Hutchison: Dienstleister statt Datenfrächter

15. April 2003, 14:15
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Der Hongkonger Mischkonzern startet am 5. Mai in Österreich mit dem neuen Handystandard UMTS - Dabei sollen unter der Vorwahl 0660 vor allem Dienstleistungen und Videotelefonie im Mittelpunkt stehen

Wien - Bereits im abgelaufenen Jahr war Hutchison in Österreich der größte ausländische Investor. Bis 2005 will der Konzern hierzulande 1,2 Milliarden Euro investieren, wobei in den Ballungszentren der neue schnelle Handystandard UMTS angeboten wird. Außerhalb des UMTS-Empfangs ist Hutchison "Untermieter" bei A1: Dann schalten die Handys auf den "normalen" GSM-Modus um.

Es sind vor allem Multimedia-Anwendungen, auf die der chinesischen Konzern setzt:

Die dritte Generation

"Wir haben in Großbritannien und Italien gelernt, dass vor allem die Videotelefonie ein Renner ist", sagt der Chef von Hutchison 3G Austria, Berthold Thoma. Das "3G" im Firmennamen steht für die dritte Handygeneration (UMTS), am Markt agiert das Unternehmen nur unter dem Namen "3".

Neu ist, dass die Benutzeroberfläche des Handys nicht mehr im Gerät gespeichert ist, sondern über das Netz jedesmal überspielt wird. "Damit können wir Gerät und Features immer aktuell halten", meint Thoma. Auf Knopfdruck können dann Videos beispielsweise von aktuellen Fußballspielen, Nachrichten, Restaurantführer, Aktienkurscharts oder Stadtpläne heruntergeladen werden, wobei die Download-Geschwindigkeit bis zu 348 kbits und die Upload-Geschwindigkeit bis zu 64 kbits beträgt.

Die Kosten für die Informationen werden mit Paketen gestaffelt: Das "Videopaket" beinhaltet pro Monat 66 Minuten Videotelefonie, 99 E-Mails, 33 Video-MMS-Botschaften, 33 Downloads etwa von Videos und 99 Abrufe von Infodiensten und kostet 33 Euro. Dazu kommt dann entweder ein kleines Sprachpaket mit 133 Minuten Sprachtelefonie sowie 33 Minuten ins EU-Ausland und die USA um 30 Euro; oder das große Paket mit 333 Minuten Sprachtelefonie und 66 Minuten ins Ausland um 60 Euro pro Monat. Mindestvertragsdauer gibt es bei "3" keine, als Handy werden derzeit die zwei NEC-Modelle e606 (576 Euro) und e808 (rd. 650 Euro) angeboten.

Reiner Datentransfer

Kein eigenes Angebot von "3" gibt es für den reinen Datentransfer. Hier kostet ein Megabyte Volumen 1,5 Euro. Thoma begründet die "Zurückhaltung" in diesem Bereich mit dem zu erwartenden Kostendruck: "Reine Datenübertragung wird sich so entwickeln wie früher die Long-Distance-Calls (Ferngespräche), damit lässt sich kaum Geld verdienen. Wenn wir das machen würden, wären wir in Österreich wirklich nur der fünfte Anbieter. Aber wir sind nicht Datenfrächter, sondern Dienstleister."

Für die Informationen in den "3"-Handys sorgen 25 Content-Anbieter, Details wollte Hutchison aber noch keine nennen. Frühbucher bekommen bis Ende Juli einen monatlichen Nachlass von 24 Euro für die nächsten 24 Monate sowie eine Preisgarantie, sagte Thoma. In der Zeit von 2005 bis 2007 will Hutchison in Österreich in die Gewinnzone kommen. "Wir haben einen langen Atem", betont Thoma aber auch Geduld, sollte es länger dauern. (Michael Moravec, DER STANDARD, Printausgabe 15.4.2003)

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  • UMTS-Start in Europa

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