Außenminister: Deutschkenntnisse sollen Einstellungskriterium für den Auswärtigen Dienst werden
Brüssel - Wie ÖVP-Außenminister Michael Spindelegger will auch der
deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) den Siegeszug des Englischen in
der Europäischen Union stoppen. "Wir möchten nicht, dass Deutsch als Sprache in
Europa verloren geht", sagte Westerwelle am Montag in Brüssel. Hintergrund ist
eine Initiative des Außenministers, Deutsch im neuen diplomatischen Dienst der
EU zur gleichberechtigten Arbeitssprache neben Englisch und Französisch zu
machen. Spindelegger hatte zuvor mitgeteilt, Österreich habe in der
Sprachen-Frage gemeinsam mit Deutschland eine Initiative ergriffen.
"Deutsch ist die am meisten gesprochene Muttersprache in Europa, und es gibt
gar keinen Grund, die deutsche Sprache zu vernachlässigen", sagte Westerwelle
mit Blick auf die rund 100 Millionen Muttersprachler vor allem in Deutschland
und Österreich. In einem Brief an EU-Außenministerin Catherine Ashton forderte
Westerwelle, die Einstellungskriterien für den Auswärtigen Dienst sollten "klare
Anforderungen für die Beherrschung mehrerer Fremdsprachen, insbesondere auch der
deutschen Sprache, enthalten". Dem neuen Auswärtigen Dienst sollen bis zu 8000
Diplomaten angehören.
Westerwelle hatte sich nach seinem Amtsantritt gegen den Vorwurf mangelnder
Englischkenntnisse erwehren müssen. Der Britin Ashton wird ihrerseits
vorgeworfen, nur die englische Sprache fließend zu beherrschen. (APA)