Rechtsexperte

Absolutes Rauchverbot in Lokalen nicht möglich

23. März 2010, 14:35
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    foto: derstandard.at/glicka

    Der Jurist Wolf Szymanski und der Gastronom Stefan Gergely vor elektrischen Schiebetür aus Glas, die künftig Raucher und Nichtraucher im "Silberwirt" trennt.

Betriebe, die abtrennen, genießen laut Wolf Szymanski verfassungsrechtlichen Vertrauensschutz

Wien - "Wir möchten ein Beispiel setzen: ja, es geht, und es ist nicht kompliziert", wirbt der Wiener Schlossquadrat-Gastronom Stefan Gergely für eine räumliche Trennung von Rauchern und Nichtrauchern in Lokalen. Ein-Raum-Betriebe mit einer Gastraumfläche von über 80 m2, die sich nicht rechtzeitig um eine Abtrennung und ein Rauchverbot im Hauptraum kümmern, sind ab 1. Juli automatisch Nichtraucherkokale. Die Gefahr, dass die Investition in die räumliche Trennung durch ein völliges Rauchverbot in der Gastronomie, wie zuletzt von den Grünen gefordert, zunichte gemacht wird, sieht weder Gergely noch der von ihm mit einem Gutachten beauftragte Jurist Wolf Szymanski.

"Wirte können sich auf Vertrauensschutz berufen"

Betriebe mit getrenntem Raucherbereich könnten sich im Falle einer Änderung des Tabakgesetzes mit Erfolg auf den verfassungsrechtlichen Vertrauensschutz berufen, argumentiert Szymanski, einst Sektionschef im Innenministerium: "Der Gesetzgeber kann nicht ein Jahr später kommen und sagen, deine Investitionen kannst du jetzt in den Rauchfang schreiben."

In seinem Gutachten verweist Szymanski als "handgreiflichstes Beispiel" auf die Aufhebung einer Neuregelung in Tirol: Die Landesregierung hatte 1989 ein Nachtfahrverbot auf der "Loferer Straße" erlassen und lärmarme Lkw ausgenommen, worauf zahlreiche Frächter ihren Fuhrpark umrüsteten, um auch weiterhin in der Nacht fahren zu können. Bereits im nächsten Jahr erließ die Tiroler Landesregierung eine Nachfolgeregelung, die nun auch lärmarme Lkw in das Nachtfahrverbot einbezog. Die Neuregelung sollte jedoch nicht lange halten: Noch 1991 wurde sie wegen Verstoßes gegen den Vertrauensschutz aufgehoben, lärmarme Lkw dürfen auch heute noch in der Nacht fahren.

In der Gastronomie wurde 2008 mit einer Novelle ein Rauchverbot erlassen, "Raucherräume" aber ausgenommen. Einraumbetrieben wurde bis 1. Juli dieses Jahres eine Übergangsfrist eingeräumt, um einen gestzeskonformen Raucherraum abzutrennen. Eine erneute Regelung würde laut Szymanski dem Vertrauensschutz im Gleichheitsgebot widersprechen, wonach die Veränderung einer Rechtslage nicht dazu missbraucht werden darf, jenen Personen Vorteile zu untersagen, die sich wie gewünscht verhalten haben. Gastronomen, die in eine räumliche Trennung Geld investieren, bräuchten also nicht befürchten, durch ein "ohnehin kommendes Rauchverbot" frustriert zu werden, so Szymanski. Vielmehr behalte der Gastronom so weiterhin das Recht auf einen "Raucherraum".

Derzeit keine Initiativen seitens der EU erkennbar

Auch von der EU drohe den Raucherbereichen derzeit keine Gefahr, zeigt sich Szymanski überzeugt. So bestehe seitens der EU derzeit weder eine Initiative, noch sei eine Intention erkennbar, die auf die Erlassung eine verbindlichen Rauchverbots in der Gastronomie abzielt.

