Agrana kauft groß in Dänemark ein

11. April 2003, 19:17
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Zucker- und Stärkekonzern erwirbt Safthersteller Vallo - Keine Angaben über Kaufpreis

Wien - Der börsenotierte österreichische Zucker- und Stärkekonzern Agrana mischt künftig im Norden Europas im Fruchtsaftgeschäft mit: Am Freitag hat die Agrana 99 Prozent an dem dänischen Fruchtsaftkonzentrat- und Safthersteller Vallo Saft A/S erworben. Vallo Saft setzte zuletzt im Geschäftsjahr 2002 mit 100 Mitarbeitern rund 38 Mio. Euro um.

Verkäufer sind dänische Investmentfonds und private Aktionäre. Vallo Saft betreibt zwei Produktionsstandorte in Vallo (Dänemark) und Lipnik (Polen). Hergestellt werden pro Jahr rund 20.000 Tonnen Fruchtsaftkonzentrat und Spezialfruchtsäfte. Das dänische Unternehmen gilt als einer der führenden europäischen Produzenten für Industriekunden.

Der Erwerb steht unter dem Vorbehalt der zuständigen Kartellbehörden. Die Transaktion gab Agrana am Freitagabend ad-hoc bekannt.

"Neues drittes Standbein"

Mit dem somit besiegelten Kauf des dänischen Obstverarbeiters hat Agrana den Einstieg in eine für sie völlig neue Branche vollzogen. Agrana-Sprecherin Brigitte Gampe sprach gegenüber der APA von einem künftigen "dritten Standbein" neben dem Kerngeschäft Zucker und Stärke. Zum Kaufpreis für Vallo Saft A/S wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Vallo Saft beschäftigt heute 60 seiner 100 Mitarbeiter in Polen, 40 sind im dänischen Stammwerk tätig. Das 1946 von Gudmund Jörgensen ("The Juice King of Denmark") gegründete Unternehmen war in den vergangenen zehn Jahren im Besitz einer Investorengruppe, die es auch zu einem "interessanten Akquisitionsobjekt" weiter entwickelt hatte, hieß es heute. Im Werk Polen war in den vergangenen beiden Jahren die Kapazität bereits mehr als verdoppelt worden, auch für 2003 wurde eine weitere Ausweitung der Verarbeitungskapazitäten im polnischen Werk in Aussicht gestellt.

Wachstumssegment

Die Agrana spricht vom Kauf von Vallo, einem "gesunden Unternehmen", als einer strategischer Beteiligung im Wachstumssegment Fruchtkonzentrate und Fruchtsäfte. Ob weitere Akquisitionen in dieser Sparte geplant sind, dazu gab es heute keine Angaben.

Vallo Saft A/S verarbeitet in seinen zwei Fabriken in Vallo (Dänemark) und Lipnik (Polen, seit 1997) Beerenfrüchte, Kirschen und Äpfel zu Fruchtsaftkonzentraten und Spezialfruchtsäften. Abnehmer ist die weiterverarbeitende Industrie, also nicht der Einzelhandel. Insofern setze die Agrana damit ihre Strategie der "Veredlung agrarischer Rohstoffe in der Primärstufe" fort, hieß es.

Investitionen

Der börsenotierte österreichische Agrana-Konzern war in der Rohstoffverarbeitung bisher primär im Zucker- und Stärkesektor aktiv. In den Zukauf von Werken in Osteuropa wurde in den vergangenen Jahren viel investiert, bisher mehr als 180 Mio. Euro.

Die Agrana-Gruppe (mehr als 4.000 Beschäftigte) betreibt derzeit 12 Zuckerfabriken, davon drei in Österreich und neun in Zentral/Osteuropa, sowie fünf Stärkeunternehmen, wovon sich drei in Österreich befinden. Seit heute zählt ein führender dänischer Obstverarbeiter zum Agrana-Imperium. (APA)

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