Niedrigste Unfallszahlen seit fast 50 Jahren

23. März 2010, 19:37
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Laut der am Dienstag präsentierten Unfallstatistik starben 2009 um 6,8 Prozent weniger Menschen auf Österreichs Straßen

Wien - Die Gesamtsumme ist - im Vergleich - positiv: 2009 starben auf Österreichs Straßen "nur" 633 Menschen - das sind um 46 Todesopfer weniger als 2008, ein Minus von 6,8 Prozent. Sowohl bei den Unfällen als auch bei den Verletzten und Getöteten wurden die niedrigsten Werte seit 1961 verzeichnet. Die Unfallstatistik 2009 wurde am Dienstag von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) und Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) präsentiert.

Die Teilmengen dieser Statistik bieten allerdings ein differenzierteres Bild: Die stärksten Rückgänge bei Todesfällen gab es im Bereich der Pkw-Insassen (minus 10,6 Prozent) und der Radfahrer (minus 37,1 Prozent). Stark gesunken ist die Zahl der Opfer bei den 20- bis 24-Jährigen: von 68 auf 40 Tote (minus 41 Prozent). Auch bei tödlichen Unfällen nach Alkoholkonsum verzeichnete man ein Minus von 13,2 Prozent - ein Rückgang von 53 auf 46 Opfer.

Mopedfahrer stark gefährdet

Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch Anstiege in der Statistik: 30 Mopedfahrer sind 2009 tödlich verunglückt - das sind sechs Todesopfer mehr als 2008. Auch bei den verunglückten 15-jährigen Mopedlenkern gab es neuerlich eine Zunahme um rund drei Prozent. Eine negative Entwicklung gab es 2009 bei den tödlich verunglückten Kindern: 15 unter 14-Jährige verloren 2009 im Straßenverkehr ihr Leben. Das waren um drei Todesopfer mehr als im Jahr davor. 40 Prozent davon starben als Beifahrer im Pkw.

Nahezu unverändert blieb die Zahl der getöteten Fußgänger mit insgesamt 101 Todesopfern - das ist um eine Person mehr als im Jahr 2008.

Innenministerin Fekter ergänzte dazu, dass im Vorjahr 17,4 Prozent mehr Alkoholkontrollen durchgeführt wurden und gleichzeitig die Anzeigen gegen Alkolenker um fast drei Prozent zurückgegangen seien. Dies sei ein Indiz dafür, dass die Kontrollen Wirkung zeigen, sagte Fekter.

Angesichts der angestiegenen Mopedunfälle betonte Verkehrsministerin Bures: "Es muss in der Ausbildung mehr geschult werden." Anfang 2011 soll eine entsprechende Führerschein-Novelle in Kraft treten. Gerade bei den jungen Mopedfahrern komme es laut der Innenministerin immer wieder vor, dass "Geräte mit über 100 Stundenkilometern Geschwindigkeit erwischt werden" - statt der erlaubten 45 km/h.

Im Jahr 2009 ist somit durchschnittlich alle elf Minuten eine Person im Straßenverkehr verunglückt, täglich gab es beinahe zwei Tote: Dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) bereitet vor allem "das hohe Unfallrisiko der Schwächsten im Verkehr" Sorgen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hofft auf die Umsetzung der dritten EU-Führerscheinrichtlinie, mit der vor jedem Umstieg auf höhere Motorrad-Klassen Fahrpraxis nachgewiesen und auch Schulungen oder Prüfungen absolviert werden müssen. (APA, frei/DER STANDARD, Printausgabe, 24.3.2010)

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    Ein Tankwagenunfall auf der Südautobahn, vergangenen Dezember: In Summe gingen die Unfallzahlen 2009 deutlich zurück

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