Kontrollen in Wien

Schädliche Nahrungs­ergänzung und Kosmetika

24. März 2010 10:12
  • Artikelbild
    Foto: ap/mark lennihan

    Bei den Nahrungsergänzungsmitteln wurden knapp drei Viertel der Proben beanstandet.

Mehr als die Hälfte der Proben wurden beanstandet - Lebensmittel schnitten in Tests gut ab - Neue Lebensmittel-Hotline eingerichtet

Wien - Die Zahl der als gesundheitlich beanstandeten Lebensmittel geht in Wien zurück: Dies zeigen die vergangenen Jahre, freute sich Wiens Konsumentenstadträtin Sandra Frauenberger bei der Jahresbilanz der Marktamtskontrolleure. Zugleich schnellten die Beanstandungen bei den Nahrungsergänzungsmitteln und der Kosmetika nach oben. Hier waren 72 bzw. 56 Prozent der Proben zu beanstanden.

Von 9.362, dem Lebensmittelrecht unterliegenden, untersuchten Waren, waren lediglich 46 gesundheitsschädlich - nach 66 im Vorjahr und 88 im Jahr 2007. Die erzieherischen Effekte durch den Druck von 14.776 Kontrollen kämen hier wohl zum Tragen, vermutetet Frauenberger. Neben den 46 gesundheitsschädlichen Proben wurden auch 1.071 gezogen, die zwar als für den menschlichen Verzehr ungeeignet, jedoch als nicht gesundheitsschädlich klassifiziert wurden.

Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika schlecht abgeschnitten

Weniger rosig sieht die Bilanz bei den Kosmetikprodukten aus. Mussten 2007 noch 30 Prozent der Proben beanstandet werden, waren es im abgelaufenen Jahr bereits 56 Prozent. Vornehmlich die bakteriologischen Befunde seien hier nicht gut, so Frauenberger. Bei den Nahrungsergänzungsmitteln liegt aufgrund überhöhter Wirkstoffdosierungen die Beanstandungsquote bei 72 Prozent - nach 50 Prozent 2007.

Lebensmittel-Hotline

Als neue Anlaufstelle für die Verbraucher hat die Stadt neben zahlreichen neuen Broschüren nun eine Lebensmittel-Hotline (01/4000 8090) freigeschaltet. Hier stehen Experten Rede und Antwort rund um Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe. Zugleich können Qualitätsprobleme im Handel oder der Gastronomie gemeldet werden. "Ich will die Konsumenten zu Partnern machen", umschmeichelte die Stadträtin die Wiener.

Einen besonderen Fokus wollen die professionellen Kontrolleure heuer auf die Überprüfung von Spielwaren und Meeresgetier, aber auch auf Listerien im Käse und die Einhaltung der Kühlkette legen. Unter den Bundesländern betreiben lediglich Wien und Kärnten eigene Lebensmitteluntersuchungsanstalten neben der Bundesagentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2
Karpe
25.03.2010 12:07
Bemerkbare Unterschiede

Ich hab sowohl positive als auch grundlegend negative Erfahrungen mit Nahrungsergänzungsmitteln gemacht, wobei man schon gravierende Unterschiede bei den Produkten feststellt, wenn man erst einmal selbst den Vergleich gemacht hat. Alle Menschen, die darauf vertrauen, dass sie z.B. mit Brausetabletten aus dem Supermarkt viel für ihre Gesundheit tun, sind meiner Meinung nach einfach nur naiv. Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass man wirklich gute Produkte ausschließlich in der Apotheke erhält - dass es in diesem Fall etwas mehr kostet, versteht sich von selbst. Die Aussage, dass gesunde Ernährung allein ausreicht, halte ich für bedenklich, wenn man sich anschaut, wie viele unnatürliche Inhaltsstoffe in den Lebensmitteln enthalten sind.

contains sugar
25.03.2010 23:11

von nahrungsergänzungsmitteln sollte man die finger lassen, wenn sie nicht vom arzt verordnet wurden.
viel hilft viel stimmt nämlich grade bei mineralstoffen und vitaminen absolut nicht. mit viel kann man hier auch viel schaden.

