Österreich top bei Recyling

Nespresso setzt Wachstumskurs fort

24. März 2010, 11:17

Weltweit stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro - Österreich ist Vorreiter im Kapsel-Recycling

Wien - Der Kaffeesystem-Hersteller Nespresso, eine Tochter des Schweizer Lebensmittelriesen Nestlé, hat auch im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 seinen Wachstumskurs fortgesetzt und den Umsatz um 22 Prozent auf 2,77 Mrd. Schweizer Franken (1,87 Mrd. Euro) gesteigert. Das Boutiquen-Netz wurde um 34 Standorte auf weltweit 200 erweitert. Mit Innovationen und neuen Shops - unter anderem in Shanghai und Kapstadt - soll 2010 ein Umsatz von 3 Mrd. sFr erreicht werden. In den vergangenen zehn Jahren ist Nespresso im Schnitt um 30 Prozent pro Jahr gewachsen und war damit der am schnellsten wachsende Geschäftsbereich innerhalb des Nestle-Konzerns.

Österreich nach Umsatz sechstgrößtes Land

Mit seinen sieben Filialen ist Österreich gemessen am Umsatz das sechstgrößte Land bei Nespresso. Österreich-Geschäftsführer Thomas Reuter sieht hier aber noch viel Potenzial: "In der Schweiz gibt es dreimal so viele Maschinen wie in Österreich", gibt er zu Bedenken. Österreich habe aber bereits mehr Kunden als die USA. Weltweit seien 8 Millionen Kunden bei Nespresso registriert. Umsatz- und Kundendaten für einzelne Länder gibt das Unternehmen nicht bekannt.

Groß geschrieben wird bei Nespresso auch der Umweltgedanke. Mit 230 Sammelstellen ist Österreich laut Reuter innerhalb der Nespresso-Gruppe Vorreiter beim Recycling von gebrauchten Kapseln. Neben den Boutiquen können die Tabs nun auch bei ausgewählten Elektrohändlern zurückgeben werden. Ziel sei es, die Kapazität für das Kapsel-Recycling bis 2013 zu verdreifachen, sagte Reuter.

Recycling wird forciert

Über eine eigens eingerichtete Plattform für nachhaltiges Wachstum ("Ecolaboration") hat sich Nespresso zum Ziel gesetzt, dass bis 2013 80 Prozent des Kaffees über ein von Rainforest zertifiziertes Programm kommen und der gesamte CO2-Ausstoß bei der Herstellung des Kaffees um 20 Prozent reduziert wird. Zudem soll die Kapazität der Sammelstellen für gebrauchte Kapseln deutlich ausgebaut werden, sodass 75 Prozent Tabs recycelt werden können.

Nespresso ist bei in Kapseln portioniertem Kaffee Vorreiter und seit bald 25 Jahren auf dem Markt. Das Unternehmen setzt dabei auf ein Luxusimage: Die Kapseln werden nur in eleganten Nespresso-Boutiquen verkauft oder über das Internet an die Mitglieder des "Nespresso Clubs". Als Aushängeschild dient Hollywood-Beau George Clooney. Längst schon ist Nespresso aber nicht mehr allein auf dem Markt - in Österreich etwa gibt es Konkurrenz von Kraft Foods (Tassimo) und Tchibo (Cafissimo), wie erst kürzlich berichtet plant auch die Schweizer Ethical Coffee Company, Nespresso-kompatible Kaffeekapseln auf den Markt zu bringen. Insgesamt gibt es laut Reuter mehr als 20 Kaffee-Portioniersysteme in Österreich.

"Qualität schützt uns"

"Es sind nicht die Patente, die uns am meisten schützen, es ist die Qualität unserer Produkte", heißt es bei Nespresso Frankreich lapidar zur aufkommenden Konkurrenz. Nespresso-Chef Richard Girardot kündigte in der Tageszeitung "Le Figaro" an, die Interessen von Nespresso "sehr nachdrücklich" verteidigen zu wollen. Dass die Kapsel der Ethical Coffee Company keines der 1.700 Patente von Nespresso verletzen solle, erscheine den Unternehmensjuristen jedenfalls "sehr überraschend".

