"Three to Tango"

11. April 2003, 13:49
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Wiener Porgy & Bess widmet dem "Tango Nuevo" einen Veranstaltungs-Schwerpunkt

Wien - Im Tango manifestierte sich um 1900 das leidenschaftliche Lebensgefühl der Bars und Bordelle in Vorstädten von Buenos Aires. Als sich später namhafte Komponisten von Strawinsky über Hindemith bis Krenek beim musikalischen Vokabular des Tango bedienten, hielt der einst verruchte Tanz Einzug in die Konzerthäuser. Unter dem Titel "Three to Tango" widmet der Wiener Jazzclub Porgy & Bess dem "Tango Nuevo" von kommenden Sonntag (13.4.) bis Mittwoch einen Schwerpunkt, bei dem Virtuosen wie der Pianist Pablo Ziegler und der Bandoneonist Luis Borda zu hören sind.

Pablo Ziegler gilt als bedeutendster Komponist und Arrangeur des modernen Tango seit Astor Piazzolla, der Galionsfigur des Tango Nuevo. Ziegler, der in Piazzollas Ensembles gespielt hat verbindet die Dramatik des Tangos mit spielerisch wirkenden Jazzelementen. Im Porgy & Bess tritt er am Sonntag (20 Uhr) mit dem Gitarristen Quique Sinesi und dem Bandoneonspieler Walter Castro auf. Zu hören sind neue Kompositionen von Ziegler und Sinesi, unveröffentlichte Kompositionen von Piazzolla und die neue CD des Trios mit dem Titel "Bajo Zero".

Luis Borda

Am Montag (21 Uhr) begleitet das Cuarteto Viena Tango "locura mortal" (Ingrid Eder: Bandoneon, Judith Keller: Stimmer, Violine, Michael Preuschl: Bass, Christian Heitler: Klavier) den Tänzer Luciano Jorge Rios, der Tangofreunden in Wien kein Unbekannter ist. Das Ensemble hat, ursprünglich ausgehend von Piazzolla, sein Repertoire seither um alte Tangos, Milongas und Tangolieder erweitert.

Am Dienstag (21 Uhr) treten Luis Borda, einer bedeutendsten Vertreter und Erneuerer des Tango Nuevo, und Gustavo Battistessa, einer der bekanntesten Bandoneonisten der jüngeren Generation, auf. Begleitet werden sie von "szene instrumental", einem der vielseitigsten Kammerensembles Österreichs unter der Leitung von Wolfgang Hattinger. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Luis Borda und Astor Piazzolla, darunter sein selten gespieltes "Doppelkonzert für Gitarre, Bandoneon und Streichorchester".

Abschluss

Den Abschluss des Tango-Schwerpunkts macht "The Wednesday Tango Session" (21 Uhr), die vom Tango-Ensemble Ognat (Elisabeth Riedl: Violine, Ingrid Eder: Bandoneon, Georg Riedl: Klarinette, Christian Heitler: Klavier, Tibor Kövesdi: Bass) eröffnet wird. Danach ist die Bühne offen für diverse Solisten, Ensembles, Tänzer.(APA)

"Three to Tango", von 13. bis 16. April im Porgy & Bess, 1., Riemergasse 11, Festivalticket 30 Euro, Tel. 01/503 7009
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