Washington räumt Mitverantwortung für Drogenprobleme ein

24. März 2010, 17:52

Außenministerin Hillary Clinton besuchte Mexiko-Stadt

Mexiko-Stadt/Ciudad Juarez - Die USA haben eine Mitverantwortung für die Drogenkriminalität in ihrem Nachbarland Mexiko eingeräumt. Bei einem Besuch in Mexiko-Stadt am Dienstag sagte US-Außenministerin Hillary Clinton: "Ja, wir akzeptieren unseren Teil der Verantwortung."

Dabei nannte sie zum einen die Nachfrage nach Drogen in den USA und zum anderen die Ausfuhr von Waffen nach Mexiko. Gegen beides müsse künftig mehr getan werden, sagte Clinton bei einer Pressekonferenz mit der mexikanischen Außenministerin Patricia Espinosa. Clinton kündigte an, dass die US-Regierung schon bald eine neue Strategie für den Kampf gegen den Drogenhandel vorstellen werde.

Die Regierung ziehe alle verfügbaren Optionen im Kampf gegen die Drogenkartelle in Betracht, sagte Clinton. Auf die Frage eines Journalisten, ob dies auch die Legalisierung des Drogenkonsums einschließe, antwortete sie jedoch mit einem klaren "Nein" .

Im Mittelpunkt der Gespräche mit der mexikanischen Regierung bei Clintons Besuch stand ein millionenschweres Maßnahmenpaket zur Bekämpfung mexikanischer Drogenbanden, die sich seit Jahren einen blutigen Kampf um die lukrativen Schmuggelrouten in die USA liefern. Im Rahmen der sogenannten Merida-Initiative erhält Mexiko von den USA bereits eine Unterstützung im Umfang von über 1,4 Milliarden Dollar (eine Milliarde Euro).

Die Bestimmungen des 2008 für drei Jahre verabschiedeten Programms sollen jetzt nochmals auf den Prüfstand kommen. Bisher wurde erst ein kleiner Teil des Geldes überwiesen, das vor allem für eine bessere Ausbildung der Polizei und für neue Hubschrauber ausgegeben werden soll. Die mexikanische Außenministerin Patricia Espinosa sagte, beide Länder wollten Engpässe überwinden, um die benötigte Ausrüstungen möglichst schnell zu liefern.

2600 Tote in Ciudad Juárez

Besonderes Augenmerk bei den Gesprächen sollte zudem auf der Stadt Ciudad Juárez liegen. Dort starben 2009 etwa 2600 Menschen im Drogenkrieg. Vor gut einer Woche wurden dort eine Mitarbeiterin des US-Konsulats, ihr Ehemann sowie der Mann einer mexikanischen Konsulatsangestellten von mutmaßlichen Bandenmitgliedern erschossen, weshalb Clinton unter besonders strikten Sicherheitsvorkehrungen reiste.

Unklar war bis Dienstag, ob die Konsulatsmitarbeiter bei dem Vorfall absichtlich erschossen oder ob sie zufällige Opfer des Bandenkriegs wurden. (AFP, apn/DER STANDARD, Printausgabe, 25.3.2010)

 

Alf von Melmak
 
13
28.3.2010, 22:21
Washington räumt Mitverantwortung für Drogenprobleme ein


Oh ja!

Die Mit- oder besser Hauptv erantwortung haben die USA aber nicht, wie sie behauptet, wegen der Nachfrage oder weil sie zu wenig gegen Drogenhandel vorgehen, sondern weil sie die gesamte Welt zwingen, die Legalisierung von Drogen zu verhindern.

"Die Regierung ziehe alle verfügbaren Optionen im Kampf gegen die Drogenkartelle in Betracht, sagte Clinton" - das ist nicht wahr.

Das beste Mittel wäre:

1.) Völlige Freigabe von Drogen
2.) Ausgabe von Drogen zum Herstellungspreis durch die Regierung.

Damit wäre sofort jeder wirtschaftliche Anreiz für Drogenkartelle eliminiert und sie verlören von heute auf morgen ihre Lebensgrundlage.

Dann könnte der legale Kampf gegen Drogen durch Überzeugungsarbeit einsetzen.

siliconvalley
10
28.4.2010, 20:56
geh bitte

Drogen im Sonderangebot bei Schlecker und Lidl würden alle Probleme lösen, oder wie? Und am besten noch staatlich subventioniert durch einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz als auf Butter und Brot? Gratisabgabe an Sozialhilfebezieher??


Ausserdem frage ich mich eher weshalb die Steuerzahler in USA Geld in die Ausbildung der mexikanischen Polizei buttern sollen, nur weil der Nachbar im Süden deine Probleme nicht in den Griff bekommt (bekommen will)

Timagoras
 
21
"sondern weil sie die gesamte Welt zwingen, die Legalisierung von Drogen zu verhindern


das ist so falsch wie lächerlich.

Lazar
41
29.3.2010, 19:50

Super Idee, damit Sie sich ihr Heroin dann zum Spotpreis in der Apotheke kaufen können! Am besten der Verkauf von weichen Drogen so wie Haschisch in den Schulen ab 16 Jahre, weil dann können die Jugendlichen keine gestreckten Sachen mehr kaufen UND der Staat hat Steuereinnahmen, Bravo haben Sie noch so ein paar gute Ideen auf Lager?

Kottan's Erben
 
13
24.3.2010, 19:33
Yes we can = Drogendealen!

Die USA haben eine Mitverantwortung für die Drogenkriminalität in ihrem Nachbarland Mexiko eingeräumt.
Doch der CIA und andere amerikanische Geheimdienste ermöglichen erst den Kokstransport von Kolumbien etc. nach Mexiko (und wohl auch weiter).
Der Nobelpräsi hat in seiner "neuen Strategie" den Mohnanbau in Afghanistan und somit den Heroinhandel genehmigt. Das ist ein feiner Kerl.

s. http://derstandard.at/126713192... -Kampf-vor

30.000 Tote durch heroin in Russland 2009.
Heroin in Hamburg: 1Gramm 25,00€
Reinheitsgehalt 2010: 20,7%
Reinheitsgehalt 1996: 9,3%

Eine Petition mit der Bitte, dieser Strategie entgegenzuwirken, siehe (unter der Rubrik Politik)
www.manfredfenn.de

estewe
01
24.3.2010, 12:16
Manche sagen "Maßnahmenpaket"...

...andere "Waffenlieferungen"

pepitant
03
24.3.2010, 11:45
Gute Formulierung:

"Unsere zwei Regierungen arbeiten zusammen, um die Probleme zu lösen, die von den kriminellen Kartellen ausgehen"

Die kriminelllen Kartelle sind doch die beiden Regierungen, also eine klassische Form der Selbstanzeige ? Wenn da alle gleichzeitig zurücktreten wird die Wallstreet wegen berechtigter Anarchiebefürchtungen abstürzen. Sonst nur wegen der noch nicht eingepreisten Derivateblase.

Bildung - Basis der Demokratie
00
24.3.2010, 11:03

die cia, dürfen die das?

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