EU-Hygienerichtlinie

Bauernspeck bekommt in Brüssel sein Fett weg

Verena Kainrath, 23. März 2010 18:56
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    Foto: APA

    Ob ein Betrieb ein Schwein oder 100.000 schlachtet, ist der EU wurst, klagen Direktvermarkter. Die Auflagen sind die gleichen.

Eine neue Hygienerichtlinie macht kleinen Schlachtern das Leben schwer. Handarbeit gilt seit heuer als unhygienisch, der Ab-Hof-Verkauf stockt

Wien - Eine schöne Arbeit sei es nicht, das Schlachten, sagt Robert Tragler, aber wer Fleisch esse, der müsse sich damit auseinandersetzen. Der oberösterreichische Biobauer sticht auf seinem Hof alle zwei Wochen zwei Schweine ab und verarbeitet sie für seine Kunden zu Speck. Er macht das seit 20 Jahren, doch seit heuer ist damit Schluss. Brüssel erlaubt es nicht mehr, da sein kleiner Hof nicht die gleichen Bedingungen erfüllt wie ein industrieller Schlachtbetrieb.

Eine neue Hygienerichtlinie der EU wirft Fleischhauer und bäuerliche Direktvermarkter mit großen Schlachthöfen in einen Topf. Wer Fleisch verkaufen will, und sei es nur von ein paar Ferkeln jährlich, muss für den Tierarzt etwa eigene Sanitärräume bereitstellen. Die in den meisten kleinen Betrieben übliche Trennung von Schlacht- und Zerlegeräumen ist verboten. Wer diese Auflagen bis Jänner nicht erfüllt hat, darf seinen Speck nicht länger verkaufen. Hunderte österreichische Direktvermarkter stellten die Schlachtungen bereits ein.

Aus Sicht der EU-Kommission sind handgemachte Produkte nun also unhygienisch, sagt Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen. Die Anforderungen an kleine gewerbliche Betriebe seien unverhältnismäßig und für die meisten nicht finanzierbar. Die neuen Vorschriften zerstörten regionale Strukturen und trieben die Tiere automatisierten großen Schlachtstraßen zu. Vom zusätzlichen Stress der Schweine durch den Transport nicht zu reden.

Das Sterben der Metzger

Zumindest 700 Betriebe hörten bereits in den vergangenen Jahren mit der eigenen Schlachtung auf - neben den Bauern waren es Wirte und Metzger. Die Zahl der Fleischzerleger sank bis zum Ablauf der Übergangsfrist um gut 1100, viele arbeiten als Einzelhändler weiter. Die Hofschlachtungen gingen um 80 Prozent zurück, sagt Pirklhuber, "es ist der totale Kahlschlag".

Der österreichischen Fleischindustrie schmecken die neuen Verordnungen freilich besser. In dem Geschäft sei Waffengleichheit gefragt, sagt Karl Schmiedbauer, der Chef des Feinkosterzeugers Wiesbauer. Er wolle nicht auf die Kleinen losgehen, die Auflagen hätten jedoch entweder für alle zu gelten oder für keinen. Er brauche gleichmäßige lineare Produktqualitäten und Sicherheit. Zumal für die bisherigen Lebensmittelskandale die Tierhalter und Schlachter verantwortlich seien und nicht die Verarbeiter. Die Vermarktung ab Hof sei wirtschaftlich im übrigen unbedeutend. Appetit auf Speck vom Bauernhof habe er keinen, wenn er an seine Auflagen denke - "wie in einem Spital geht es bei uns zu".

Die Bedingungen für Landwirte dürften nicht leichter sein als für gewerbliche Fleischer, stellt auch ihr Bundesinnungschef Reinhard Kainz klar. Das Sterben der kleinen Schlachter führt er nicht auf die EU, sondern auf den massiven Druck der Handelsketten zurück.

Mehr als drei Viertel des Frischfleischabsatzes laufen über Supermärkte. Diese kommen mit immer weniger Lieferanten aus. Den restlichen bliebt nur der Verkauf über eigene Fachgeschäfte oder Wirte. Kainz: "Der Druck ist gewaltig."

Tragler liefert seine Schweine nun zum zehn Kilometer entfernten nächsten Schlachthof. Brüssel werde bald auch bei Geflügel mitreden, glaubt er. Seine Biohühner müssten dann in Kisten verpackt aufs Förderband und in die Laugenbäder der Schlachtindustrie. (DER STANDARD, Printausgabe, 24.3.2010)

Kommentar posten
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Der Ursprung
20.04.2010 16:41
Die Chuzpe

Genmais dürfen wir essen, aber der naturbelassene Speck vom Bauern von nebenan wird uns verwehrt.

karin kolland
08.04.2010 07:32
Antwort: EU-Austritt Volksbegehren

Ja, die EU ist feudal-totalitär und bringt jede Form von handarbeit um! Daher müssen wir raus! Bitte Volksbegehren für Austritt aus der EU und Volksbegehren für direkte Demokratie unterschreiben
Formular - Formulare download

http://www.kuthumi.at/uploads/u... kratie.pdf
und
http://www.kuthumi.at/uploads/f... rmular.pdf

Wir müssen wieder unsere eigenen Gesetze machen.