Laut AC Nielsen macht das Segment "portionierter Kaffee" zur Zeit lediglich 5 Prozent des Marktvolumens auf europäischen und nordamerikanischen Märkten aus und entspricht damit 10 Prozent des Kaffeegesamtkonsums weltweit. Nespresso geht davon aus, dass diese Zahlen bis 2015 mengenmäßig auf 12 Prozent und wertmäßig auf 25 Prozent steigen werden. (APA)

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amelie luna
00
Nespresso = Nestle = Ausbeutung

Pfui Nestle.. ein Konzern den man nichts anderes als boykottieren sollte.. Es freut mich ja, dass hier in Europa so getan wird, als ob Nestle/Nespresse Wert auf Umweltschutz legt. Aber bevor dieser Weltkonzern sich mit solchen Dingen schückt sollte er vielleicht als erstes mal ein Augenmerk auf die Ausbeutung in den Herstellungsländern legen, die nämlich für geringe Entschädigung ihrer Rohstoffe beraubt werden und das ganze für lächerliche Löhne, Kinderarbeit und nicht- Einhaltung niedrigster Menschenrechtsstandards!!! Also ich weiss ja nicht wie`s euch geht, aber bei diesen Tatsachen vergeht mir die Lust auf Cafè!

Longyearbyen
 
00
25.3.2010, 10:13
Gehirnwäsche funktioniert -

amelie luna
00

...leider ziemlich gut wenn man die Milliarden eines ausbeuterischen Weltkonzerns zur Verfügung hat >:-(

christian p.
00
26.3.2010, 14:15
zum Thema Gehirnwäsche!

"Die im Herbst 2009 neu lancierte Lattissima Premium ist bereits mit einer "Power off"-Funktion ausgestattet"

Vor Jahren hatte jedes elektrische Gerät am MAakt einen Ausschaltknopf.
Heute wird dieser offensichtlich wieder neu erfunden und die Firmen lassen sich am Ende als die revolutionären Ökohelden feiern!

Und, ...... "wir" glauben's!!!!!

frikam
00
25.3.2010, 07:55
Recycling Alternative: Outpresso

anstatt die Kapseln in teuren sammelcontainern zu sammeln und anschliessend zur kapselsammelstelle zu fahren, kann man die kapseln mit Outpresso auch zuhause trennen. so können alu und kaffeesatz getrennt rezykliert werden, einfach und ökologisch. www.outpresso.com.

734637
13
24.3.2010, 14:26

Recycling wäre ja ganz einfach wenn an der Folie der Kapsel ein Lascherl wäre, durch das man die Folie nach Gebrauch einfach abziehen kann. Kaffee in den Biomüll klopfen, Lasche zum Alu und leere Kapsel zu Verpackungen. Würde teures und co2 intensives Einsammeln ersparen!!

Kra Wuzikabuzi
00
24.3.2010, 15:07
dachte die ganze kapsel ist aus alu ?

Sepp Unterwurmbacher
02
24.3.2010, 16:00
ja, besonders der kaffee

nestrus
00
24.3.2010, 13:59
"5 Prozent des Marktvolumens auf europäischen und nordamerikanischen Märkten ... entspricht ... 10 Prozent des Kaffeegesamtkonsums weltweit"

Meine mathematischen Fähigkeiten mögen ja eingerostet sein, aber das geht doch gar nicht, oder?
Dann wäre der Markt in Europa und Nordamerika ja doppelt so groß wie der der ganzen Welt!!
Oder ist mit "Marktvolumen" und "Kaffee(gesamt)konsum" nicht das Gleiche gemeint?

gutartiger Bösmensch
00
25.3.2010, 07:08
Ich vermute das hier

Marktvolumen den Geldumsatz und Kaffeekonsum die getrunkene Menge meint - und in den USA und Europa zahlt man natürlich deutlich mehr Geld für den Kaffee (20 Cent sind günstig, 4 € im Kaffeehaus auch nicht ungesehen, Geld das in anderen Ländern nicht mal für den Zibetkatzentrunk ausgegeben werden würde).

Kra Wuzikabuzi
02
24.3.2010, 13:52
wäre ich der Nespresso Product Mgr

würde ich gleich mal einen formschönen Nespresso Kapsel Recycle Container (aus dunklem Hartkunststoff, Herstellkosten in China max 3,85) namens Nespresso Eco designen lassen und um schlanke 79,90 verklopfen.