Rund 50.000 Euro hat Gergely die räumliche Trennung mittels einer elektrischen Schiebetür aus Glas in seinem Lokal "Silberwirt" gekostet. Die einfachste Lösung sei aber auch schon um 2.700 Euro machbar gewesen. An die Kollegen appellierte er: "Seid gescheit, macht das auch.", Bei den Reservierungen würden sich derzeit Raucher und Nichtraucher die Waage halten. (glicka, derStandard.at, 23. März 2010)

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Eine Kreatur
10
22.4.2010, 20:07
"Der Gesetzgeber kann nicht ein Jahr später kommen und sagen, deine Investitionen kannst du jetzt in den Rauchfang schreiben."

oh doch .. wenn ausreichend entschädigt wird ..

abgesehen davon, wenn die eu vorschreibt, dann hat österreich das zu erfüllen .. wäre ja noch schöner, wenn durch stümperhafte nationale gesetzgebung eu-recht umgangen werden kann ..

bm.koger
 
02
16.4.2010, 14:07
seit einer woche rauche ich nicht mehr

und jetzt hätte ich gern ein paar wirklich sympathische nichtraucher und brauchbare tipps wie sich die belohnen, nach stress. keine albernheiten wie ein schalal tee oder ein munterer waldlauf, ich ich will mich nicht in tante dungls vorzeigeobjekt verwandeln, ich habe wirklich panische angst, dass mir an sozialkontakten nur noch die entsetzlich mieselsüchtigen nichtraucher meines bekanntenkreises bleiben und ich mich wie ein zombie auch in so ein betuliches, engstirniges geschöpf verwandle. ich habe seit einer woche keine pause in der arbeit mehr gehabt(ich geh eine rauchen geht ja nicht mehr) und bin völlig hinüber, also bitte ein wirklich guter tipp.

Bono Nobo
00
20.4.2010, 12:01

Gratuliere!
Weiter so, durchhalten!

Trajan
00
19.4.2010, 10:48

schau mal nach auf www.nichtraucher.de
ist eine kostenfreie, werbungslose plattform bzw. selbsthilfegruppe. dort findest wirklich zu JEDEM thema rund ums rauchen hilfen. mir hatts jedenfalls geholfen. von 40 auf 0 - jetzt seit 2 jahren.

Bono Nobo
00
20.4.2010, 12:01

Gratuliere!

the falling man
01
15.4.2010, 12:24
was aber rechtlich durchaus möglich wäre...

1. grosszügige förderung von lokalen, die auf komplett nichtrauchen umstellen.
2. erhöhung des kollektiv-vertrag-mindesgehalts für service- und küchenmitarbeiter in raucher-lokalen um 100 % - zum ausgleich der potentiellen gesundheitsschäden.
3. absolutes betretungsverbot von raucherlokalen für kinder und jugendliche unter 16 jahren.
das würde schon reichen.

metacomet
15
11.4.2010, 19:35
ich bin raucher und würde gerne aufhören -

aber so wie ihr (mnr) möchte ich nicht werden...

ihr seid doch noch kränker als wir raucher...

denn wir können aufhören, aber euer defizit steckt im kopf....

ExBeamter
13
21.4.2010, 10:29
Stimme dir zu.

Ich bin bereits NR aber mit den hier schreibenden NR möcht ich nichts zu tun haben somit gehe ich auch weiterhin in Raucherlokale.

Paul Sabrinski
31
12.4.2010, 17:27
Nein, ich bin so gesund, weil

ich so klug bin, nicht mehrmals täglich freiwillig Gift einzuatmen.

ExBeamter
12
21.4.2010, 10:31
also, über deine "Klugheit" müsste mal geredet werden!!!!

Andersen
12
12.4.2010, 18:00

Na nie am Gürtel unterwegs? ODer immer mit Sauerstoffmaske unterwegs weil ja überall "Gift" unterwegs ist? Hypochonder...

