GTK+ 2.20: Neue Version des freien Toolkits

24. März 2010, 10:46
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Neue APIs, besserer Umgang mit Multi-Monitor-Setups und gesteigerte Performance - Menüzeile aufgeräumter - GTK+ 3 in Vorbereitung

Mit einer neuen des grafischen Toolkits GTK+ werden eine Reihe von Neuerungen und Verbesserungen für die Software eingeführt. So bringt GTK+ 2.20 neben einigen Optimierungen auch wieder so manches neue API, auf das AnwendungsentwicklerInnen nun zurückgreifen können.

Animation

So hat man etwa mit GtkSpinner und GtkCellRenderSpinner Widgets zur Darstellung einer Aktivitätsanimation aufgenommen. Erweitert wurde das zur Tab-Darstellung genutzte GtkNotebook, hier können nun "action widgets" im nicht von Tabs belegten Bereich angezeigt werden. Beim Dateiauswahldialog hat man sich vor allem der Optimierung der Code-Basis gewidmet, so dass dieser nicht nur schlanker sondern auch wesentlich flotter geworden sein soll.

Mnemonics

Bei der Tastatursteuerung nimmt man eine Änderung vor, die den "visuellen Müll" am Desktop reduzieren soll: Jene kurzen Linien, die sonst als Gedächtnishilfe anzeigen, wenn einzelne Tastatur-Shortcuts für eine Funktion vorhanden sind, werden nun erst angezeigt, wenn die Alt-Taste gedrückt ist. Eine Funktion, die allerdings auch im gerade benutzten Theme - oder in der lokalen ~/.gtkrc-2.0-Datei - durch den Eintrag "gtk-auto-mnemonics = 1" aktiviert sein muss.

Monitore

Zu den weiteren Neuerungen gehört ein verbesserter Support für Multi-Monitor-Setups, vor allem unter Mac OS X. Für alle unterstützten Plattformen gibt es eine neue Funktion, mit der der primäre Monitor herausgefunden werden kann.

Zukunft

Parallel zur Fertigstellung der neuen Version arbeitet man aber bereits auch an der nächsten Generation des Toolkits: GTK+3 soll zunächst mal vor allem mit der Codebasis aufräumen und als veraltet angesehene Funktionen entfernen. Ein ABI-Bruch, der zur Folge hat, dass bestehende Anwendungen teilweise angepasst werden müssen, wollen sie mit GTK+3 kompatibel sein.

Multi-Pointer

Zusätzlich will man so aber auch den Weg für künftige neue Funktionen bereiten, ein recht realistischer Kandidat für GTK+ 3.0 ist etwa der Umstieg auf Xinput2 mit dem Multi-Pointer / Multi-Touch-Unterstützung in das Toolkit wandern wollen, auch die "Client Side Decorations", die das Zeichnen der Fensterrahmen dem Toolkit übergeben und so eine bessere visuelle Integration ermöglichen, stehen auf der Aufnahmeliste.

Download

GTK+ 2.20 kann kostenlos in Form des Source-Codes von der Seite des Projekts heruntergeladen werden. Die Software ist für Linux, Windows und Mac OS X erhältlich, ihren prominentesten Einsatz findet sie aber als Basis des GNOME-Desktops, von dem in Kürze ebenfalls eine neue Version ansteht. (apo, derStandard.at, 24.03.10)

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    Die "Mnemonics" in der Menüzeile werden nur mehr angezeigt, wenn die Alt-Taste gedrückt ist.

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