Die Nespresso Kunden kaufen das. Die nächste Milliarde ist gesichert.

thebetterfuture
00
24.3.2010, 22:48

wäre ich der zukünftige PM würde ich das unter Umweltgesichtspunkten glatt um 99,99€ verkaufen.

Die Zeit ist reif
00
24.3.2010, 23:22
Mit Fair Trade geht noch etwas,

dieses Produkt müsste mit einer Müllsondersteuer
belegt werden. Jaja der Herdenwahn lässt auch
so manchen Geschmacksnerv töten.

andyman1609
00
24.3.2010, 14:57
Das gibts doch schon...

Genau so etwas kann man in den Nespresso Shops bereits kaufen. Preis stimmt in etwa :-)!

Kra Wuzikabuzi
00
24.3.2010, 15:04
sorry, war noch nie in so einem Geschäft.

meine Kaffeemaschine ist 20 jahre alt. Shame on me.


Aber ein cleverer PM wär ich schon.... ;-)

luchmhor
06
24.3.2010, 12:04

So ein Topfen. Die können 1000 Recyclinganahmestellen machen. Wenn die meisten Leute einfach in den Restmuell entsorgen eruebrigt sich das.

Ein durch und durch unsympathischer Konzern.

thebetterfuture
00
24.3.2010, 22:52

na ja, a bisserl was guats schaffens scho, di Schweizer.
zumindest setzen sie sich für bäuerliche strukturen in Afrika und ander Drittweltländern ein. (um auch im eigenen Interesse im jeweiligen Land ein Wirtschaftswachstum zu erzeugen)

christian p.
00
26.3.2010, 14:22
... bäuerliche Strukturen!

Also mal ganz ehrlich, Firmen wie Nèstle scheren sich einen Dreck um den/die Bauern vor Ort.
Da gehts im Wesentlichen nur ums Geld verdienen.
Sprich, kann ich mit Öko oder/und Fair trade mehr Geld verdienen, dann tun sie dies.

Der Haken an der Sache, fair oder ökologisch gehandelte Produkte sollte man aus Überzeugung forcieren und nicht um sein Bankkonto aufzufetten.

Fazit: Ökogedanken von Konzernen wie Nèstle haben den gleichen Beigeschmack als wenn mir ein Hund versichern möchte, dass er eigentlich kein Fleisch mehr will.

einer123
00
25.3.2010, 10:25

fairtrade kaffee gibts aber keinen in kapseln

einer123
01
24.3.2010, 14:28

da nehmen die soviel geld in die hand um ein absolut umweltfeindliches system zu etablieren und dann machen sie einen auf eco

Big M1
10
24.3.2010, 16:45

nichts für ungut, aber der momentane Erfolg gibt ihnen Recht. Die Leute kaufen das System weil es einfach irrsinnig praktisch ist. Und beim momentanen "tu deiner Umwelt nichts böses boom" könnte eine recht passable Recyclingquote rauskommen. Insofern sehe ich das nicht ganz so negativ, sonst müssten Sie noch unzähligen Firmen verbieten Ware zu verkaufen. Das ist doch Humbug.

für das Recyclingsystem an sich würde ich mich interessieren. Hat dazu jemand Quellen?

christian p.
00
26.3.2010, 14:26

Praktisch ist es, da besteht kein Zweifel!

Nur irgendwie der Untergang der Kaffeekultur.

Was kommt als nächstes?

Bier in Tablettenform?

Einfach nur mit kalten Wasser aufgießen und fertig! Besser als Flaschen heimtragen und sicher auch praktischer.

luchmhor
00
24.3.2010, 17:03

Es gibt die Möglichkeit abbaubare Materialien einzusetzen und nicht Plastik + Alu.

Ich glaub gestern war auf orf.at ein Bericht über den Erfinder der Kapseln, der sowas mit seiner Firma verwirklicht.

Stahl_____666
00
24.3.2010, 13:18
.

Aber anscheinend Liebkind unseres Umweltministers, weil für die Kapseln nicht mal ARA-Gebühren zu zahlen sind.

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