Neue Agentur besteht aus loser Partnerschaft von Regierungsbehörden und Forschungsinstitutionen
London - Großbritannien gründet seine eigene Weltraumagentur:
Die neue Agentur besteht vorerst aus einer losen Partnerschaft von
Regierungsbehörden und Forschungsinstitutionen, wie Industrieminister Peter
Mandelson am Dienstag in London mitteilte. Als bis auf weiteres einziger
Astronaut wurde der Brite Timothy Peake ernannt, der als Pilot von
Kampfhubschraubern ausgebildet und vergangenes Jahr auch von der Europäischen
Raumfahrtagentur ESA als einer von sechs neuen Astronauten ausgewählt worden
war.
Peake nannte die Gründung der britischen Weltraumagentur einen "positiven
Schritt". In Großbritannien gebe es "ein riesiges Talent" in mit der Raumfahrt
zusammenhängenden Bereichen wie Telekommunikation oder dem Bau von Robotern. "Es
ist äußerst wichtig, dass wir versuchen, unsere jüngeren Generationen zu
ermutigen, diese Art von Laufbahnen einzuschlagen", sagte Peake.
Neues Internationales Zentrum
für Raumfahrtinnovationen
In Großbritannien sind rund 68.000 Menschen in Unternehmen beschäftigt, die
unmittelbar oder indirekt für den Weltraumbereich produzieren. Die Regierung
hofft nach Behördenangaben darauf, dass der Jahresumsatz der Branche bis 2030
auf 40 Milliarden Pfund (44 Milliarden Euro) steigt. Mandelson sagte, die
hochentwickelten Technologien im Weltraumbereich müssten gefördert werden. Der
Minister kündigte außerdem die Einrichtung eines neuen Internationalen Zentrums
für Raumfahrtinnovationen in der ESA-Niederlassung im englischen Harwell an.
Dafür seien 40 Millionen Pfund an staatlichen Geldern und privaten Investitionen
vorgesehen. (red/APA)