Wetterfühlige Gebäude

24. März 2010, 18:00
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    foto: siemens

    In der Monte Rosa-Hütte bei Zermatt passt die Gebäudetechnik viertelstündlich ihre Aktivitäten ans Wetter an.

Eine auf das Wetter abgestimmte Regelung der Gebäudetechnik verhindert, dass unnötig geheizt oder gekühlt wird, und spart bis zu einem Drittel an Energiekosten

In Zukunft werden sich Gebäudeautomationssysteme an Wetterprognosen orientieren. Die Anlagen fahren hoch, wenn eine Kaltfront im Anmarsch ist und schalten sich wieder aus, sobald wärmere Temperaturen vorhergesagt werden. Im Einsatz ist ein solches System von Siemens bereits in der neu eröffneten Monte Rosa-Hütte in der Schweiz. Weil die Berghütte oberhalb von Zermatt auf 2.883 Meter Höhe steht, muss sie weitgehend autark sein. Den Strom für die Wasseraufbereitungsanlage oder die Beleuchtung liefert eine Photovoltaik-Solaranlage an den Außenflächen des Gebäudes. Sie wird bei Bedarf von einem mit Flüssiggas betriebenen kleinen Heizkraftwerk unterstützt. Die Regelungstechnik im Gebäude richtet sich nach dem Wetter. Alle 15 Minuten justiert das System automatisch nach.

Wasserreinigung bei Schönwetter

Wenn zum Beispiel die Batterie und der Abwassertank der Hütte halb voll sind und in nächster Zeit Sonnenschein vorhergesagt ist, startet die Regelung den Reinigungsprozess für das Abwasser, der Strom verbraucht. So verhindert die Anlage, dass durch ein zu schnelles Aufladen der Batterie Sonnenenergie ungenutzt bleibt. Bei schlechter Wetterprognose wird der Reinigungsprozess gestoppt. Sonst bestünde die Gefahr, dass der Vorrat in der Batterie aufgebraucht würde und man auf das kostbare Flüssiggas umsteigen müsste. Die ersten Erfahrungen im Hüttenbetrieb zeigen bereits, dass die Energieeffizienz noch höher ist als etwa bei herkömmlich gesteuerten Heizungen. Derzeit wird untersucht, wie die Erfahrungswerte auch für ganz andere Gebäudetypen zu nutzen sind.

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