springer und Ringier je 50 Prozent halten. Für die Partnerschaft "auf Augenhöhe" zahlt Springer Ringier 125 Millionen Euro und bringt 50 Millionen in die Holding ein.

Die Ostaktivitäten setzen gemeinsam 414 Millionen Euro um (Stand: 2009). Ergebnis 2009 vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen: 62 Millionen Euro. 4800 Mitarbeiter. Die eingeknickte Werbekonjunktur dürfte die Fusion befördert haben.
Die Konzerne kündigen für die kommenden Jahre Ausbau und Akquisitionen im Onlinesektor an. 2013 bis 2015 soll die neue Ostholding an die Börse.

Die Konzernchefs betonten, die Ostfusion sei kein erster Schritt für einen kompletten Zusammenschluss der beiden Häuser.

Springer hat mehrfach Interesse an der Kronen Zeitung gezeigt - allerdings nur an einer Mehrheit. Derzeit gehört die Krone Dichand und WAZ 50:50; die WAZ wirkt verkaufsbereit, Dichand hat das Vorkaufsrecht. Ringiers Blic in Serbien und Novy Èas in der Slowakei hat übrigens ein Österreicher gegründet, groß gemacht und verkauft. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 25.3.2010)

  • Springer und Ringier fusionieren Ost-Verlage.
    grafik: der standard

    Springer und Ringier fusionieren Ost-Verlage.

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