K R
08.04.2010 19:04
wenn sie austreten, gibt es die vorschriften (vielleicht) nicht mehr


aber auch keine kunden, die ihre handarbeit kaufen.

also ganz klar: finger weg von diesem humbug

karin kolland
08.04.2010 22:24
Antwort: EU-Austritt Volksbegehren

@ KR "wenn sie austreten .... gibt es aber auch keine kunden ...

Wer will das behaupten?
Es ist ein Humbug, was Sie sagen!
Die Gefahr, dass alle Bauern und alle heimischen Betriebe kaputtgehen und nur noch Konzerne uns beherrschen mit Billiglöhnen ist viel größer .... STOPP diesem unverantwortlichen EU-Mainstream Diktat!

K R
09.04.2010 12:01

ihre reaktion belegt ihre mangelnde sachkenntnis und mangelndes rechenvermögen. danke für die bestätigung, aber das war bereits aus ihrem forcieren dieser lustigen links offenkundig.

nur ein leichtes beispiel, mehr mühe ist bei menschen, die keinen weitblick haben ohnehin sinnlos:

tritt OE aus der EU aus, fällt die exportmöglichkeit für inländische milch nach italien, dann schwimmen wir in einem milchsee.

die bauern haben dann ein noch VIEL größeres problem als wenn sie jetzt nicht am hof schlachten dürfen (was sicherlich überreguliert ist, aber was will man - in brüssel sitzen jene beamte, die WIR (die nationalstaaten) dorthin schicken, weil sie hier wegen unfähigkeit keiner mehr haben will, weil sie unkündbar sind).

karin kolland
09.04.2010 14:03
stimmt nicht was Sie sagen

über die EFTA könnten wir genau so gute und bessere Exportbedingungen erzielen! Man muss nur wieder freier denken lernen!

K R
10.04.2010 11:24
die EFTA ist genauso tot wie der warschauer pakt

unsere exportbedingungen interessieren nur keinen menschen - die importbestimmungen der gemeinschaft sind eindeutig und für gemeinschaftsstaaten verbindlich

ihr einwand zeigt die realitätsferne ihrer konsorten

karin kolland
12.04.2010 14:08
EFTA

Sie denken eben nur einseitig ....

bunte
25.03.2010 14:26
bei fleisch und co

ist ja schon einiges los hier.
bin schon gespannt was hier los ist wenn die ganzen kleinen bierbrauer dran sind.

ich fredu mich schon, wenn ich endlich vorm EU-TV mir die EU-Würschte mit einem EU-Bier reinziehen kann. dann noch eine EU-konforme Tschick und einen ebensolchen... na lass ma das. kommt eh die künstliche EU befruchtung...dann simma alle unsere sorgen los. hurra!

moment! ich muss kurz kotzen...

Poldi Fesch
26.03.2010 11:58
ist hier mein

"Hobby" geworden :))
...endlich vorm EU-TV ( mit expiliziter oest Zustimmung) mir die EU-Würschte ( mit expiliziter oest Zustimmung) mit.......

hugo herrlich
 
25.03.2010 11:56
Nochmal: EU-Hygieneverordnung ... 2

keinem bauern wird es verboten zu produzieren, nur die schlachtung muss er an einen schlachter = meistens der nächste fleischer in der gegend, abgeben.
auch wenns dafür rot hagelt: wer wie die bauern jahrzehnte lang unter dem deckmantel der steuerlichen pauschalierung macht was er will, sprich allzu oft wie ein gewerbebetrieb operiert, muss akzeptieren, dass gewissen vorschriften auch für ihn gelten. oder galubtihr wirklich, das alles, was ein bauer verkauft, wirklich aus seiner eigegen produktion stammt? Ich kenne genug beispiele, wo sich "direktvermarkter" mit fleisch am schlachthof eindecken und das geselchte bzw. den speck und die wurst als "aus eigener erzeugung" stammend verkaufen -in einer ungekühlten vitrine auf bauernmärkten...

