Salomonische Lösung

Politisch umkämpfte Insel vom Meer verschluckt

24. März 2010, 13:14

Jahrzehntelanger Streit zwischen Indien und Bangladesch - Ozeanograph: "Von der globalen Erwärmung gelöst"

Neu-Delhi - Fans des britischen Star-Autors Terry Pratchett werden sich unwillkürlich an seinen Scheibenweltroman "Jingo" ("Fliegende Fetzen") erinnert fühlen, denn die Szenarien ähneln einander verblüffend: 1970 tauchte in der Bucht von Bengalen nach einem Zyklon eine kleine Felseninsel auf, die anschließend zum politischen Zankapfel wurde. Inzwischen hat die Natur den Konflikt auf ihre Weise gelöst: Die Insel ist wieder in den Fluten versunken.

Nicht einmal auf den Namen des zunächst New Moore Island benannten Inselchens konnten sich die Streitparteien einigen: South Talpatti Island wurde es in Bangladesch genannt, Purbasha in Indien. Diese beiden Staaten lagen jahrzehntelang im Streit um das eher symbolisch bedeutende Fleckchen Land, das im Schnitt etwa 3 mal 3,5 Kilometer groß war. Die Fläche änderte sich mit dem Meeresspiegel allerdings immer wieder - schwankte zwischen 7 und 14 Quadratkilometern, wobei die umgebenden Flachwasserzonen Anlass zu Hoffnungen gab, die Fläche könnte noch auf ein Mehrfaches anwachsen. Besiedelung war wegen der Instabilität der Insel keine möglich, statt dessen breiteten sich auf ihr Mangrovenwälder aus.

Steigender Meeresspiegel

Und nun ist der Streitfall ohnehin zur allgemeinen Unzufriedenheit gelöst: Der steigende Wasserspiegel habe die Insel komplett untergehen lassen, sagte der Ozeanograph Sugata Hazra, Professor an der Jadavpur-Universität in Kalkutta, am Mittwoch. Das Verschwinden der Insel sei durch Satellitenbilder und Seepatrouillen bestätigt worden. "Was diese beiden Länder in jahrelangen Gesprächen nicht erreicht haben, wurde von der globalen Erwärmung gelöst", sagte Hazra.

Was in diesem Fall eine humorige Note hat, ist im allgemeinen jedoch gar nicht komisch: Studien zufolge sei der Meeresspiegel in der Bucht von Bengalen bis 2000 um jährlich etwa drei Millimeter gestiegen, berichtet Hazra - im vergangenen Jahrzehnt aber um jährlich fünf Millimeter. Eine weitere Insel in der Region, Lohachara, ging 1996 unter, und die war bewohnt: Die Menschen mussten damals aufs Festland umsiedeln. Und mindestens zehn weitere Inseln gelten als bedroht. (red/APA)

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hannes farnleitner
00
28.3.2010, 17:41
Ist es vielleicht moglich,

dass das nur eine sandbank war, die jetzt durch ein fruhlingshochwasser weggespult wurde?

Dann brauchten wir keinen weltuntergang mehr?!

Fritz Wunderlich
00
27.3.2010, 09:09

in der presse steht der erklärungsansatz etwas zusammenhängender, der meeresspiegel im golf von bengalen gestiegen, die grönlandgletscher schmelzen

fragt sich nur, ob sich das niveau der meeresböden nicht auch ständig verändert

John Sandwich
01
25.3.2010, 23:45
bin schon weg - bin wieder da

bei den inseln geht's zu wie in der politik

Gilgamesh
00
26.3.2010, 08:10

Na dann haben wir doch einen sehr guten Namen, die "Haiderinsel"... ^^

Posten schadet der Gesundheit
00
26.3.2010, 18:11
treffend,

besonders weil beides unnötigerweise aufgetaucht ist.
nun gibts weder insel noch haider, auch gut!

Fritz Wunderlich
00
26.3.2010, 20:21

strukturelle ursachen? oder warum ist strache und co da?

1000undeine8
01
27.3.2010, 00:27

teutonische verschiebungen. braunes urgestein schmilzt auf und erbricht sich den weg nach oben.

Posten schadet der Gesundheit
00
27.3.2010, 07:22
kann sich strache

bitte auch wegerodieren?

Dyne
00
25.3.2010, 22:26

Viel Streit um nix !

Furt is - des No men´s iland.

Was is als nächtes weg ?

Die Falkland´s / Malevinas ?