Scorpion50
31
13.4.2010, 20:09
die giftigen drogenrückstände

von den nikotinsüchtgigen kommen aber immer zusätzlich dazu - auch am gürtel

Paul Sabrinski
31
13.4.2010, 08:45
Richtig, noch nie am Gürtel.

Zum Glück wohne ich am Land, und Wien brauche ich so dringend wie einen Kropf.
Außerdem verstehe ich ihre Logik nicht.
Wohl etwa so: Wenn sie sich in den Figer stechen, und es blutet ein wenig, dann können sie ihn gleich abschneiden oder was???
Nur weil es irgendo ein wenig stinkt, muß ich nicht noch zusätzlich hochkonzentriertes Gift einatmen.

Wolfgang Hülle
71
Rauchen ist wie F*rzen

letztlich ist es ein übler Geruch, der einer Körperöffnung entströmt.
Ich bin für eine Freigabe des F*rzens in öffentlichen Räumen. Denn ich bin tolerant und es stört mich auch nicht, wenn andere Nichtfurzer sind.

ExBeamter
01
21.4.2010, 10:32
und den Gestank von deinem Parfüm? naja ob das nicht als schwere Körperverletzung bei Gericht durchgeht.

Andersen
01
12.4.2010, 18:01

Furzen ist verboten? Wusste ich gar nicht Gibts da auch einen "Furzsheriff" der das kontrolliert?

Scorpion50
31
die verbrennungsrückstände beim rauchen

sind krebserregend und dienen lediglich zu befriedigung der sucht des rauchers. jeder kann seine sucht mit der legalen droge nikotin bedienen, aber der süchtige hat rücksicht auf seine mitmenschen zu nehmen. das wird auch als nichtraucherschutz bezeichnet und wird in der zivilisierten welt per gesetz verordnet. weil abhängige nicht einsichtig sind.

hans wurst
 
23

Aber man kann von Passivfurzen keinen Lungenkrebs bekommen.

ExBeamter
01
21.4.2010, 10:33
Hast wohl schon die Neue Gassmassske

hans wurst
 
10
21.4.2010, 17:04

sinnvoller Beitrag zum Thema.

default-user
62
29.3.2010, 19:36
Kleinigkeit

Die wirklich nachweisbaren "Fehlinvestitionen", abzüglich der erzielten Steuervorteile sind zurückzuerstatten. Wird nicht so viel sein. Ein kläglicher Versuch der Raucher- und Tabaklobby.

edmundo5
10

wenn die gastrolobby einen juristen beauftragt, was soll anderes raus kommen! in anderen eu ländern funktionierts der nichtraucherschutz auch, nur bei uns gehts zu wie am balkan!

Herr Schnaberl
10
10.4.2010, 07:45
"Rauchen ist gesund" -- sagt der Wolf Von Marlboro

Und das rauchende Finanzamt nickt die illegale Nebenbeschäftigung ab....

Scorpion50
10
der gesundheitsminister

hat sich mit dieser studie auf die schulter geklopft. weil sonst macht das ja keiner

bob langer
62
29.3.2010, 18:57
für leser

Aufwind für Nichtraucherschutz: Bevölkerung will ein Gastro-Rauchverbot.


Die heimischen Meinungsforscher orten derzeit einen Meinungsumschwung beim Thema Rauchen. In der brandaktuellen Gallup-Umfrage (400 Befragte am 25. und 26. März) spricht sich erstmals eine Mehrheit für ein totales Rauchverbot in der Gastronomie aus:

* 50 % sagen demnach „Ja“ zu einem absoluten Rauchverbot in der Gastronomie, 48 % „Nein“, 2 % machten keine Angabe.
* Männer gelten mit 54 % zu stärkeren Befürwortern des totalen Rauchverbots als Frauen (46 % sind dafür).
* Grün- und ÖVP-Wähler sind mehrheitlich für das Rauchverbot, SPÖ- und FPÖ-Wähler dagegen.

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