Poldi Fesch
26.03.2010 12:00
ich will das garnicht

bestreiten, dafuer waere aber das Strafrecht, Stichwort Betrug, zustaendig und keine weitere vertrottelte HygieneRL

hugo herrlich
 
25.03.2010 11:50
Nochmal: Die EU-Hygieneverordnung ... 1

...die hier so kritisiert wird, gilt seit 10 (zehn) Jahren - die übergangsfrist, in der alle Unternehmen die Vorschrifenten umzusetzen hatten, ist mit 1. Jänner ausgelaufen. es war also mehr als genug zeit, sich drau feinzustellen. mein mitleid mit den bauern hält sich in grenzen
was die mehrheit der poster hier nicht kapiert: Es gibt das fleischergewerbe (vulgo den fleischer vor ort), dann die "industrie" - die stellen die jene ware her, die's bei billa und co (LEH) gibt und die direktvermarktenden bauern - alle haben jetzt die gleichen mindest-vanfordrungen zu erfüllen - wobei die anforderungen an die "industrie" mit wachsender betriebsgröße wesentlich schärfer sind (no na).

karin kolland
08.04.2010 07:35
tuns nix schönreden

... so dumm sind wir sind um nicht zu sehen was da läuft!

daher Volksbegehren für Austritt und direkte Demokratie unterschreiben
Formular
http://www.kuthumi.at/uploads/u... kratie.pdf
und
http://www.kuthumi.at/uploads/f... rmular.pdf

Poldi Fesch
31.03.2010 19:36
da sie der

Zensor nicht freischaltet. Ich nehme an, wir reden von der VO 853/2004. Da hab ich zwar nix direkt ueber die Bauern gefunden, dafuer eine andere Trottelei
Lebensmittelunternehmer, die Hackfleisch/Faschiertes, Fleischzubereitungen und Separatorenfleisch herstellen.....
b) nur nach Bedarf nach und nach in den Arbeitsraum gebracht wird.
ii) bei anderen Tieren als Geflügel innerhalb von höchstens sechs Tagen nach der Schlachtung
Da Rind bis zu 2 Wo abhaengt u. nur bei Bedarf faschiert werden darf, wirds wohl so werden, dasz ich beim Fleischer nicht mehr auf das Stk X zeige u. das faschiert haben moechte

Poldi Fesch
26.03.2010 12:01
aber die RL

als solches ist maszlos ueberzogen

hugo herrlich
 
29.03.2010 13:14
gegenfrage

kennen sie die inhalte? ich denke nicht

Poldi Fesch
31.03.2010 17:35
wozu soll ich eine

RL studieren, bei der solche Bloedheiten herauskommen ?
http://www.kleinezeitung.at/kaernten/... 0/index.do

ist auszerdem wie alle diese RL extrem schwierig zo "orten"

Poldi Fesch
29.03.2010 13:25
natuerlich nicht,

aber um die Ueberzogenheit beurteilen zu koennen reicht es , den Erfolg zu kennen. Ganz allgm. sind all diese Hygienebestimmungen nur hysterisch. Da reicht es mir, wenn ich mit meinem Greissler in Wien It u. Aut vergleiche. Der mir sagt, er duerfe einen Laib Parmesan einfach nicht offen aulegen

K R
29.03.2010 14:20

mit den gegenwärtigen hygienebestimmungen wäre anno dazumal Camembert nie "erfunden" worden.

was für ein verlust wäre das!

Poldi Fesch
29.03.2010 14:35
ja, ebenfalls

ein gutes Beispiel

Schluß mit der Bagage!
24.03.2010 19:08
BIO könnte man mit „Natürlich“ gleichsetzen

Natürlich füttern die Bauern durch die Bank mit Tiermehl und Ferkelstartern.

Natürlich werden Hormoncocktails den Tieren verabreicht.

Natürlich werden die Viecher mit Antibiotika vollgestopft das erspart dem Kunden Medikamentenkosten.

Natürlich haben die Nutztiere zahlreiche Futterkonkurrenten, in den ebenfalls am Hof lebenden Ratten.

Natürlich sind dem Bauern hygienische "Spitzfindigkeiten", die für einen Städter ganz normal sind, völlig fremd.

Und natürlich stört das die erst kürzlich solchen Verhältnissen entlaufenen Landpomeranzen überhaupt nicht, weil das für sie völlig natürlich ist - BIO eben!

bunte
25.03.2010 14:30
man sieht

sie kennen sich aus.

vielleicht sollten sie eine seminarreihe dazu einleiten.
aber net wundern, wenn keiner kommt - geu.

*apaarstreicheleinheitenzurberuhigung*

Josef Malik
25.03.2010 09:58

Ich empfehle ein industriell gefertigtes Weckerl mit Analogschinken und -käse, zum Frühstück, vielleicht verbessert sich ihre Laune dann ein wenig.

Poldi Fesch
24.03.2010 19:38
kraenkts dich

eigentlich, dasz du auf irgendeinen Vertreter hereingefallen bist o. uebst du hier die Chemovertreterverkaufsstrategie ?

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