Michael Jack Dundee
 
26.03.2010 10:13
Nahrungsergänzungsmitteln alleine bewirken wenig

Zumindest ist eine gesunde Ernährung auch wichtig.

contains sugar
26.03.2010 15:06

leider gibt es keine antwort darauf, was "gesunde ernährung" wirklich ist.

Michael Jack Dundee
 
25.03.2010 17:08
nicht immer muß es gleich die Apotheke sein

Es ist richtig, daß Supermarktbrausetabletten fast wertlos, aber nicht wirklich billig sind.

Nahrungsergänzungsmitteln sollen die Nahrung ergänzen, d.h. das was mit der Nahrung nicht aufgenommen wird gehört damit ergänzt für ein gesundes Leben (Krankheitsentferner sind Medikamente).

Generell gilt, daß gute Waren teurer sind als schlechte Waren, der Preis ist aber nur ein Kriterium. Interesannt finde ich Produkte, wo Verkäufer wissen wollen, wie sich das Wohlbefinden ändert, wenn man gewisse Nahrungsergänzungsmitteln testet.

Godesberg
25.03.2010 12:09

Nennen Sie mal ein "gutes" Produkt.

Karpe
25.03.2010 13:18
Ein gutes Produkt

Aber gerne, wobei ich das Produkt gar nicht als typisches Nahrungsergänzungsmittel sehe.
Nachdem ich schon länger Probleme mit dem Magen-Darm hatte und auch leistungstechnisch Defizite bemerkt habe, habe ich mich in der Apotheke nach einem Produkt erkundigt, das primär verdauungsfördernd wirkt. Die Apothekerin hat mir daraufhin Omni Biotic 6 empfohlen - ein Produkt, das die Darmflora aufbaut und damit gleichzeitig auch das Immunsystem stärkt. Ich war skeptisch (siehe Negativerfahrungen im Vorfeld), doch bereits nach 2 Wochen spürte ich eine deutliche Besserung im Magen- Darmbereich. Ein Effekt, mit dem ich gar nicht gerechnet habe, hat sich ebenfalls eingestellt: meine Haut wurde deutlich besser und ich fühl mich nicht mehr so müde.

contains sugar
25.03.2010 23:12

noch sinnvoller ist es, wenn der arzt einen darauf hin untersucht und dann wirklich das fehlende verschreibt.

Michael Jack Dundee
 
26.03.2010 10:14

Solche Ärzte gibt es nicht, da bekomme ich nur Symptombehandlungsmitteln, die das Immunsystem zerstören. Danach wird behauptet, daß alles in Ordnung sei (aus ärztlicher Sicht auch ist, was aber nie mit der Realität zusammen paßt).

contains sugar
26.03.2010 15:05

solche ärzte gibt es! meine familie und ich gehen zu so einem. nicht alle schulmediziner sind blinde nüsse.

Godesberg
25.03.2010 13:36

Nehmen Sie regelmäßig Milchprodukte zu sich?

Godesberg
25.03.2010 07:52

99% der eingenommenen Nahrungsergänzungsmittel sind ohnehin unnötig oder eher schädlich, eben weil man auch z.B. Vitamine überdosieren kann.

Selbst mit mäßig guter Ernährung bekommt man normalerweise alles was man braucht.

duesenberg
 
25.03.2010 11:19
wenn du die klassischen,

synthetischen Vitamine (insb. die fettlöslichen), anorganische Mineralstoffe und Spurenelemente meinst, stimmt diese Aussage.

Wenn NMEs, so wie wenige Hersteller es vorzeigen, tatsächlich eine, wie der Name "Nahrungsergänzungsmittel" schon sagt, natürliche Ergänzung der Nahrung sind, z.B. mit sekundären Pflanzenstoffen, natürliche Carotinoiden, Keimextrakten, Omega 3 etc., sind sie ausgesprochen empfehlenswert aber leider teuer.

contains sugar
25.03.2010 23:14

da gibts aber das problem, dass sekundärstoffe chemisch oft viel weniger nützen, wenn du sie separat zuführst. im lebensmittel steckt ja eine unzahl verschiedener stoffe, die untereinander agieren. das kannst du künstlich nie nachbauen.

