Mehr als die Hälfte der Proben wurden beanstandet - Lebensmittel schnitten in Tests gut ab - Neue Lebensmittel-Hotline eingerichtet
Wien - Die Zahl der als gesundheitlich beanstandeten Lebensmittel geht in Wien zurück: Dies zeigen die vergangenen Jahre, freute sich Wiens Konsumentenstadträtin Sandra Frauenberger bei der Jahresbilanz der Marktamtskontrolleure. Zugleich schnellten die Beanstandungen bei den Nahrungsergänzungsmitteln und der Kosmetika nach oben. Hier waren 72 bzw. 56 Prozent der Proben zu beanstanden.
Von 9.362, dem Lebensmittelrecht unterliegenden, untersuchten Waren, waren lediglich 46 gesundheitsschädlich - nach 66 im Vorjahr und 88 im Jahr 2007. Die erzieherischen Effekte durch den Druck von 14.776 Kontrollen kämen hier wohl zum Tragen, vermutetet Frauenberger. Neben den 46 gesundheitsschädlichen Proben wurden auch 1.071 gezogen, die zwar als für den menschlichen Verzehr ungeeignet, jedoch als nicht gesundheitsschädlich klassifiziert wurden.
Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika schlecht abgeschnitten
Weniger rosig sieht die Bilanz bei den Kosmetikprodukten aus. Mussten 2007 noch 30 Prozent der Proben beanstandet werden, waren es im abgelaufenen Jahr bereits 56 Prozent. Vornehmlich die bakteriologischen Befunde seien hier nicht gut, so Frauenberger. Bei den Nahrungsergänzungsmitteln liegt aufgrund überhöhter Wirkstoffdosierungen die Beanstandungsquote bei 72 Prozent - nach 50 Prozent 2007.
Lebensmittel-Hotline
Als neue Anlaufstelle für die Verbraucher hat die Stadt neben zahlreichen neuen Broschüren nun eine Lebensmittel-Hotline (01/4000 8090) freigeschaltet. Hier stehen Experten Rede und Antwort rund um Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe. Zugleich können Qualitätsprobleme im Handel oder der Gastronomie gemeldet werden. "Ich will die Konsumenten zu Partnern machen", umschmeichelte die Stadträtin die Wiener.
Einen besonderen Fokus wollen die professionellen Kontrolleure heuer auf die Überprüfung von Spielwaren und Meeresgetier, aber auch auf Listerien im Käse und die Einhaltung der Kühlkette legen. Unter den Bundesländern betreiben lediglich Wien und Kärnten eigene Lebensmitteluntersuchungsanstalten neben der Bundesagentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. (APA)