Eine Kreatur
11
25.3.2010, 14:07
ich bin auch davon überzeugt ..

dass viele weitere politische konflikte durch den klimawandel gelöst werden ..

allerdings werden vermutlich viel mehr neue entstehen ;-)

Henry Valentino
11
25.3.2010, 13:54
Hmmm...

1. April ist aber erst nächste Woche.

Schnapphahn
01
25.3.2010, 13:27
Das ist wieder mal typisch.

Kaum will ich mir eine Insel kaufen, schon ist sie weg.

MondXicht
00
25.3.2010, 13:19

Jaja an solchen Dingen merkt man wiedermal.......
......dass Terry Pratchett toll ist.

Simba
21
25.3.2010, 13:17
Ähhh

War vor 1970 etwa das Wasser dort schon mal höher?

Kann es sein, dass diesmal nicht der Klimawandel schuld ist?

mika33
03
25.3.2010, 10:42
Die Insel entstand nach einem Zyklon 1970 und so ähnlich is sie wieder verschwunden.

Der Golf von Bengalen und das Gangesdelta sind ständig in Veränderung. Und deshalb ist es ein Witz, dass hier wo es so offensichtlich Humbug ist, sich wieder auf den Klimawandel bzw. den steigenden Meerespiegl zu beziehen, genau das getan wird.

Kohlhaas1
01
25.3.2010, 17:04
Reine Wichtigmacherei und der Versuch Beweise für eine abstrakte Theorie an den Haaren herbeizuziehen.

Norddeutsche Inseln ändern sich seit Äonen - durch Sturm und Flut.

phaidros
06
25.3.2010, 09:46

von 1970 bis 2000 jaehrlich 1 mm + von 2000 bis 2010 jaehrlich 5 mm ergibt 3cm+5cm=8cm.

die insel war also tatsaechlich nur 8cm ueber dem meeresspiegel? wellen, ebbe und flut mal gar nicht hinzugerechnet, die da nochmal +/- ein paar meter schwankenden meeresspiegel ausmachen.

verstehe nur ich da etwas nicht? kann mir jemand erklaeren, warum 8cm meeresspiegelanstieg eine insel "zum verschwinden" bringen kann? so wie in der badewanne funktionierts ja offenbar nicht.

Drei Goschn Opa
00
29.3.2010, 13:09
warum so viele grüne striche ?

erstens sind es lt. bericht 3mm p.a. bis 2000, und seither 5 mm >>> macht zusammen 14 cm.

und zweitens spielt's halt mit sicherheit eine rolle, wenn der mittlere meeresspiegel um 14 cm steigt. das wasser hat dann mehr angriffskraft (vgl. vielleicht mal die nordsee - die haben auf ihren inseln ähnliche problemchen) und die insel verschwindet dann notfalls wieder.

es werden schon noch andere faktoren eine rolle spielen, wie z.b. (theoretische) magmablasen unterhalb so einer zone (vgl. phlegräische felder bei neapel - heben und senken sich um meter).

interessant und besorgniserregend ist schlicht und einfach die tatsache, dass die erhöhung p.a. ZUNIMMT. weiss zwar keiner, wie lange, wie schnell und bis wohin, aber wenn nur grönland ergrünt, dann dürfen wir mit einer gröberen katastrophe in vielen ländern rechnen mit vielen millionen betroffenen.

m3a
01
25.3.2010, 10:15

errosion durch monsoon und überschwemmungen etc. nicht vernachlässigen bitte.

phaidros
01
25.3.2010, 11:09

wenn es, wies im artikel steht, tatsaechlich eine felseninsel ist, dann kann da innerhalb von 40 jahren nichts nennenswertes erodieren.

Fritz Wunderlich
01
25.3.2010, 11:59

es ist doch die frage, wie tauchte sie auf, die kleine felseninsel, vielleicht kann man nach klärung dieser frage ihr verschwinden etwas besser verstehen

dieter van teese
00
25.3.2010, 10:04

ich versteh's auch ned

Gilgamesh
04
25.3.2010, 08:22

Ein Streit um eine winzige Insel, die man nicht nützen kann, gibt es einen besseren Beweis für die Dummheit der Menschheit?

Inconnu
00
26.3.2010, 09:03

Das gabs aber schon einmal:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinandea

Mehrwolf
01
25.3.2010, 13:42

Hm, vielleicht hat es ja mit dem Hoheitsgebiet auf See zu tun. Das erstreckt sich doch 12 (oder 10?) Meilen von der Küste weg. Wird das Hoheitsgebiet durch die Insel dann größer?

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