Die Message von Google ist klipp und klar

23. März 2010, 17:42
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Google-Gründer Brin:Erhielten Signal aus China, dass Hongkong der richtige Schritt ist

Es war keine große Überraschung mehr: Nach der profilierten Kritik Googles an Chinas Internetzensur sowie an Cyberattacken zur Ausspähung chinesischer Dissidenten am 12. Jänner legten Google-Manager im Zuge der Auseinandersetzung mit Chinas kommunistischer Regierung schrittweise zu. Die Message war klipp und klar: Entweder Google kann seine Suche unzensiert zur Verfügung stellen, oder es wird sich aus dem chinesischen Markt zurückziehen.

Fronten verhärtet

Statt mögliche Kompromisspositionen aufzubauen, ließ man die Fronten härter werden. Vor einer Woche kündigte Google-Chef Eric Schmidt an, dass "eine Lösung" in Reichweite sei. Diese Lösung wurde dann in klassischer Google-Manier ohne große Ankündigung umgesetzt:Montag wurden Suchanfragen von der zensierten Site google.cn auf die unzensierte Site google.com.hk in Hongkong umgeleitet;und auf dem Unternehmensblog erklärte David Drummond, der Chefjurist des Onlinekonzerns: "Wir halten dies für eine rechtlich einwandfreie Lösung, die von der chinesischen Regierung akzeptiert wird."

"EinLand, zweiSysteme"

Die ehemalige britische Kronkolonie wird nach dem Prinzip "EinLand, zweiSysteme" regiert, Nachrichten und Suchen werden hier nicht von der Behörde zensiert. "Es gab in unseren Verhandlungen mit der Regierung ein Hin und Her und den Eindruck, dass Hongkong der richtige Schritt sei" , erklärte Google-Mitgründer Sergey Brin in einem kurzen Interview mit der New York Times. "Wir erhielten Signale, dass diese Entscheidung okay ist. Aber die Lage ist sehr unklar. Wir hoffen, dass unser neuer Suchdienst in Hongkong auch vomFestland aus zugänglich ist. Aber die Geschichte ist noch nicht vorbei" , kommentierte Brin die Entscheidung seines Unternehmens.

Google informierte kurz vor Bekanntgabe der Entscheidung den US-Sicherheitsrat. Chinesische Vorwürfe, Google sei ein Instrument der US-Regierung und seiner Geheimdienste, wies Brin jedoch zurück. (spu)

 

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  • Google-Mitgründer Sergey Brin

    Google-Mitgründer Sergey Brin

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