Godesberg
25.03.2010 11:53

Sekundärmetabolite hole ich mir primär aus der frischen Ware.

Da weiß ich was drin ist, bzw. dass überhaupt was drin ist und spare eine Menge Geld.

Godesberg
25.03.2010 11:48

Ja! Es gibt teure NEMs aus "natürlichen" Bestandteilen.

Da darf man dann Kapseln z.B. aus "konzentriertem" Obst und Gemüse nehmen! Die geballte Power!

Eine Kapsel wiegt dann meinetwegen 1g, davon 0,5g Fruchtkonzentrat, gewonnen durch Wasserentzug (man könnte das auch als Pressabfall bezeichnen, die Vitamine sind im Wasser). Wenn man von 95% Wassergehalt ausgeht, wären das 10g Frischmasse pro Kapsel. Das wird dann im Fall von xxxxx xxxx für 60 Euro pro Packung mit 50 Kapseln verkauft. Ich kaufe damit für 1,20 € den zwanzigsten Teil eines Apfels. Ich nenne das Betrug.

Abgesehen vom Mondpreis, denkt der Kunde dann auch noch er könne auf frische Ware verzichten und der Gesundheitsgedanke wird auch noch ad absurdum geführt.

contains sugar
25.03.2010 23:16

nicht zu vergessen, dass diese stoffe, einzeln herausgefiltert, oft nicht den selben nutzen haben, den sie im lebensmittel (wo viele stoffe miteinander interagieren) haben.

Michael Jack Dundee
 
25.03.2010 17:11
"man könnte das auch als Pressabfall bezeichnen, die Vitamine sind im Wasser"

Wenn das Obst und Gemüse erst dehydrird wird und dann gepreßt sind dann die Vitamine auch noch nur im Wasser (demnach verdunstet)?

Godesberg
25.03.2010 18:05

Wenn das Wasser verdunstet wird, geht auch nur das Wasser raus, die Vitamine bleiben dann drin. Trotzdem bleibt es dabei, dass in einer Kapsel nur die Vitamine aus einem Biss in den Apfel drin sind.

Michael Jack Dundee
 
26.03.2010 10:11

So intensive Äpfel finde ich nur leider nicht in irgendwelchen Geschäften, denn jene Presslinge, die ich bei Bedarf nehme sind mit 100mg Vitamin C gemäß Packung, die Kirschextrakte sind.

duesenberg
 
25.03.2010 14:09
auch hier hast du recht,

ich nehme an du meinst jp.

Godesberg
25.03.2010 14:51

JeP!

NEM sind für drei Gruppen unter Umständen sinnvoll:
- Schwangere
- Leistungssportler
- Kranke

In jedem Fall sollte vorher ein Bedarf ermittelt werden und ein Mangel spezifisch behandelt werden.

Das wird von JP+ als NEM verkauft:
http://www.juiceplus.ch/files/pro... d_a_ch.pdf

9% Fruchtgehalt! Bei "Saftbären" von Haribo kommt man auf 22% und die kosten nicht 114 Euro für 720 Stück.

Diese Kapseln bestehen zu knapp 90% aus Zucker bzw. Glucosesirup...


contains sugar
25.03.2010 23:17

leistungssportler, schwangere und kranke - die sollten eigentlich alle einen arzt haben, der bei beschwerden reagiert.
NEM ohne diagnose zu nehmen, kann ziemlich ins auge gehen.

mediview
 
24.03.2010 18:04
Zu warm?

Die Einhaltung der Kühlkette... Dies ist ein Faktor, der leider noch immer zu wenig beachtet wird. Da können sich Unternehmen schon einiges an Strom/Kühlkosten ersparen. http://mediview.wordpress.com/

Advaita0
24.03.2010 17:47
das kommt davon, wenn die Grenzen für Wirkstoffe gesenkt werden,

damit Vitamin&Co. nur mehr von Pharmaunternehmen verkauft werden dürfen.
Betr.: Beanstandung von Nahrungsergänzungen wegen "überhöhter Wirkstoffmengen".

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.